Update, 28. Dezember, 7:29 Uhr: Das heutige Treffen zwischen Trump und Selenskyj über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs wird um etwa zwei Stunden vorgezogen. Das bilaterale Gespräch ist nun für 13 Uhr Ortszeit (19 Uhr unserer) Zeit angesetzt, wie das Weiße Haus laut n-tv mitteilte.
Update, 28. Dezember, 6:39 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in Uniform von seinem Generalstab über angebliche neue Eroberungen in der Ukraine informieren lassen. Putins Auftritt in Uniform kurz vor einem am heutigen Sonntag in Florida geplanten Treffen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump dürfte kein Zufall sein.
Der Kremlchef fordert Selenskyj seit längerem zum Rückzug ukrainischer Truppen im Donbass auf als einen Weg zu einem Waffenstillstand. Putin sagte, dass sich Russland den Donbass – dazu gehören die Gebiete Donezk und Luhansk – auch militärisch einverleiben könne. Er warf Selenskyj in einem vom Kreml am Samstagabend veröffentlichen Clip vor, kein Interesse an einem Friedensabkommen zu haben.
Vor dem neuen Treffen Selenskyjs mit Trump ließ sich Kremlchef Wladimir Putin demonstrativ von seinem Generalstab über angebliche neue Eroberungen in der Ukraine informieren. (Archivbild)
„Und wenn der Machtapparat in Kiew nicht bereit ist, die Angelegenheit friedlich zu regeln, dann werden wir alle vor uns liegenden Aufgaben im Rahmen der speziellen Militäroperation mit Waffengewalt lösen“, sagte Putin. Spezielle Militäroperation ist die offizielle Bezeichnung in Russland für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 21:30 Uhr: Der ukrainische Generalstab dementiert die Behauptungen Russlands über die Einnahme der Städte Huljajpole und Myrnohrad. Demnach sei die Lage in beiden Städten „komplex“ und „schwierig“, allerdings würden ukrainische Einheiten Operationen gegen die angreifenden russischen Soldaten fortsetzen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Unian unter Berufung auf den Generalstab. Bislang sei den Russen eine Einnahme nicht gelungen.
Update, 19:35 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium behauptet die Einnahme der Stadt Huljajpole in Saporischschja. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass veröffentlichte Aufnahmen der Zusammenstöße. Demnach wurde Kreml-Chef Wladimir Putin über die Kontrolle der Stadt informiert. Putin selbst sagte laut der Agentur, Huljajpole sei die zweitgrößte Stadt von Saporischschja und die Einnahme ebne den Weg für weitere Angriffe. Weiter hieß es, die Ukraine scheine den Krieg nicht mit friedlichen Mitteln beenden zu wollen. Daher sei man bereit, die Probleme mit militärischen Mitteln zu lösen. Moskau behauptet zudem die Einnahme von Stepnogorsk, ebenfalls in Saporischschja, und Rodinskoye, Artemowka sowie Myrnohrad in Donezk.
Update, 14:25 Uhr: Vor seinem Besuch in den USA spricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj heute noch mit seinen europäischen Verbündeten, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Angaben einer Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel zufolge findet am Abend ein Telefonat mit Selenskyj, der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und einigen europäischen Staats- und Regierungschefs statt.
Update, 13:25 Uhr: Kiew ist in der Nacht von schweren russischen Luftschlägen getroffen worden. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko gab in seinem Telegram-Kanal nun neue Details bekannt. Mehr als zwei Dutzend Menschen sind demnach verletzt worden. Zudem berichtete er von Bränden in zwei Hochhäusern sowie anderen Gebäuden.
