VonLinus Prienschließen
Die Moral der russischen Truppen in der Ukraine scheint fortwährend schlechter zu werden. Ein britischer Geheimdienstmann berichtete von der Sabotage eigener Ausrüstung.
Canberra - Der Plan Russlands, den Ukraine-Krieg innerhalb von wenigen Tagen für sich zu entscheiden, ist nicht aufgegangen. Die russische Armee musste stattdessen hohe Opferzahlen beklagen – und die Kriegshandlungen dauern mittlerweile über einen Monat an. Zudem fehlte es an Ausrüstung und Verpflegung. Weitere Informationen zum Kriegsgeschehen in der Ukraine finden Sie in unserem Militär-Ticker.
Ukraine-News: Geheimdienstinformationen des Westens - Sabotiert russische Armee ihre Ausrüstung?
Wie der Chef der britischen Geheimdienstbehörde GCHQ, Jeremy Fleming, berichtete, soll die russische Armee in der Ukraine jedoch auch selbst ihre Ausrüstung sabotiert haben. Des Weiteren sprach der britische Geheimdienstmann davon, dass russische Soldaten Befehle verweigerten. Fleming sagte bei einem Vortrag an einer australischen Universität in Canberra, Putin habe den Widerstand in der Ukraine, die Stärke der internationalen Koalition gegen ihn und die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen unterschätzt. Der russische Staatschef habe auch die Fähigkeit seines eigenen Militärs überschätzt. „Wir haben gesehen, wie russische Soldaten - denen es an Waffen und Moral mangelt - sich weigern, Befehle auszuführen, ihre eigene Ausrüstung sabotieren und sogar versehentlich ihre eigenen Flugzeuge abschießen“, sagte Fleming.
Er gehe außerdem davon aus, dass Putin die Lage massiv falsch eingeschätzt habe und seine Berater „Angst haben, ihm die Wahrheit zu sagen“. Der Kreml wies solche westlichen Geheimdienst-Erkenntnisse zurück. „Es zeigt sich, dass weder das Außenministerium (der USA) noch das (US-Verteidigungsministerium) Pentagon echte Informationen darüber haben, was im Kreml passiert“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.
Ukraine-Krieg: Könnten vermehrt Söldner eingesetzt werden?
In der Vergangenheit gab es bereits Berichte über Söldner, die in der Ukraine eingesetzt wurden. Ob dies stimmt, beziehungsweise in welchem Ausmaß, lässt sich nicht klar sagen. Ankündigungen, man würde besonders brutale Söldner einsetzen, könnten auch zur Kriegspropaganda Russlands dazugehören. Fleming warnte jedoch davor, dass Russland tatsächlich vermehrt auf Söldner setzen könnte, um die Verluste bei den eigenen Landsleuten zu verringern. Die Einschätzungen des Experten lassen darauf schließen, dass Russland trotz der Friedensverhandlungen, den Krieg in der Ukraine weiter führen wird. Weitere Informationen zu den Verhandlungen im Ukraine-Krieg finden Sie auf unsrem News-Ticker. (lp/AFP)
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