Das UN-Menschenrechtsbüro hat den Iran aufgefordert, Tausende Menschen freizulassen, die in den vergangenen Wochen wegen friedlichen Protesten gegen das System festgenommen worden sind.
Genf - «Das Recht auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung sind durch die (internationale gültigen) Menschenrechte geschützt», sagte Jeremy Laurence, Sprecher des Büros, am Dienstag in Genf.
Statt einen Raum für den Dialog über legitime Beschwerden zu schaffen, reagierten die Behörden mit wachsender Schärfe auf die Proteste. Das Büro verurteilte das erste Todesurteil gegen eine Person, die an Protesten teilgenommen hatte. Wenn überhaupt müssten Todesurteile auf die allerschwersten Verbrechen beschränkt sein. Wenn kriminelle Akte nicht zu direkten und absichtlichen Tötungen führten rechtfertige dies niemals Todesurteile.
Unter Verweis auf Nichtregierungsorganisationen, die die Lage beobachten, berichtete Laurence, dass seit Beginn der Proteste vor rund zwei Monaten 326 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen seien, darunter 25 Frauen und 43 Minderjährige. Auslöser der Proteste war der Tod der 22-jährigen Iranerin Mahsa Amini nach einer Festnahme, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Seitdem demonstrieren Tausende gegen den repressiven Regierungskurs der Islamischen Republik. (dpa)