Hilfe für Kiew aus Berlin

Ukraine-Konflikt: Diese Waffen hat Deutschland bislang geliefert

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Die Beschwerden aus Kiew werden immer schriller. Tatsächlich aber hat Deutschland der Ukraine bereits Waffen für hunderte Millionen Euro geliefert.

Berlin – Wieder klagt der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, es sei enttäuschend, wie langsam Deutschland Waffen in die Ukraine liefere. Seit dem 3. Mai seien keine mehr angekommen, nur Munition. Doch welche Waffen hat Deutschland bis Dato geliefert?

Der Spiegel hat unter Berufung auf ukrainische Kreise eine detaillierte Liste veröffentlicht. Eine Übersicht.

Ukraine-Krieg: Alle bisherigen deutschen Waffenlieferungen

  • Panzerfaust 3: Von den Handwaffen sollen bereits 900 Stück in der Ukraine angekommen sein. Ein einzelner Soldat kann damit Kampfpanzer auf bis zu 400 Metern Entfernung zerstören. Die Panzerfaust kann modernste Panzerung durchschlagen. Lädt man die Waffe mit einer anderen Munition, wird sie zur sogenannten Bunkerfast: Dann durchdringt die Waffe bis zu 24 Zentimeter Stahlbeton und trifft auch dahinterliegende Ziele. Soldaten bedienen die etwa 13 Kilogramm schwere Waffe auf der rechten Schulter.
Ein Bundeswehrsoldat hält bei einer Übung eine Panzerfaust 3. Diesen Waffentyp lieferte Deutschland an die Ukraine.
  • Stinger: Nur wenige Tage nach Beginn des Krieges hat Deutschland 500 amerikanische Boden-Luft-Raketen des Typs Stinger in die Ukraine geschickt. Auch diese Waffe wird auf der rechten Schulter bedient. Die fast 16 Kilogramm schwere Waffe steuert automatisch anfliegende Ziele an und schießt bis zu sechs Kilometer weit. Flugzeuge und Hubschrauber in weniger als drei Kilometern Höhe sollen mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent getroffen werden.
  • Strela-2: Die Strela (russisch: Pfeil) ist das sowjetische Gegenstück zur Stinger. Mehr als 2.000 Stück der Kurzstrecken-Boden-Luft-Raketen aus DDR-Beständen hat Deutschland in die Ukraine geschickt. Auch diese Rakete soll über einen Infrarot-Suchkopf automatisch zum Ziel führen – sie schießt, je nach Ausführung, drei bis vier Kilometer weit.
  • Matador: 5.100 moderne Panzerabwehrhandwaffen des Typs RGW-90 soll die Ukraine direkt beim deutschen Rüstungskonzern Dynamit Nobel Defence bestellt haben. Sie verfolgen ihr Ziel nicht automatisch – Soldaten müssen also genau zielen, um 20 bis 1.200 Meter weit entfernte Objekte zu treffen. Die etwa zehn Kilogramm schwere Waffe kann so programmiert werden, dass die Patrone entweder direkt oder erst nach Verzögerung explodiert.
  • Sonstiges: Deutschland hat der Ukraine außerdem 100 MG3-Maschinengewehre, 18 Fernzünder, 100.000 Splittergranaten, 100.000 Stück Sprengschnur-Kit, mehr als 6.000 Panzerabwehrrichtminen verschiedener Typen sowie mehr als 5.000 Sprengladungen geschickt. Neben Waffen hat die Ukraine auch 50 gepanzerte Sanitätsfahrzeuge, 80 gepanzerte Geländewagen, Sanitätsmaterial sowie mehr als 16 Millionen Stück Munition verschiedener Kaliber bekommen.

Waffenlieferungen aus Deutschland: Weitere Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland geplant

Was noch aussteht: Die Bundesregierung hat Kiew als Unterstützung im Ukraine-Krieg schwere Waffen zugesagt, aber noch nicht geliefert. Dazu gehören 50 Flugabwehr-Panzer des Typs Gepard. Bis Mitte Juli sollen die ersten 15 Stück geliefert werden. Sie sollen Kampfhubschrauber, Raketen und Drohnen bekämpfen. Außerdem will Deutschland sieben Artilleriegeschütze des Typs Panzerhaubitze 2000 in die Ukraine schicken – um die zu bedienen, werden ukrainische Soldaten gerade in Deutschland ausgebildet. Der Crash-Kurs soll noch im Juni abgeschlossen werden.

Kanzler Olaf Scholz hat zudem vier Mehrfachraketenwerfer des Typs Mars II, ein Flugabwehrsystem vom Typ Iris-T und ein Radargerät des Typs Cobra versprochen. Außerdem sind laut Rüstungskonzern Rheinmetall die ersten sechs Marder-Panzer einsatzbereit – ob sie in die Ukraine geliefert werden, ist aber noch nicht bekannt.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/dpa

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