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Putin bald pleite? Russland bedient Gläubiger nicht mehr

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Russland ist reich. Doch trotz Öl und Gas kann das Putin-Land die Auslandsschulden gerade nicht tilgen – wegen der Sanktionen. Jetzt droht der Zahlungsausfall.

Berlin – Die Sanktionen bringen Putin in die Bredouille: Russland steht offenbar vor einem Zahlungsausfall auf Auslandsschulden. Nach dem Auslaufen einer Schonfrist haben Investoren aus Taiwan den Ausfall von Zinszahlungen aus russischen Staatsanleihen beklagt. Insgesamt soll es um 100 Millionen US-Dollar gehen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Sollte das Geld nicht kommen, wäre es der erste Zahlungsausfall seit 100 Jahren. Der Kreml wehrt sich aber gegen die Spekulation, wonach das Land von Wladimir Putin pleite sein soll.

Ukraine-News: Sanktionen treiben Russland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit

Der Hintergrund ist kompliziert. Am Sonntag war eine Frist zur Zahlung der 100 Millionen Dollar an Zinsen für zwei Fremdwährungsanleihen ausgelaufen. Eigentlich sollte Russland die Zahlungen schon am 27. Mai leisten. Doch nachdem dies nicht passiert war, begann eine Schonfrist von 30 Tagen. Formal wäre diese am Sonntagabend vorbei gewesen. Juristen halten es aber auch für möglich, dass der erste Arbeitstag, also der Montag, als Fristende angesehen werden könnte.

Hat Probleme mit der Zahlungsfähigkeit: Russlands Präsident Wladimir Putin.

Der Kreml wirft der Politik des Westens vor, Russland künstlich in die Zahlungsunfähigkeit treiben zu wollen. Durch den Erlass unterschiedlicher Sanktionen wurde das Land zu Beginn des Ukraine-Krieges auch vom internationalen Finanzsystem Swift ausgeschlossen. Deswegen kann Moskau weder auf den Großteil seiner Finanzreserven im westlichen Ausland zugreifen, noch heimische Reserven an westliche Gläubiger weiterleiten.

Ukraine-News: Putin pleite? Russlands Finanzminister wehrt sich gegen Spekulation

Russlands Finanzminister Anton Siluanow hatte den Vorgang aber bereits als „Farce“ bezeichnet. Wegen seiner Öl- und Gaseinnahmen habe Russland eine gewaltige Devisenreserve, stellte er klar. Jeder, der die Vorgänge kenne, wisse, dass es sich nicht um einen Zahlungsausfall handele.

Rubriklistenbild: © Dmitri Lovetsky/dpa

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