Heftiger Angriff auf Kiew: Die Bilder der Zerstörung
An mehreren Stellen in Kiew seien auch Autos in Brand geraten, teilte Klitschko weiter mit. In mehr als 4000 Wohnhäusern sei die zentrale Wärmeversorgung ausgefallen. Auch 187 Kindergärten, 138 Schulen und 22 soziale Einrichtungen seien ohne Heizung, teilte Klitschko mit. „Energieversorger und Kommunalbetriebe arbeiten daran, die Energie- und Wärmeversorgung wiederherzustellen.“
Ukraine-News: Russland attackiert Kiew – Tausende Wohngebäude ohne Heizung
Update, 12:20 Uhr: Russland übt vor dem Treffen des ukrainischen Staatschefs Selenskyj mit US-Präsident Trump weiter massiv militärischen Druck aus. Nach einem Nachtangriff ist in einem Drittel der ukrainischen Hauptstadt Kiew die Heizung ausgefallen. Dies teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X mit. Die Temperatur in der Hauptstadt liegt bei etwa null Grad Celsius. Nach Angaben von Selenskyj hat Russland bei seinen Attacken fast 500 Drohnen und 40 Raketen eingesetzt. Wenn Russland selbst die Weihnachts- und Neujahrszeit in eine Zeit zerstörter Häuser und Kraftwerke verwandle, könne auf dieses „krankhafte Vorgehen“ nur mit „wirklich starken Schritten“ geantwortet werden, schrieb er auf X.
Ukraine-News: Polen reagiert auf russische Luftangriffe
Update, 11:05 Uhr: Wegen der russischen Luftangriffe auf die Ukraine vor dem Trump-Selenskyj-Treffen in den USA hat Polen in der Nacht vorübergehend zwei Flughäfen geschlossen. Das teilte die nationale Flugsicherungsagentur Pansa auf der Plattform X mit. Betroffen waren demnach die Flughäfen in Rzeszow und Lublin, die beide nahe an der Grenze zur Ukraine liegen. Das Oberkommando der polnischen Streitkräfte hatte schon zuvor bekanntgegeben, dass Kampfjets aufgestiegen seien, um den Luftraum Polens zu schützen. Das gilt als Routinemaßnahme. Gewöhnlich werden deshalb aber nicht zugleich polnische Flughäfen geschlossen.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern
Erstmeldung: Moskau – Russland hat der Ukraine vorgeworfen, die Gespräche über ein Ende des Ukraine-Krieges zu „torpedieren“. Vor dem für Sonntag (28. Dezember) in Florida geplanten Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump übte Moskau scharfe Kritik am überarbeiteten Friedensplan. Der neue Entwurf sei „radikal anders“ als der Text, über den Moskau mit Washington verhandelt habe, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow.
Die Ukraine und ihre Unterstützer – allen voran die EU, die „nicht für eine Einigung“ in dem Konflikt sei – hätten ihre „Bemühungen verstärkt, sie zu torpedieren“, sagte Rjabkow im russischen Fernsehen. „Ohne angemessene Lösung der Probleme, die zu dieser Krise geführt haben, wird es ganz einfach unmöglich sein, zu einer abschließenden Einigung zu gelangen“, betonte der russische Vize-Außenminister.
Im Gespräch mit dem US-Portal Axios deutete Selenskyj die Bereitschaft für ein Referendum über den Friedensplan an, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Russland zu einer mindestens 60 Tage dauernden Feuerpause bereit sei. US-Beamte befürworteten laut Axios einen kürzeren Zeitraum. Selenskyj hat jedoch Zweifel, ob Russland dem Plan Trumps zustimmen wird. „Ich habe einige Informationen, aber ich bin an einem Punkt, an dem ich nur die Worte von Führungspersonen glauben möchte.“
Selenskyj erklärte, bei seinem persönlichen Gespräch mit Trump würden „sensible“ Themen wie der Streit um die Region Donbass oder die Zukunft des Atomkraftwerks Saporischschja zur Sprache kommen. Außerdem werde es um mögliche bilaterale Abkommen zwischen Washington und Kiew etwa zu Sicherheitsgarantien gehen. Trump betonte, es sei nichts beschlossen, solange er kein grünes Licht gebe. Selenskyj „hat nichts, solange ich nicht meine Zustimmung gebe“, sagte er gegenüber Politico. „Wir werden also sehen, was er hat“, fügte Trump hinzu.
In Kiew ereigneten sich indes am frühen Samstagmorgen heftige Angriffe. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von lauten Explosionen, von denen einige von Blitzen begleitet wurden, die den Nachthimmel erhellten. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte auf Telegram: „Explosionen in der Hauptstadt. Die Luftabwehr ist im Einsatz. Bleiben Sie in Schutzräumen.“
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Drohnen und Raketen bewegten sich auf mehrere ukrainische Gebiete zu, darunter Kiew. Die Behörden gaben in den frühen Morgenstunden einen landesweiten Luftalarm heraus. (Quellen: dpa, AFP) (cs)