Getreide-Deal-Aus: Russland droht im Schwarzen Meer - Putin äußert sich
VonAndreas Schmid
schließen
Stefan Krieger
schließen
Auf der Krim brennt ein Militärlager. Russland attackiert den Hafen von Tschornomorsk und die ukrainische Hauptstadt Kiew. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet.
Die Entwicklung im Krieg in der Ukraine ab Donnerstag (20. Juli) können Sie in unserem neuen Newsticker verfolgen.
Update vom 19. Juli, 20.09 Uhr: Wladimir Putin schließt eine Wiederaufnahme des Getreideabkommens nicht mehr aus - allerdings nur unter russischen Bedingungen. Moskau sei vom Westen ursprünglich die Erfüllung mehrerer Forderungen zugesichert worden, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge bei einem Treffen mit Regierungsvertretern. Russland werde „sofort“ zum Abkommen zurückkehren, „sobald alle diese Bedingungen, auf die wir uns früher geeinigt haben, erfüllt sind“.
Konkreter äußerte sich Putin nicht. Russland behauptet, westliche Staaten hätten angeblich die zugesicherten Erleichterungen für russische Dünge- und Nahrungsmittelexporte nicht ausreichend umgesetzt.
Update vom 19. Juli, 19.22 Uhr: Türkisch-saudischer Deal im Ukraine-Krieg? Im Streit über nach Russland gebrachte ukrainische Kinder bemühen sich beide Länder laut einem Insider um eine Rückführung. Die Verhandlungen liefen seit mindestens April, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Insider zeigte sich allerdings skeptisch, dass eine Lösung gefunden werden könne: Kremlchef Wladimir Putin würde damit indirekt zugeben, dass er ein Kriegsverbrecher sei. Stellungnahmen der Länder liegen nicht vor.
Zuerst berichtete die Financial Times unter Berufung auf vier Insider von mehrmonatigen Verhandlungen. Die Ukraine wirft Russland vor, fast 19.500 Kinder verschleppt zu haben. Russland weist dies zurück und erklärt, sie seien in Sicherheit gebracht worden.
Schoigu reagiert auf Getreide-Deal-Aus: Russland droht im Schwarzen Meer
Update vom 19. Juli, 17.35 Uhr: Nach dem Ende des Getreide-Abkommens mit der Ukraine will Russland Schiffe in den betroffenen Gebieten des Schwarzen Meeres als mögliche Gegner einstufen. Ab Donnerstag um Mitternacht (Mittwoch, 23 Uhr MESZ) würden die Schiffe als „potenzielle Träger militärischer Fracht“ eingestuft, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Update vom 19. Juli, 16.31 Uhr: Polen, Rumänien, die Slowakei, Ungarn und Bulgarien werden gemeinsam die Europäische Union auffordern, den Importstopp für ukrainisches Getreide über die bislang geltende Frist bis zum 15. September hinaus zu verlängern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Aussagen des ungarischen Landwirtschaftsministers Istvan Nagy.
Update vom 19. Juli, 13.59 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf den Hafen von Tschornomorsk sind nach ukrainischen Angaben rund 60.000 Tonnen Getreide zerstört worden. Ein beträchtlicher Teil der Infrastruktur in dem Hafen für den Getreideexport sei beschädigt worden, teilt Landwirtschaftsminister Mykola Solsky mit. Das Getreide hätte vor 60 Tagen verladen und verschifft werden sollen. Tschornomorsk liegt in der Oblast Odessa im Süden der Ukraine.
Putin fürchtet doch Haftbefehl: Russland-Präsident tritt BRICS-Reise nicht an
Update vom 19. Juli, 13.20 Uhr: Wladimir Putin wird nicht am Treffen der Brics-Staaten in Südafrika im August teilnehmen. Das teilte das Büro des südafrikanischen Präsidenten am Mittwoch mit. Grund ist ein vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) erlassener Haftbefehl gegen Putin. Südafrika hätte den russischen Präsidenten bei der Einreise festnehmen müssen.
Update vom 19. Juli, 11.50 Uhr: Nach Ansicht hoher ukrainischer Militärs plant Russland einen massiven Angriff in der nordöstlichen Region Charkiw. Dies meldet sky.news. Der Sprecher der ukrainischen Armee, Oberst Serhi Tscherewaty, schrieb in eine Telegram-Post, Russland habe „eine sehr starke Gruppe“ auf den Angriff auf die Stadt Kupjansk, knapp 100 km von Charkiw entfernt, vorbereitet. Nach seinen Angaben sind mehr als 100.000 Soldaten, 900 Panzer und 550 Artilleriesysteme zusammengezogen worden. Tscherewaty schrieb weiter, Russland habe ehemalige Sträflingsbataillone beauftragt, sich auf die kommende Schlacht vorzubereiten.
Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maljar teilte mit, dass ein Angriff auf Kupjansk ein Ablenkungsmanöver sein könnte, um den Druck auf das Schlachtfeld in Gebieten zu verringern, in denen die Ukraine Boden gewonnen hat. Russland hatte Kupjansk innerhalb wenige Tage nach Start der Invasion eingenommen, die Ukraine eroberte die Stadt im vergangenen September zurück.
Aktuelle Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: Kiew meldet hohe Verluste Russlands
Update vom 19. Juli, 10.45 Uhr: Russland scheint im Ukraine-Krieg weiter hohe Verluste hinnehmen zu müssen. Laut Angaben der Ukraine sollen mittlerweile mehr als 239.000 russische Soldaten gefallen und mehr als 4.100 Panzer vernichtet worden sein. Diese aktuellen Angaben der ukrainischen Militärführung lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland selbst macht keine Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg.
