Rekrutierung

Für Ukraine-Krieg: Putin buhlt wohl um afghanische Söldner

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Einem Medienbericht zufolge rekrutiert Wladimir Putin Kämpfer aus Afghanistan für die Ukraine. (Archivbild)
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Wladimir Putin hat in der Ukraine ein Personalproblem. Um das zu beheben, rekrutiert er afghanische Kämpfer. Sie sind top ausgebildet – von der Nato.

Moskau/Kabul – Dass Wladimir Putin ein Problem hat, um den Ukraine-Krieg mit der für ihn nötigen Effizienz zu gestalten, ist inzwischen ein offenes Geheimnis. Mittlerweile mehren sich sogar die negativen Berichte über den Ukraine-Krieg in Russland selber. Experten ordnen dies aber trotzdem als Propaganda ein, da man im Kreml wohl Angst davor hat, dass die Bevölkerung die überaus positiven Nachrichten aus der Ukraine irgendwann nicht mehr glauben wird. Es ist aber auch Tatsache, dass Russland – trotz seiner 144 Millionen Einwohner und seiner unendlichen Weiten – ein echtes Problem mit Rekruten und Nachwuchs bei den Streitkräften hat. Deshalb buhlt der Kreml nun um ausländische Söldner – und ist offenbar in Afghanistan fündig geworden.

Ukraine-Krieg: Zum Ausgleich für die Verluste will Wladimir Putin afghanische Soldaten rekrutieren

Nach herben Rückschlägen und hohen Verlusten im Ukraine-Krieg sollen die Reihen in den russischen Truppen jetzt offenbar mit ehemaligen afghanischen Kämpfern aufgefüllt werden. Das berichtet das außenpolitische Fachmagazin Foreign Policy. Demnach soll das russische Militär gezielt Afghanen ansprechen, um sie für den Feldzug zu rekrutieren. Wie es heißt, sollen Soldaten über verschiedene Messenger-Dienste kontaktiert worden sein.

Für Krieg in der Ukraine buhlt Wagner-Gruppe um neue Kämpfer – Afghanische Soldaten von Nato ausgebildet

Die afghanischen Soldaten gelten als gut ausgebildet. Während des 20-jährigen Einsatzes am Hindukusch hatte die Nato nach einem Bericht von t-online mehr als 90 Milliarden US-Dollar in den Aufbau und Qualifizierung der Armee investiert. Doch nach dem Rückzug und der Machtübernahme der Taliban im August 2021 blieben mehr als 30.000 Sicherheitskräfte im Land zurück. Aus Angst vor Rache vor den neuen Herrschern flüchteten viele Soldaten anschließend in die Nachbarländer. Dort sollen sie nun gezielt von Verbündeten Putins angeworben werden. Laut dem Medienbericht ist vor allem die berüchtigte Wagner-Gruppe bei der Rekrutierung aktiv.

Die Bemühungen um ausländische Söldner kommen nicht von ungefähr. Seit der Teilmobilmachung von Wladimir Putin haben sich inzwischen hunderttausende junge Russen in benachbarte Staaten und bis nach Europa abgesetzt. Das macht sich inzwischen bemerkbar – wohl auch bei der Qualität der eingesetzten Soldaten. Inzwischen meutern Soldaten ganz offen gegen Wladimir Putin.

Die Rekrutierungsprobleme in der russischen Armee sind vollständig hausgemacht. Um genügend Kämpfer anzuwerben, setzt Putin besonders stark auch auf ethnische Minderheiten. Ihm wird vorgeworfen, diese Menschen gezielt als „Kanonenfutter“ zu benutzen.

Rekrutiert Wladimir Putin afghanisches Militär? Russland sucht gezielt Kontakt mit den Taliban

Im Ausland wird das Treiben Putins mit Argusaugen beobachtet. Für sein Vorgehen im Ukraine-Krieg ist Putin international so weit isoliert, dass er nicht mehr viele Fürsprecher hat. Wie merkur.de kürzlich berichtet hatte, suchte der Kremlherrscher bereits im Sommer sogar gezielt die Nähe zu der neuen Taliban-Regierung in Afghanistan.

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„Wir tun alles dafür, dass sich die Situation in dem Land normalisiert und versuchen, Beziehungen zu den politischen Kräften aufzubauen, die die Lage kontrollieren“, verriet Putin selber im Juni bei einem Besuch in der an Afghanistan grenzenden Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan. Dabei gelten die Taliban in Russland offiziell als islamistische Terrororganisation. Dass er mit der Aufnahme der früheren afghanischen Soldaten auch mit deren Gegner anbandelt und ein doppeltes Spiel spielt, scheint den Kremlherrscher nicht weiter zu stören.

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