Parteien-Beliebtheit und Kanzlerpräferenzen

Ohrfeige für Grüne: Habeck-Partei fällt auf tiefsten Umfrage-Wert seit fünf Jahren

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Die Grünen erreichen in Umfragen einen neuen Tiefpunkt. Viele sind mit der Ampel-Regierung unzufrieden - trotz positiver Halbzeitbilanz ihrer Arbeit.

Berlin - Deutschland ist mit der Arbeit der Ampel-Koalition offenbar in großen Teilen unzufrieden. Das legt zumindest die aktuelle Ausgabe des wöchentlichen „Trendbarometers“ von RTL und ntv nahe. Vor allem die Grünen haben zu kämpfen: Vizekanzler Robert Habeck scheint einer möglichen Kanzlerkandidatur denkbar fern zu sein, würde eine Wahl bevorstehen.

Wie die Ergebnisse der am Dienstag (12. September) veröffentlichten Umfrage zeigen, liegt die Zustimmung für die Grünen in der Bevölkerung bei 13 Prozent und hat damit einen neuen Tiefpunkt erreicht. Im Mai 2023 erreichte die Partei noch eine Zustimmung von 15 Prozent, die sich seitdem größtenteils auf einem stabilen Wert einpendelte. Seit Mitte August sinkt der Wert jedoch stetig ab. Einen Wert so niedrig wie die aktuellen 13 Prozent hatte es seit Beginn der Umfragen im Oktober 2021 noch nicht gegeben.

Die Grünen erreichen in aktueller Parteien-Umfrage neuen Tiefpunkt - Habeck muss einstecken

Während die FDP einen niedrigen, aber stabilen Wert von sieben Prozent beibehält, gewann die SPD einen Prozentpunkt seit vergangener Woche hinzu. Sie rangiert mit 17 Prozent somit weiterhin auf Platz Drei. Die Union liegt laut dem Trendbarometer mit 27 Prozent weiterhin vorne und veränderte sich zur Vorwoche nicht. Ebenso wenig die AfD, die weiterhin mit 21 Prozent auf Platz Zwei liegt.

Grünen-Parteitag in Bonn: Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Insbesondere bei den Kanzlerpräferenzen muss Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck einstecken. Würde seine Parteikollegin Annalena Baerbock aktuell als Kanzlerkandidatin antreten, würde sie mit 17 Prozent Zustimmung auf ein leicht besseres Ergebnis kommen als Habeck mit 16 Prozent. In beiden Fällen erreicht Bundeskanzler Scholz die besten Werte, gefolgt vom CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz.

Ampel-Regierung mit beachtlicher Halbzeitbilanz - Parteien trotzdem weiterhin unbeliebt

Dabei fällt die Halbzeitbilanz der Ampel-Regierung laut einer weiteren Studie recht beachtlich aus, wenn man den Fokus auf die Zahl der inzwischen eingelösten Versprechen aus dem Koalitionsvertrag legt. Zur Halbzeit hat die Ampel demnach 38 Prozent ihrer 453 Koalitionsversprechen vollständig oder teilweise eingelöst. Weitere 12 Prozent befinden sich „im Prozess ihrer Erfüllung“, hieß es in einer ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Untersuchung, der eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung zusammen mit der Universität Trier und der Denkfabrik „Das Progressive Zentrum“ zugrunde liegt.

Trotz der soliden Halbzeitbilanz zeigte eine zusätzlich erfolgte Umfrage der Stiftung und Universität ebenfalls, dass die Ampel-Regierung weiterhin in einem schlechten Licht steht. So waren nur zwölf Prozent der Menschen in Deutschland der Meinung, dass von den vereinbarten Koalitionsversprechen „alle, fast alle oder ein großer Teil“ umgesetzt sind. Stiftungsautor Robert Vehrkamp sagte dazu, dass eine „sehr vielversprechende“ Halbzeitbilanz von „öffentlich inszeniertem Koalitionsstreit und vielen offenen Baustellen“. überlagert werde. Im Kontrast zu einem vergleichsweise hohen Umsetzungsgrad werde die Ampel von vielen als „Streitkoalition“ gesehen. (nz mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Frank Ossenbrink/Imago

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