Harris liegt bei bestimmter Gruppe weit vorne – Trump spricht schon vom „Dritten Weltkrieg“
VonFelix Busjaeger
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In den USA wird bald bei der US-Wahl 2024 gewählt. Umfragen zeigen, dass Kamala Harris gegen Donald Trump Chancen hat. Besonders eine Gruppe unterstützt sie nun.
Washington, D.C. – Es sind nur noch weniger als 100 Tage bis zur US-Wahl 2024 – und eine Woche nach dem Rückzug von Joe Biden aus dem Rennen um die Präsidentschaft ist der Wahlkampf endgültig in einer neuen Phase angekommen. Kamala Harris ist die neue, starke Frau der Demokraten und zu einer ernsthaften Konkurrenz für Donald Trump geworden. Jüngste Umfragen zeigten bereits eine Trendwende und der 78-jährige Republikaner gerät zunehmend unter Druck. Der Ex-Präsident reagiert auf Harris‘ jüngsten Erfolg in gewohnter Weise: Bei seinen Auftritten attackiert Trump Harris mit zunehmender Schärfe.
Trump nennt Harris „verrückte Liberale“ – Bidens Vize soll USA ins Chaos stürzen
Harris sei eine „Versagerin auf allen Ebenen“, sagte Donald Trump bei einer Kundgebung vor Anhängern im Bundesstaat Minnesota am Samstag. Wenn eine „verrückte Liberale wie Kamala Harris“ ins Weiße Haus einziehe, sei der amerikanische Traum „tot“. Ein Wahlsieg von Harris bedeute „vier weitere Jahre des Extremismus, der Schwäche, des Versagens, des Chaos und wahrscheinlich des Dritten Weltkriegs“.
Doch Trumps wütendes Gemecker scheint einen gewissen Trend vor der US-Wahl 2024 nicht abwenden zu können: Harris liegt bei Wählern einer bestimmten Gruppe nun weit vorne. Die – bisher inoffizielle – Nachfolgerin von Joe Biden hat nämlich bei hispanischen Wählern einen deutlichen Vorsprung vor Donald Trump erreicht. Eine neue Umfrage vor der US-Wahl 2024 zeigt einen Zuwachs von 19 Prozentpunkten für die Vizepräsidentin.
Harris‘ aktueller Aufstieg kommt dabei wenig überraschend: Nach Wochen der Sorgen um Biden sorgte der Personalwechsel in den USA bei zahlreichen Gruppierungen für regelrechte Jubelstürme – und für neuen Frust bei den Republikanern.
Umfragen zur US-Wahl zeigen Trend bei Harris und Trump: Bestimmte Wählergruppe wendet sich Demokratin zu
Aktuelle Umfragen deuten auf ein enges Rennen zwischen Harris und Trump hin. Laut einer Befragung zur US-Wahl von der New York Times/Siena College liegen beide bei registrierten Wählern gleichauf bei 42 Prozent. Andere Umfragen zur Lage in den USA zeigen ein ähnliches Bild. RealClearPolitics sieht Trump mit 1,7 Prozentpunkten vorne. The Hill gibt Trump einen Vorsprung von 2,1 Punkten. Die New York Times berichtet in einer anderen Umfrage zuletzt von einem 2-Punkte-Vorsprung für den ehemaligen Präsidenten.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an
Der Zugewinn bei hispanischen Wählern kommt indes für Harris zum richtigen Zeitpunkt: Diese Bevölkerungsgruppe spielt in Swing States wie Arizona und Nevada eine entscheidende Rolle. In der Vergangenheit unterstützten hispanische Wähler mehrheitlich die Demokraten. Zuletzt gab es jedoch eine Bewegung hin zur republikanischen Partei. Biden lag in Umfragen bei dieser Gruppe nur knapp vor Trump. Harris‘ deutlicher Vorsprung könnte nun ein Gamechanger sein. Darüber berichtete unter anderem der britische Independent. Trump reagierte derweil auch auf den Angriff auf den Golanhöhen.
Harris gegen Trump bei US-Wahl: Umfragen sagen knappes Rennen voraus
Kamala Harris könnte zuletzt eine Welle der Unterstützung auslösen. Auf TikTok verbreiteten sich Pro-Harris-Memes und ihre Kampagne erhielt Spenden in Höhe von über 100 Millionen Dollar. Zudem meldeten sich 170.000 freiwillige Helferinnen und Helfer. Darüber berichtete unter anderem Newsweek. Diese Entwicklung zeigt, dass viele Demokraten Harris als starke Alternative zu Biden sehen. Dennoch zeigen die Umfragen, dass die US-Wahl 2024 ein knappes Rennen werden könnte. Es bleibt aber wichtig zu beachten, dass nationale Umfragen nicht das Wahlergebnis vorhersagen können. Aufgrund des Wahlsystems ist es entscheidend, wie die Kandidaten in den jeweiligen Bundesstaaten abschneiden.
Trotz ihres Vorsprungs bei hispanischen Wählern steht Harris vor Herausforderungen: Sie liegt noch hinter Joe Bidens Ergebnis von 2020 zurück, wie der Independent schreibt. Damals gewann Biden diese Wählergruppe mit 33 Punkten Vorsprung. Harris muss nun beweisen, dass sie Bidens Erfolg wiederholen kann. Ihr deutlicher Zugewinn seit seiner Nominierung ist ein positives Zeichen. Doch der Wahlkampf vor der US-Wahl 2024 hat gerade erst begonnen. (fbu)