Die militärische Unterstützung der Ukraine stößt in Deutschland einer aktuellen Umfrage zufolge weiter auf Zustimmung.
Mainz in Deutschland - Laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-“Politbarometer“ wollen fast drei Viertel der Menschen hierzulande die bisherigen Hilfen beibehalten oder sogar noch ausweiten.
Demnach sprechen sich 40 Prozent der Befragten für eine Beibehaltung der militärischen Unterstützungsmaßnahmen aus, 32 Prozent befürworten eine Ausweitung. Für weniger militärische Unterstützung plädieren 23 Prozent.
Kommenden Freitag jährt sich der Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine zum ersten Mal. Seither befindet sich das Land in einem blutigen Abwehrkampf gegen russische Streitkräfte, die einen Teil des Staatsgebiets besetzten. Die Zivilbevölkerung der Ukraine leidet schwer unter dem Krieg, es gab zahllose Tote und Verletzte. Millionen Menschen flohen ins Ausland.
Die USA, die europäischen Staaten und zahlreiche weitere Staaten wie etwa Japan unterstützen die Ukraine in verschiedenen Bereichen massiv, darunter durch die Lieferung von Munition und Waffen. Jüngst fiel nach kontroverser Debatte die Entscheidung, moderne westliche Kampfpanzer bereitzustellen.
Laut aktuellem „Politbarometer“ stiegen in Deutschland zuletzt indessen die Zweifel daran, dass die Ukraine den Krieg gewinnen könnte. 46 Prozent der Menschen in Deutschland beurteilten deren Siegchancen skeptisch. Bei einer vorangegangenen „Politbarometer“-Befragung im November waren es 40 Prozent.
Für das repräsentative „Politbarometer“ befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 14. und 16. Februar 1361 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. bro/pw
Pistorius hofft auf weitere Panzerlieferungen der Partnerländer an die Ukraine
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hofft auf mehr Zusagen der Partnerländer zu Panzerlieferungen an die Ukraine. „Die Gespräche gehen weiter, ich gebe die Hoffnung nie auf“, sagte Pistorius am Freitag bei seiner Ankunft in München, wo am Mittag die Sicherheitskonferenz beginnt. Die grundsätzliche Bereitschaft sei da, „vielleicht bewegt sich noch etwas“.
Bei der Panzerfrage handele es sich um eine Frage der Verfügbarkeit. Die Bundesregierung versuche „jeden Tag“, die Partnerländer zu mehr Waffenlieferungen an die Ukraine zu bewegen, sagte er. Im Moment scheine es so, also ob Deutschland bei den Waffenlieferungen „an der Spitze“ stehe, während andere Länder den Prozess verzögerten.
Als erstes wollte Pistorius am Freitag im München mit Vertretern Polens und der Rüstungsindustrie über Nachschub von Munition und Ersatzteilen für die Leopard-Panzer 2A4 sprechen.
Die Münchner Sicherheitskonferenz findet von Freitag bis Sonntag in der bayerischen Landeshauptstadt statt. Zur Eröffnung am frühen Nachmittag wird sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videobotschaft an die Konferenzteilnehmer wenden. Danach werden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der französische Präsident Emmanuel Macron sprechen.
Die Konferenz steht in diesem Jahr im Zeichen des Ukraine-Kriegs. Sie sei als Format der Verständigung „wichtiger denn je“, sagte Pistorius. Die zugesagten deutschen Leopard-2-Panzer werden laut Pistorius spätestens in der letzten Märzwoche in der Ukraine sein. Er sei „ziemlich zuversichtlich“, dass die Ukraine der erwarteten russischen Offensive standhalten werde, sagte der Verteidigungsminister. ma/ju