Wegen russischer Invasion

Ukraine-Krieg: Nato-Mitglieder treffen sich zum Sondergipfel - Trump-Sohn macht merkwürdigen Vorschlag

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Würde seinen berühmten Vater gerne beim Nato-Sondergipfel sehen: Donald Trump Jr. überrascht mit einem merkwürdigen Vorschlag.
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Die Nato berät sich über das weitere Vorgehen hinsichtlich der russischen Invasion in der Ukraine. Vorher meldet sich auch Donald Trump Jr. zu Wort - mit einem fragwürdigen Einfall.

München - Der Ukraine-Krieg verschafft auch Donald Trump international wieder vermehrt eine Bühne. Die teilweise wirren Aussagen des ehemaligen US-Präsidenten schrecken allerdings eher ab.

Noch kurz nach Beginn der russischen Invasion hatte der Republikaner, der erneut ins Weiße Haus strebt, das Vorgehen von Wladimir Putin als „genial“ und „ausgebufft“ bezeichnet sowie „die stärkste Friedenstruppe, die ich jemals gesehen habe“ ausgemacht. Späte ging er mit martialischen Worten auf Konfrontation zum Kreml-Chef.

In einem Fox-Interview sprach Trump von einem „Holocaust“. Außerdem soll er laut einem Bericht der Washington Post vorgeschlagen haben, US-Jets mit chinesischen Flaggen auszustatten, um „die Scheiße aus Russland zu bomben“ und einen Konflikt zwischen Peking und Moskau zu provozieren. Auch auf die „brandneuen Atomwaffen“ kam er zuletzt zu sprechen.

Ukraine-Krieg: Donald Trump soll USA bei Nato-Sondergipfel vertreten - sagt sein Sohn

Alles in allem mehr als genug, um dem gesunden Menschenverstand zu verdeutlichen: Nur gut, dass der 75-Jährige in diesen Zeiten keine Entscheidungsgewalt besitzt. Was sein Lager selbstredend schnell ändern möchte. So schlug sein ältester Sohn Donald Trump Jr. nun tatsächlich vor, den Vorgänger von Joe Biden zum Nato-Sondergipfel am kommenden Donnerstag (24. März) nach Brüssel zu schicken.

Dort wollen die Staats- und Regierungschefs das weitere Vorgehen bezüglich Russland und dem Angriffskrieg besprechen. Trump Jr. mahnte auf Twitter deshalb: „Biden zu den Gesprächen des Nato-Sondergipfels zu schicken, würde unsere Feinde nur noch ermutigen. Wenn wir es richtig machen wollen, sollten wir Trump senden.“

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Putins Krieg in der Ukraine: Trump hat eine unrühmliche Vorgeschichte mit Selenskyj

Das Echo auf diesen sonderbaren Vorschlag war entsprechend verheerend. In den Kommentaren erinnerten viele User an Trumps Nähe zu Putin während seiner Präsidentschaft, dem er beinahe schon unterwürfig begegnete. So wurde auch die Frage aufgeworfen, ob mit Trump die russische Position dargestellt werden sollte.

Nicht zu vergessen die unrühmliche Vorgeschichte mit Wolodymyr Selenskyj. Das erste Impeachment-Verfahren gegen Trump fußte darauf, dass er den damals frisch gewählten ukrainischen Präsidenten heimlich zu Ermittlungen gegen Bidens Sohn Hunter drängen wollte, der im Verwaltungsrat eines ukrainischen Erdgaskonzerns sitzt.

Mann der markigen Worte: Donald Trump hat sich zuletzt von Wladimir Putin abgewendet.

Putin und der Krieg in der Ukraine: Trump nannte die Nato einst obsolet und wollte angeblich austreten

Trumps Rolle wäre in der Runde ohnehin fragwürdig, nannte er die Nato doch einst obsolet. Kurz nach Kriegsausbruch rühmte er sich jedoch für seine Errungenschaft, die Mitglieder während seiner Präsidentschaft zur Zahlung ihrer Schulden animiert zu haben: „Die Nato würde es nicht mehr geben, wenn ich nicht so stark und schnell reagiert hätte.“

Allerdings schrieben zwei Reporter der Washington Post in einem Enthüllungsbuch, dass Trump den Nato-Austritt der USA für den Fall seiner Wiederwahl geplant habe. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser mit Zitaten unterfütterten Gedankenspiele ist kaum vorstellbar, dass das Verteidigungsbündnis aktuell zumindest nach außen hin ähnlich geschlossen auftreten würde, sollte Trump statt Biden am Verhandlungstisch sitzen. (mg)

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