Ringen um die Rente

Keine Hilfe von den Linken: Merz fordert „Kanzlermehrheit“ für Rentenpaket

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Am Freitag wird es ernst: Der Bundestag entscheidet über das Renten-Paket. Merz fordert jetzt ein Ergebnis mit absoluter Mehrheit.

Update 4. Dezember, 20:10 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz will bei der Abstimmung über das Rentenpaket am Freitag offenbar nicht auf die Hilfe der Linkspartei angewiesen sein. Der CDU-Chef will bei der Abstimmung über das umstrittene Renten-Gesetz im Bundestag am Freitag die absolute Mehrheit aller Abgeordneten mit eigenen Stimmen der Koalition erzielen – die sogenannte Kanzlermehrheit. „Wir haben 630 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Die Mehrheit ist 316. Wir haben 328 und ich würde mir ein Ergebnis wünschen zwischen 316 und 328“, sagte er nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin.

Im Streit ums Rentenpaket könnte ausgerechnet Reichinneks Linke die Lösung für Spahn und Merz bringen.

Abgeordnete der Jungen Gruppe hatten das Paket für nicht zustimmungswürdig erklärt. JU-Chef Johannes Winkel hatte bereits am Montag angekündigt, gegen das Rentenpaket zu stimmen. Die genaue Anzahl der Abweichler ist jedoch nicht bekannt. Die Linke hatte am Mittwoch angekündigt, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Durch die Enthaltung der 64 Linken-Abgeordneten verringert sich die nötige Mehrheit für eine Annahme der Rentenpläne deutlich auf 284 Stimmen. Merz stellte am Donnerstagabend klar, er wolle das Rentenpaket aus eigener Kraft beschließen.

Update, 23:03 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gewinnt der heftigen Debatte über das umstrittene Rentenpaket positive Seiten ab. „Es war ganz wichtig, dass wir diese Diskussion führen“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Debatte habe gezeigt, dass es in der „Unionsfamilie“ möglich sei, bei einem schwierigen Thema eine „sehr sachliche und ordentliche Debatte“ zu führen. Er hoffe auf Zustimmung bei der für Freitag geplanten Abstimmung im Bundestag über das Rentenpaket.

Durch die Diskussion habe man ein neues Verständnis von dem, was notwendig sei, damit die Rente in Deutschland sicher ist, sagte der Ministerpräsident weiter. Es gehe um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. „Die jungen Leute haben dem Land einen großen Dienst erfüllt, indem sie diese Frage so zentral in den Mittelpunkt gestellt haben.“ Der Widerstand gegen das Rentenpaket kommt vor allem aus der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, die sich seit Monaten wegen der aus ihrer Sicht viel zu hohen Folgekosten gegen das Rentenpaket stemmt. Jetzt müssten sich alle politischen Parteien Fragen wie Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum verschreiben, sagte Kretschmer. „Dann werden wir nicht nur die Rente sichern, sondern viele andere Dinge, die wichtig sind für die Zukunft unseres Landes.“

