VonLinus Prienschließen
Ramsan Kadyrow, Republikchef Tschetscheniens, gilt als putintreuer Hardliner. Nun befindet er sich offenbar in der Ukraine - und droht.
Kiew - Tschetscheniens Republikchef Ramsan Kadyrow ist nach eigenen Angaben in die Ukraine gereist. Er droht dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seinen Mitstreitern in einem Video und behauptet, dass „nicht wenige“ Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes für Russland arbeiteten. Die Angaben des tschetschenischen Machthabers waren nicht unabhängig überprüfbar.
Ukraine-Krieg: Tschetschenischer Präsident verbreitet Putin-Propaganda auf Telegram
Kadyrow erklärte, er sei in Hostomel, einem Ort nordwestlich der Hauptstadt Kiew in der Nähe eines Flugplatzes, der seit Beginn des Krieges in der Ukraine umkämpft ist. In seinem Video gibt Kadyrow die russische Propaganda wieder, mit der Wladimir Putin den Krieg rechtfertigen möchte; er bezeichnete die ukrainische Staatsführung als „Nazis“: „Neulich waren wir etwa 20 Kilometer von Ihnen entfernt, Kiewer Nazis, und jetzt sind wir noch näher.“
Vielleicht befinde er sich bereits in Kiew und erwarte nur Anweisung, behauptete der Präsident Tschetscheniens weiter. Der Machthaber der Nordkaukasus-Republik wollte die ukrainische Regierung und Bevölkerung mit seiner Nachricht einschüchtern: „Ihr könnt Euch eine Minute entspannen, denn ihr müsst uns nicht suchen - wir finden Euch selber“.
Zuletzt rief er die Kiewer Führung dazu auf, die Seiten zu wechseln: „Oh, lange habt ihr nicht mehr. Besser, ihr ergebt euch und stellt euch neben uns, wie ich schon mehrmals vorgeschlagen habe, oder Euer Ende steht bevor.“
Ramsan Kadyrow: „Putins Bluthund“
Der Putin-untergebene Regierungschef Tschetscheniens unterstützt bereits seit Beginn des Krieges Russland. Er ist auch als „Bluthund Putins“ bekannt. Kadyrow verhalf dem russischen Präsidenten bereits 2004 zum Sieg im Tschetschenien-Krieg.
Berichtet wurden zuletzt auch von tschetschenischen Sondereinheiten in der Ukraine - mit dem Auftrag, Politiker und hohe Militärs zu töten. Ob dies der Fall ist, ist unklar. Es könne sich auch um russische Propaganda handeln. Jedoch berichtete Wolodymyr Selenskyj selber, dass derartige Mordlisten existierten. (dpa/lp)
Rubriklistenbild: © Imago
