Doch bis die neuen Waffen und Munition vor Ort sind, dauert es noch. Und die Experten des US-amerikanischen Instituts für Kriegsforschung (ISW) gehen davon aus, dass die Invasoren aus Russland bis dahin ihre Angriffe noch verstärken könnten.
60 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Ukraine
Am Samstag (20. April 2024) verabschiedete das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf über zusätzliche Haushaltsmittel, der der Ukraine Hilfe in Höhe von etwa 60 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellt. Die Republikaner mit Donald Trump hatten dies zuvor lange torpediert. Als reine Formsache gilt es, dass der Gesetzentwurf nun noch vom Senat genehmigt und von Präsident Joe Biden unterzeichnet wird.
Dann folgen logistische Hürden, bis die neuen Waffen und Güter auch in der Ukraine an der Front ankommen. Alles in allem werde es wahrscheinlich einige Wochen dauern, bis die Lieferungen auf dem Schlachtfeld im Ukraine-Krieg Wirkung zeigen.
Bis dahin heißt es durchhalten für die Ukraine: „Die Situation an der Front wird sich daher in dieser Zeit wahrscheinlich weiter verschlechtern, insbesondere wenn die russischen Streitkräfte ihre Angriffe verstärken, um das begrenzte Zeitfenster bis zum Eintreffen neuer US-Hilfe zu nutzen“, heißt es im Bericht des ISW. Wenn die US-Hilfe aber schnell eintrifft, glauben die Experten, dass die Ukraine den Angriff Russlands eindämmen könne. Die Ukraine habe mehr Spielraum, sobald klar sei, wann die Lieferungen eintreffen.
Ukraine, Charkiw: Durch einen der heftigsten Luftangriffe in mehr als zwei Jahren Angriffskrieg hat Russland im März schwere Schäden am Energiesystem der Ukraine angerichtet. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw fiel der Strom komplett aus (Archivbild)
Experten über Ukraine-Krieg: Russland wird Raketen- und Drohnenangriffe intensivieren
Welche Art Angriffe sind von Russland zu erwarten? Die Experten gehen davon aus, dass die Russen in den kommenden Wochen wahrscheinlich ihre Offensivoperationen sowie Raketen- und Drohnenangriffe intensivieren werden. Hilfreich dabei sei das trockene Klima im Frühling. Ein massiver Durchbruch der Kreml-Truppen sei trotzdem nicht zu erwarten.
Trotz der sich verschlechternden Lage der Ukraine habe Russland in den vergangenen sechs Monaten nur taktische Erfolge erzielt, heißt es. Die Frontlinie werde daher nicht zusammenbrechen. In fragil erscheinenden Frontabschnitten wie etwa westlich von Awdijiwka könnte Russland dennoch erhebliche Fortschritte erzielen. Die geplante russische Großoffensive im Juni muss wohl wegen der neuen US-Hilfen umgeplant werden, mutmaßen die Analysten.
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Ukraine ist in Verteidigung gegen Russland in Defensive geraten
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Nach dem weitgehenden Scheitern ihrer Sommeroffensive 2023 ist die ukrainische Armee in den vergangenen Monaten in die Defensive geraten. Ihr fehlen Artilleriemunition, eigene Flugzeuge und Mittel zur Abwehr russischer Kampfjets.
An der Front rücken zahlenmäßig überlegene russische Truppen in kleinen Schritten vor. Im ukrainischen Hinterland haben schwere Raketen- und Drohnenangriffe wichtige Teile der Stromproduktion zerstört. (cgsc mit dpa)