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Friedrich Merz wird am 11. November 1955 in Brilon im Hochauerlandkreis (NRW) geboren. Er wächst in einer juristisch geprägten Familie auf, sein Vater Joachim Merz war als Richter am Landgericht Arnsberg tätig und seine Mutter Paula Merz hat als Hausfrau die Familie unterstützt. Diese familiären Hintergründe prägen Merz‘ frühes Interesse an Recht und Politik, was ihn dazu motiviert, sich später in der politischen Arena zu engagieren. © Imago
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz besucht das Gymnasium Petrinum in Brilon, wo er 1975 das Abitur ablegt. In dieser Zeit entwickelt er eine Leidenschaft für Debatten und politische Themen, die ihn nachhaltig prägen. Später sagt er, dass ihn die Werte wie Disziplin und Engagement, die ihm von seinen Eltern vermittelt wurden, durch seine schulische Laufbahn begleitet hätten und so den Grundstein für seine spätere Karriere in der Politik legten. © Hans Blossey/Imago
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Nach dem Abitur 1975 absolviert Friedrich Merz sein Jurastudium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Philipps-Universität Marburg, das er 1982 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen abschließt. © Dominik Bund/Imago
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel, wo er den Fahnenjunker-Lehrgang absolviert. © Imago
Friedrich Merz ist seit 1986 verheiratet und Vater von drei Kindern.
Seit 1981 ist Friedrich Merz mit Charlotte Merz verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder. Familie spielt für den CDU-Chef eine zentrale Rolle in seinem Leben, und er betont oft die Bedeutung von familiären Werten und Zusammenhalt.  © Imago
1989 wird Friedrich Merz erstmals in das Europäische Parlament gewählt, wo er sich vor allem für wirtschaftliche Themen starkmacht.
1989 wird Friedrich Merz erstmals in das Europäische Parlament gewählt, wo er sich vor allem für wirtschaftliche Themen starkmacht. © Jean-Francois Badias/dpa
Als Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2009 etabliert sich Merz als einflussreiche Stimme der CDU.
Als Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2009 etabliert sich Merz als einflussreiche Stimme der CDU, insbesondere durch sein Engagement für wirtschaftliche Reformen, die Förderung von Unternehmensgründungen und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Er setzt sich erfolgreich für die Senkung der Unternehmenssteuern ein, um Investitionen zu fördern. Hier ein Archivbild mit Merz (links) und Peter Struck (rechts, SPD) im Bundestag. © Imago
Friedrich Merz gilt als ein prominentes Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU und setzt sich seit langem für wirtschaftliche Deregulierungen und Privatisierungen ein.
Friedrich Merz gilt als ein prominentes Mitglied des wirtschaftsliberalen Flügels der CDU und setzt sich seit langem für wirtschaftliche Deregulierungen und Privatisierungen ein. In den 2000er Jahren unterstützte er die Agenda 2010 und sprach sich unter anderem für Einschränkungen bei Sozialleistungen aus. Auch im Jahr 2020 plädierte er dafür, nach der Krise staatliche Leistungen zu überprüfen und betonte die Unterstützung erfolgreicher Unternehmen. Merz wird oft als Befürworter der Trickle-down-Ökonomie angesehen, die davon ausgeht, dass der Wohlstand der Reichen letztlich auch den Ärmeren zugutekommt. © Michael Gstettenbauer/Imago
Merz wird 2000 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Opposition.
Merz wird 2000 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Opposition. © Martin Schutt/dpa
Friedrich Merz und Angela Merkel hatten über die Jahre hinweg ein komplexes und spannungsreiches Verhältnis innerhalb der CDU.
Das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Angela Merkel (Bundeskanzlerin a. D.) ist während ihrer Amtszeit ambivalent. Während Merz als Kritiker von Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik und ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung gilt, schätzt er ihre Fähigkeit, die CDU über viele Jahre hinweg zu führen und die Partei in schwierigen Zeiten zu stabilisieren. Das Bild zeigt Merz, wie er im Jahr 2000 Angela Merkel zu ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU gratuliert. Merkel war die erste Frau an der Spitze der Christdemokraten. © Michael Jung/dpa
In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Merz und Merkel weiterentwickelt, insbesondere nachdem Merz 2022 zum CDU-Vorsitzenden gewählt wurde.
In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Merz und Merkel weiterentwickelt, insbesondere nachdem Merz 2022 zum CDU-Vorsitzenden gewählt wurde. Trotz ihrer unterschiedlichen Ansichten über die Zukunft der CDU betont Merz, dass er die Errungenschaften von Merkels Kanzlerschaft anerkenne und die Partei in einer Weise führen möchte, die sowohl ihre Traditionen respektiert als auch neue Wege geht, um die Wählerschaft zu verjüngen. Im Jahr 2021 fand zur Verabschiedung von Merkel der Große Zapfenstreich statt. © Imago
Von 2016 bis 2018 war Friedrich Merz als Senior Advisor für BlackRock tätig, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt
Nach einer politischen Pause von 2009 bis 2018 arbeitet Friedrich Merz als Lobbyist und Rechtsanwalt, unter anderem für die Investmentgesellschaft BlackRock, und knüpft wichtige Kontakte zu führenden Unternehmen und Entscheidungsträgern in der Finanz- und Wirtschaftswelt. Von 2016 bis 2018 war er als Senior Advisor für BlackRock tätig, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt, wo er seine Expertise in wirtschaftlichen und finanziellen Fragen einbrachte. Diese Rolle wird kritisch betrachtet: Seine politischen Gegner befürchten, dass seine Verbindungen zur Finanzwelt zu Interessenkonflikten führen könnten, insbesondere in Bezug auf seine politischen Entscheidungen und die Wahrnehmung der CDU als wirtschaftsfreundliche Partei. Seine Kritiker argumentieren, dass Merz dadurch die Unabhängigkeit der politischen Entscheidungen gefährden könnte, während er gleichzeitig für eine Partei steht, die sich für die Belange der breiten Bevölkerung einsetzen sollte. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
