VonJens Kiffmeierschließen
Das Vorgehen Russlands im Ukraine-Krieg wird immer brutaler. Für die SPD sind das Anzeichen für einen Machtverfall von Wladimir Putin. Ein Erfolg der Sanktionen?
Berlin/Moskau – Mission nicht erfüllt: In der deutschen Politik wächst die Hoffnung auf eine Kehrtwende im Ukraine-Krieg. So stempelte SPD-Außenpolitiker Michael Roth Russland bereits zum Verlierer. „Putin und Russland sind in der Ukraine längst gescheitert“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im ZDF-Morgenmagazin. Hinter dem brutalen Vorgehen der Invasoren verberge sich seiner Einschätzung nach ein „Akt der Verzweiflung“, fügte er hinzu. Er sei sich sicher, dass die Ukraine den Krieg gewinnen könne.
Ukraine-News: SPD-Außenpolitiker sieht Präsident Wladimir Putin im Ukraine-Krieg am Ende
Der SPD-Außenexperte reagierte damit auf die jüngsten Entwicklungen. Nachdem Russland den Ukraine-Krieg mit einer Großoffensive auf weite Landesteile begonnen hatte, musste Präsident Wladimir Putin die Ziele in den vergangenen Wochen ändern und die Kämpfe in die Ostukraine verlagern. Von dort häufen sich aber die Meldungen über großflächige Zerstörungen und viele Kriegsverbrechen, die im Windschatten des Feldzuges stattfinden.
Ukraine-Krieg: Generalmobilmachung am 9. Mai als Zeichen der Schwäche für Putin?
Westliche Militärexperten fürchten nun aber, dass Russland wegen der vielen unerwarteten Rückschläge mit einer Generalmobilmachung am 9. Mai zum Gegenschlag ausholen könnte. Inwieweit Putin dazu aber in der Lage ist, bleibt abzuwarten. Zuletzt rankten sich auch viele Spekulationen zu seinem Gesundheitszustand.
Unabhängig von der Mobilmachung könnte sich die Lage für Russland aber weiter verschärfen. Neben gezielten Waffenlieferungen unterstützt der Westen die Ukraine im Kampf gegen Russland auch mit immer weiteren Sanktionen. Am Mittwoch hatte die Europäische Union (EU) das sechste Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht und ein umfassendes Ölembargo angekündigt. Für Außenexperte Roth genau der richtige Schritt. Russland könne seine Exporte nicht so einfach auf andere Abnehmer umstellen. Deshalb treffe die Sanktion Putin an einer sehr empfindlichen Stelle, so Roth.
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