VonMarc Dimitriuschließen
Ein Kreml-Sprecher widerspricht den Spekulationen, dass aufgrund des Ukraine-Krieges Atomwaffen eingesetzt werden könnten. Doch sicher, was Putin mit seiner Drohung meinte, ist er nicht.
Moskau - Kremlsprecher Dmitri Peskow ist wiederkehrenden Spekulationen über den möglichen Einsatz nuklearer Waffen durch Moskau im Ukraine-Konflikt energisch entgegengetreten. „Niemand in Russland denkt an den Einsatz oder auch nur an die Idee eines Einsatzes von Atomwaffen“, sagte Peskow im Gespräch mit der amerikanischen Fernsehkette PBS am Montag.
Ukraine-Krieg laut Russland kein Grund für den Einsatz nuklearer Waffen
Moskau gehe davon aus, dass alle Aufgaben der „speziellen Militäroperation“, wie Russland die Invasion in die Ukraine nennt, erfüllt werden. Doch wie auch immer diese Aktion ausgehe, werde dies kein Grund für den Einsatz nuklearer Waffen sein, sagte Peskow. Er bekräftigte, dass Russland sein Atomwaffenarsenal nur bei einer „Bedrohung der Existenz Russlands“ einsetzen werde. Die staatliche Existenz Russlands und die Ereignisse in der Ukraine hätten „nichts miteinander zu tun“.
Die Sorge im Westen über mögliche Atomwaffenpläne Moskaus war gestiegen als Präsident Wladimir Putin zum Auftakt des Angriffskrieges in der Ukraine eine erhöhte Alarmbereitschaft der russischen Nuklearstreitkräfte anordnete. Doch schon damals zeigte sich Osteuropa- und Militärexperte Gustav Gressel gegenüber Merkur.de sehr skeptisch, dass Putin sich dazu entscheidet, seine Atomwaffen gezielt einzusetzen. Denn er wisse, wie die Nato darauf reagieren würde.
Kreml-Sprecher denkt nicht, dass Putin mit Drohung Atomangriff meinte
Die Alarmbereitschaft bedeutet nur, dass die Kommandolinks hergestellt wurden, um überhaupt einen Abschussbefehl geben beziehungsweise eine Waffe armieren zu können. Außerdem bedarf es einiger Schritte, um genau zu sein, sogar eine ganzen Befehlskette, um die russischen Atomwaffen abzufeuern. Putin könne nicht einfach alleine per Knopfdruck Atomwaffen abschießen.
Sorge machte auch, dass Länder, die sich in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine einmischten, mit Konsequenzen rechnen müssten, „wie sie sie noch nie erlebt haben“. Peskow sagte nun dazu: „Ich denke, dass jeder versteht, was er damit meinte.“ Auf die direkte Nachfrage des PBS-Journalisten, ob damit ein Atomwaffen-Einsatz gemeint gewesen sei, blieb der Kremlsprecher allerdings eher im Ungewissen: „Nein, ich denke nicht.“ (md mit dpa)
