Weltwirtschaftsforum in Davos

Ukraine-Krieg: Selenskyj beklagt fehlende Einheit des Westens

+
Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den westlichen Ländern vorgeworfen, nicht vereint an der Seite der Ukraine zu stehen.

Davos in der Schweiz - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den westlichen Ländern vorgeworfen, nicht vereint an der Seite der Ukraine zu stehen. "Meine Frage ist: Herrscht in der Praxis Einheit? Ich sehe sie nicht", sagte Selenskyj am Mittwoch während einer Diskussionsveranstaltung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Selenskyj warf insbesondere der Türkei und Ungarn vor, unsolidarisch mit seinem Land zu sein, das sich seit drei Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg verteidigt.

Selenskyj, der per Video zugeschaltet war, bedankte sich ausdrücklich bei US-Präsident Joe Biden für die Unterstützung der USA. Als europäisches Land brauche die Ukraine aber vor allem "die Unterstützung eines vereinten Europas", sagte Selenskyj. "Wir werden einen riesigen Vorteil gegenüber Russland haben, wenn wir wirklich einig sind", sagte er.

Ausdrücklich kritisierte Selenskyj Ungarn, das seine Zustimmung zu einem EU-weiten Erdöl-Embargo gegen Russland verweigert. "Es ist etwas nicht in Ordnung mit Ungarn!", sagte er. Das Land sei in der Unterstützung der Ukraine "nicht so einig wie der Rest der EU".

Der Staatschef verwies zudem auf den Widerstand des Nato-Mitglieds Türkei gegen den Antrag der beiden nordischen Länder Finnland und Schweden, dem Verteidigungsbündnis beizutreten. "Herrscht Einheit zum Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands? Nein. Ist der Westen also vereint? Nein", sagte der ukrainische Präsident. se/ck

Scholz und Selenskyj kondolieren nach Schulmassaker in Texas

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat US-Präsident Joe Biden nach dem Schulmassaker in Texas sein Beileid ausgesprochen. "Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und Hinterbliebenen der Opfer dieses unfassbaren Massakers, für das sich kaum Worte finden lassen", schrieb Scholz am Mittwoch auf Englisch auf Twitter. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kondolierte und beklagte, dass auch "in Friedenszeiten" Menschen erschossen würden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Menschen in den USA ebenfalls sein Mitgefühl aus. "19 der Opfer waren jünger als zehn Jahre alt", schrieb Macron auf Twitter. Die Kinder und ihre Lehrer seien "feige ermordet" worden. "Wir teilen den Schock und die Trauer der amerikanischen Bevölkerung und die Wut aller, die sich dafür einsetzen, die Gewalt zu beenden", fügte er hinzu.

Papst Franziskus sagte am Mittwoch nach einer Generalaudienz im Vatikan, er sei "untröstlich" angesichts des Blutbades in Texas. "Ich bete für die getöteten Kinder und Erwachsenen und ihre Familien", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche und forderte, den "unkontrollierten" Waffenhandel einzudämmen.

Bei einem Schusswaffenangriff an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas hatte ein 18-Jähriger am Dienstag mindestens 19 Schulkinder und zwei Lehrer getötet. Der Angreifer wurde von Polizisten erschossen. US-Präsident Biden rief sichtlich erschüttert dazu auf, die Waffengesetze in den USA endlich zu verschärfen. mid/cp

Kommentare