„Überraschend emotional“

Scholz „gereizt“: US-Journalistin befragt Kanzler zu Ukraine-Krieg - und erlebt harsche Reaktion

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Kanzler Olaf Scholz steht angesichts des Ukraine-Kriegs vor Herausforderungen.
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In einem Interview mit einer amerikanischen Journalistin zum Ukraine-Krieg wirkte Kanzler Scholz offenbar angespannt und reagierte ungehalten auf manche Fragen.

New York - Der Ukraine-Krieg hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) den Ruf eines Zauderers eingebracht. Großer Kritikpunkt - auch aus seiner eigenen Koalition: Warum liefert Deutschland der Ukraine nicht mehr und schlagkräftigere Waffen?

Auch die Ukraine bemängelt immer wieder mangelnde Unterstützung. Zuletzt tat dies der ukrainische Außenminister Dimitri Kuleba via Twitter. Er kritisierte „enttäuschende Signale aus Deutschland“, während sein Land Leopard- und Marder-Panzer dringend benötige. Es gebe „kein einziges vernünftiges Argument“, warum diese Waffen nicht geliefert werden könnten - „nur abstrakte Ängste und Ausreden“. Wovor habe Berlin im Gegensatz zu Kiew Angst, fragte Kuleba öffentlich.

Ukraine-News: New York Times interviewt Scholz - Kanzler reagierte offenbar ruppig

Mit diesem Kuleba-Tweet hat die US-Journalistin Katrin Bennhold Scholz in einem Interview für die New York Times konfrontiert. Die Reaktion des Kanzlers war wohl einigermaßen „gereizt“, wie Bennhold in ihrem Artikel schreibt. Seine ausweichende Antwort: „Führung bedeutet nicht, dass man das tut, was andere von einem fordern. Führung bedeutet, die richtigen Entscheidungen zu treffen und sehr stark zu sein. Und das ist es, was ich tue.“

Allgemein sei das Interview mit Scholz recht angespannt gewesen, berichtet die Journalistin. „Für einen Kanzler, dessen roboterhafte Art ihm schon lange den Spitznamen „Scholz-o-mat“ eingebracht hat, gab es Momente, in denen Herr Scholz überraschend emotional war“, schreibt sie - vor allem bei herausfordernden Fragen.