Soldaten: 239.480 (+470 zum Vortag)
Panzer: 4123 (+4)
Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8059 (+8)
Artilleriesysteme: 4573 (+31)
Mehrfach-Raketenwerfersysteme: 689 (+0)
Fahrzeuge und Tanklaster: 7105 (+19)
Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 3885 (+46)
Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 19. Juli 2023
Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli). Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden.
Update vom 19. Juli, 10.05 Uhr: Kyrylo Budanow, der Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, hat sich zur Explosion auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim geäußert. Nach einem Feuer auf einem Militärgelände sprach er von einem „erfolgreichen Einsatz“. Budanow erklärte, dass auf der besetzten Krim eine Aktion erfolgreich durchgeführt wurde. Der Gegner, so Budanow, verschweige jedoch das genaue Ausmaß des Schadens und die Anzahl der Verluste. Das Statement wurde über den Onlinedienst Telegram bekannt gegeben.
Anm. der Redaktion:Die ukrainischen Behörden haben inzwischen klargestellt, dass die Äußerungen von Budanow von einem nicht-offiziellen Telegram-Account verbreitet wurden und falsch sind.
In einem nicht verifizierten Videoclip ist angeblich der Brand auf dem Truppenübungsplatz auf der von Russland annektierten Krim zu sehen.
July 19th, multiple secondary explosions at the Starokrymsky training ground in Crimea, which has been used, among other things, to train the 56th Guards Air Assault Regiment of the Russian army. pic.twitter.com/oj1CgZt1io
Ukraine-Krieg: Russland steckt am Dnipro im Dilemma
Update vom 19. Juli, 9.30 Uhr: Die russischen Besatzungstruppen in der Ukraine sind nach Einschätzung britischer Militärexperten am südlichen Lauf des Flusses Dnipro mit einem Dilemma konfrontiert. Seit Anfang Juli gebe es dort heftigere Kämpfe, hieß es im täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch (19. Juli). Neben schweren Gefechten am östlichen Flussufer um einen kleinen ukrainischen Brückenkopf seien auch Inseln im Dnipro-Delta umkämpft.
„Beide Seiten nutzen kleine, schnelle Motorboote und die Ukraine hat erfolgreich taktische, unbemannte Einweg-Fluggeräte eingesetzt, um einige russische Boote zu zerstören“, hieß es in der Mitteilung. Russland sei nun mit dem Dilemma konfrontiert, ob es auf diese Bedrohungen reagiere und die Kräfte am Dnipro zulasten der bereits ausgedünnten Einheiten im Oblast Saporischschja verstärke, die mit der ukrainischen Gegenoffensive konfrontiert seien.
Update vom 19. Juli, 6.55 Uhr: Nach einem Brand auf einem militärischen Gelände auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim müssen 2000 Menschen aus der näheren Umgebung evakuiert werden. Betroffen seien die Einwohner von vier Ortschaften, teilt der örtliche Gouverneur Sergej Axjonow per Telegram mit. Wegen des Feuers sei die Autobahn Tawrida gesperrt worden. Die ukrainische Nachrichtenagentur RBC-Ukraine berichtet, es sei zu Explosionen auf dem militärischen Gelände gekommen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Update vom 19. Juli, 5.45 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wehrten nach Angaben der Militärverwaltung die Luftabwehrsysteme einen erneuten nächtlichen Angriff Russlands ab. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, er habe Explosionen gehört und Rauch in der Nähe von Kiew aufsteigen sehen.
Wieder Luftangriffe auf Hafenstadt Odessa
Kiew – Die ukrainischen Luftabwehrsysteme sind nach Angaben des Gouverneurs der Region die zweite Nacht in Folge gegen einen russischen Luftangriff auf die Hafenstadt Odessa im Einsatz. „Bleiben Sie von Fenstern fern, schießen Sie nicht und geben Sie keine Informationen über die Luftverteidigungskräfte preis“, sagt Gouverneur Oleh Kiper auf der Nachrichten-App Telegram. Im gesamten östlichen Teil der Ukraine herrscht seit kurz nach Mitternacht Luftalarm.
Der für den Getreideexport wichtige Hafen in Odessa setzt ukrainischen Meldungen seine Arbeit auch während der russischen Angriffe fort. Russland versuche, „die ganze Welt in Angst und Schrecken zu versetzen, vor allem diejenigen, die für den Getreidekorridor arbeiten wollen … Ukraine, die Türkei und die Vereinten Nationen“, sagt Serhij Bratschuk, Sprecher der Militärverwaltung von Odessa, in einer Sprachnachricht auf seinem Telegram-Kanal. „Aber ich denke, dass alle normalen, vernünftigen Menschen auf uns schauen werden und sagen: Odessa hatte keine Angst, hat keine Angst und wird keine Angst haben - wir werden arbeiten.“
Aktuelle Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: Kiew meldet hohe Verluste Russlands
Das US-Militär tritt der Vorstellung entgegen, die Gegenoffensive der Ukraine sei gescheitert. Dies sei keineswegs der Fall, erklärt Generalstabschef Mark Milley: „Es ist weit davon entfernt, gescheitert zu sein. Ich denke, es ist viel zu früh, um so eine Einschätzung abzugeben.“ Es werde noch viele Kämpfe geben. „Und ich bleibe bei dem, was wir zuvor gesagt haben: Es wird lang dauern. Es wird schwer werden. Es wird blutig sein.“ Es seien verschiedene Szenarien für die ukrainischen Vorstöße vorhergesagt worden. Auf dem Papier sei es aber anders als in der Realität, in der komplexe Minenfelder, Stacheldraht und russische Schützengräben überwunden werden müssten. „Der echte Krieg ist unberechenbar.“ (Mit Agenturmaterial)