VonFelicitas Breschendorfschließen
Bundesernährungsminister Cem Özdemir will Reklame für Süßigkeiten, Chips und Co. einschränken. Eine Mehrheit der Deutschen unterstützt sein Vorhaben.
Süßigkeiten-Spots zwischen Trickfilmen, Chips-Reklame im Internet und beim TV-Länderspiel: An Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit zu viel Zucker, Fett und Salz soll nach Plänen von Bundesernährungsminister Cem Özdemir per Gesetz eingedämmt werden. Eine Mehrheit der Deutschen hält Werbung für ungesunde Lebensmittel bei Kindern ebenfalls für problematisch.
Über die Hälfte der Bundesbürger:innen befürwortet Werbeeinschränkungen
In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch befürworteten 66 Prozent die Pläne von Özdemir, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Montag (17. Juli) berichtet.
Foodwatch-Verbraucherschutzexpertin Luise Molling sagte dem RND, nicht nur Mediziner:innen, Kinderrechts- und Verbraucherorganisationen, sondern auch eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger:innen halte Werbebeschränkungen für unausweichlich, um Fehlernährung bei Kindern zu bekämpfen. Molling appellierte an die FDP, die Pläne von Özdemir mitzutragen.
Werbeverbot für ungesunde Lebensmitteln soll werktags von 17.00 bis 22.00 Uhr gelten
Özdemir hatte Werbeverbote in „allen für Kinder relevanten Medien“ vorgeschlagen – und zwar nicht nur für reine Kindersendungen, sondern von 6 Uhr bis in den späten Abend um 23 Uhr. Ende Juni hatte er den Entwurf präzisiert: Der Vorschlag sei nun, dass diese Werbeverbote werktags von 17 bis 22 Uhr gelten sollten, samstags zusätzlich von 8 bis 11 Uhr und sonntags von 8 bis 22 Uhr, sagte er.
Mehr zum Thema: Auch Influencer:innen, die mit Kindern auf Instagram und Co werben, stehen in der Kritik.
7 Werbespots, von denen wir uns womöglich bald verabschieden müssen
Dass eine Werbung an Kinder gerichtet ist, lässt sich laut Ministerium etwa an Kindern als Darsteller:innen festmachen. Noch laufen solche Werbungen im Fernsehen, zwischen YouTube-Videos und Co.: Kinder, die mit leuchtenden Augen auf Schokolade schauen oder es nicht erwarten können, in die Chipstüte zu greifen.
Der Werbespruch „Haribo macht Kinder froh....“ geht nach dem Verbot womöglich nicht mehr in Ordnung. Dasselbe gilt für diese sieben Werbespots:
1. Rezepte mit Nutella
2. Milchschnitte
3. Kinderschokolade
Allein der Name: KINDERschokolade.
4. McDonald‘s
5. Pom-Bär
6. Milka:
7. Capri-Sun
Unter das Verbot fallen laut Ministerium auch Produkte mit Farben und Kindermotiven. Verspielte Verpackungen, die Kinder süß finden, könnte es demnach bald auch nicht mehr geben:
(Mit Material der dpa)
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