Angela Merkel: Die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel (CDU) im Scheinwerferlicht
Die Kanzlerin im Scheinwerferlicht: Angela Merkel (CDU) hat eine beeindruckende Karriere vorzuweisen. © Ina Fassbender/dpa
Helmut Kohl und Angela Merkel beim Parteitag der CDU
Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und seine damals neu gewählte Stellvertreterin, Frauenministerin Angela Merkel (CDU) bei einem Parteitag. (1991) © Michael Jung/dpa
Gerhard Schröder und Angela Merkel geben sich die Hand
Der bisherige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) übergibt das Bundeskanzleramt an die neue Kanzlerin Angela Merkel (CDU). (2005) © Peer Grimm/dpa
Angela Merkel (CDU) trifft europäische Staatsmänner beim Euro-Gipfel zur Finanzkrise in Paris
Angela Merkel (CDU) spricht mit dem niederländischen Minister Jan Peter Balkenende and dem belgischen Prime Minister Yves Leterme beim Euro-Gipfel zur Finanzkrise in Paris. (2008) © Dolega/dpa
2009 wird Angela Merkel (CDU) zum zweiten Mal als Bundeskanzlerin vereidigt
Angela Merkel (CDU) wird in Berlin zum zweiten Mal als Bundeskanzlerin vereidigt. (2009) © Michael Hanschke/dpa
Angela Merkel (CDU) und Queen Elizabeth II. unterhalten sich bei einem Klimagipfel in London
Angela Merkel (CDU) und Queen Elizabeth II. unterhalten sich bei einem Klimagipfel in London. (2009) © dpa
Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama mit der Freiheitsmedaille in Washington
Angela Merkel (CDU) erhält die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA, von US-Präsident Barack Obama in Washington. (2011) © Rainer Jensen/dpa
Angela Merkel (CDU) stimmt bei der Abstimmung zum Energiegesetz für den Atomausstieg
Angela Merkel (CDU) stimmt bei der Abstimmung zum Energiegesetz für den Atomausstieg. (2011) © Michael Kappeler/dpa
Shinzo Abe, Angela Merkel (CDU), Wladimir Putin, David Cameron und Barack Obama beim G8 Gipfeltreffen
Die Teilnehmer des G8 Gipfeltreffens, der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe (l-r), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der russische Präsident Wladimir Putin, der britische Ministerpräsident David Cameron und US-Präsident Barack Obama. (2013) © Tim Brakemeier/dpa
Angela Merkel (CDU) legt im Bundestag in Berlin den Amtseid ab.
Angela Merkel (CDU) legt am im Bundestag in Berlin beim Parlamentspräsidenten Norbert Lammert (CDU) zum dritten Mal den Amtseid ab. (2013) © Michael Hanschke/dpa
Angela Merkel (CDU) und Joachim Gauck (parteilos) mit der deutschen Nationalmannschaft beim Gewinn des Weltmeistertitels
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck (parteilos) jubeln nach dem Gewinn des Weltmeister-Titels in der Kabine des Maracana-Stadions mit den deutschen Nationalspielern. (2014) © Guido Bergmann/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht ein Selfie mit einem Migranten
Angela Merkel (CDU) besucht eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und macht ein Selfie mit einem Migranten. Ihr Satz „Wir schaffen das“ bleibt eng mit ihrer Kanzlerschaft verbunden. (2015) © Bernd von Jutrczenka/dpa
Angela Merkel (CDU) ist auf dem Cover der ersten deutschsprachigen Ausgabe der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo
Angela Merkel (CDU) ist auf dem Cover der ersten deutschsprachigen Ausgabe der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo. (2016) © Christian Charisius/dpa
Angela Merkel (CDU) bei einer Privataudienz mit Papst Franziskus
Angela Merkel (CDU) schüttelt die Hand von Papst Franziskus bei einer Privataudienz im Vatikan. (2017) © dpa
Angela Merkel (CDU) verneigt sich am Sarg von Helmut Kohl (CDU) beim europäischen Trauerakt für den verstorbenen Altkanzler im EU-Parlament in Straßburg
Angela Merkel (CDU) verneigt sich am Sarg von Helmut Kohl (CDU) beim europäischen Trauerakt für den verstorbenen Altkanzler im EU-Parlament in Straßburg. (2017) © dpa
Angela Merkel (CDU) spricht bei einem Wahlkampfauftritt in Siegen
Angela Merkel (CDU) spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Bundestagswahl in Siegen. Der Name ist Programm: „Mutti“ wird zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt. (2017) © Oliver Berg/dpa
Angela Merkel (CDU) steckt eine Kerze an der Berliner Mauer in den Sand.
Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls steckt Angela Merkel (CDU) eine Kerze an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße in den Sand. (2019) © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel (CDU) und Donald Trump beim Nato Gipfel in London
Angela Merkel (CDU) und der damalige US-Präsident Donald Trump sind sich beim Nato Gipfel nicht ganz einig. (2019) © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel (CDU) mit Maske bei einer Bundespressekonferenz über den Lockdown und die Corona-Maßnahmen
Angela Merkel (CDU) mit einem Mund-Nasenschutz bei einer Bundespressekonferenz über den Lockdown und die weiteren Corona-Maßnahmen. (2020) © Kay Nietfeld/dpa
Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet (CDU) besuchen Flutgebiete
Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet (CDU) besuchen Flutgebiete und reden mit den Anwohnern eines betroffenen Dorfs. (2021) © Oliver Berg/dpa
Angela Merkel (CDU) füttert australische Loris im Vogelpark Marlow und wird dabei gebissen.
Sympathische Kanzlerin: Angela Merkel (CDU) füttert australische Loris im Vogelpark Marlow und wird dabei gebissen. (2021) © Georg Wendt/dpa

Scholz gibt Interview zu Ukraine-Krieg: Auf eine Frage reagierte er wohl besonders verstimmt

Ein paar Mal habe er die Journalistin wegen ihrer Fragen harsch angefahren. Zum Beispiel, als sie wissen wollte, warum Deutschland in den kommenden Jahren nicht wie versprochen zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für militärische Zwecke ausgebe. „Diese Frage zu stellen, ist nicht seriös, wenn ich ehrlich bin“, soll Scholz verstimmt erwidert haben.

Klar ist: Auf Scholz lastet enormer Druck. Es gilt, eine Balance zu finden zwischen dem Willen, die Ukraine zu unterstützen und dem Risiko einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland.

Russlands Präsident Wladimir Putin eskaliert den Krieg derzeit zusehends. So will er ukrainische Gebiete mit Scheinreferenden völkerrechtswidrig annektieren und mobilisiert 300.000 russische Reservisten für die Front. Zeitgleich schickt Russland immer wieder nukleare Drohungen an die Welt - indirekt, so wie Putin in einer TV-Ansprache vergangene Woche, oder direkt, so wie sein Vertrauter Dimitri Medwedew jetzt auf Telegram. (smu)

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