2018 kehrt Friedrich Merz in die Politik zurück und kandidiert für den CDU-Parteivorsitz, um die Partei wieder in die politische Mitte zu führen.
2018 kehrt Friedrich Merz in die Politik zurück und kandidiert für den CDU-Parteivorsitz, um die Partei wieder in die politische Mitte zu führen und ihre Wählerschaft zu verjüngen. Mit seiner Rückkehr zeigt er Ambitionen, die CDU als starke Oppositionskraft zu positionieren und eine klare wirtschaftsfreundliche Agenda zu verfolgen. © Imago
Merz‘ politische Reden sind geprägt von einer Mischung aus Tradition und modernen Ansätzen.
Merz‘ politische Reden sind geprägt von einer Mischung aus Tradition und modernen Ansätzen. Er betont traditionelle Werte wie die soziale Marktwirtschaft, den Schutz der Familie und die Bedeutung von Sicherheit und Ordnung, die in der CDU verwurzelt sind. Gleichzeitig zeigt er moderne Ansätze, indem er Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt und innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen präsentiert. Merz plädiert für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik, die sowohl wirtschaftliches Wachstum als auch ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigt, und spricht sich für eine stärkere Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse aus. © Kay Nietfeld/dpa
Den Kampf um den CDU-Parteivorsitz 2018 verliert Friedrich Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer.
Den Kampf um den Parteivorsitz verliert Friedrich Merz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Verhältnis zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer ist von einer Mischung aus politischer Konkurrenz und respektvollem Austausch geprägt. Nachdem Kramp-Karrenbauer 2018 als Nachfolgerin von Angela Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt wurde, stellte Merz eine ernsthafte Herausforderung für ihre Führung dar, was zu Spannungen innerhalb der Partei führte. Trotz dieser Rivalität betonen beide Politiker die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs und einer gemeinsamen Linie für die Zukunft der CDU, um die Partei nach den Herausforderungen der letzten Jahre zu stärken. © dpa
Bei der Bundestagswahl 2021 wird Merz erneut Abgeordneter und zeigt, dass er in der politischen Arena nicht vergessen ist.
Bei der Bundestagswahl 2021 wird Merz erneut Abgeordneter und zeigt, dass er in der politischen Arena nicht vergessen ist. Hier bei einem Wahlkampfauftritt mit dem damaligen Bundeskanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet (links). © Henning Kaiser/dpa
2022 wird Merz zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt und übernimmt die Verantwortung für die Neuausrichtung der Partei
2022 wird Friedrich Merz zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt und übernimmt die Verantwortung für die Neuausrichtung der Partei, die sich auf eine stärkere wirtschaftliche Ausrichtung, eine klare Haltung zu Migration und Integration sowie die Stärkung der inneren Sicherheit konzentriert. Unter seiner Führung wurden erste Schritte zur Reform der Parteistrukturen und zur Ansprache jüngerer Wähler umgesetzt, während die CDU versucht, sich von den Verlusten der vorherigen Wahlen zu erholen. Auf dem Foto ist Merz bei einem Parteitag im Oktober 2022 in Augsburg zu sehen. © Christof Stache/dpa
Als CDU-Parteivorsitzender betont Merz die Bedeutung von wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit.
Als CDU-Parteivorsitzender betont Merz die Bedeutung von wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit, indem er argumentiert, dass eine stabile Wirtschaft die Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit ist. Er hebt hervor, dass wirtschaftliche Stabilität notwendig ist, um Investitionen zu fördern, Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im globalen Markt zu sichern, während gleichzeitig soziale Gerechtigkeit durch gezielte Förderprogramme für benachteiligte Gruppen gewährleistet werden muss. © Rolf Vennenbernd/dpa
Während seiner Amtszeit als CDU-Vorsitzender wird Friedrich Merz mit internen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit Spannungen zwischen moderaten und konservativen Flügeln der CDU sowie mit der Kritik an seiner Strategie zur Wählergewinnung.
Während seiner Amtszeit als CDU-Vorsitzender wird Friedrich Merz mit internen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit Spannungen zwischen moderaten und konservativen Flügeln der CDU sowie mit der Kritik an seiner Strategie zur Wählergewinnung. Um diese Konflikte zu lösen, setzt Merz auf einen Dialog innerhalb der Partei, fördert die Einbindung verschiedener Strömungen und organisiert regelmäßige Treffen, um gemeinsame Positionen zu finden. Zudem stärkt er die Kommunikation mit der Basis, um das Vertrauen in die Parteiführung wiederherzustellen und ein einheitliches Auftreten der CDU zu gewährleisten. Hier zu sehen bei einem Statement der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach der fraktionsoffenen Sitzung auf der Fraktionsebene im Februar 2022. © Frederic Kern/Imago
Friedrich Merz nutzt gerne das Bild des „Bierdeckels“, um zu verdeutlichen, dass politische Ideen und Konzepte klar und verständlich vermittelt werden müssen.
Friedrich Merz nutzt gerne das Bild des „Bierdeckels“, um zu verdeutlichen, dass politische Ideen und Konzepte klar und verständlich vermittelt werden müssen. Er fordert eine Politik, die sich an den Bedürfnissen der Bürger orientiert und komplexe Themen so aufbereitet, dass sie für jeden nachvollziehbar sind. Diese Ansprache zielt darauf ab, das Vertrauen in die Politik zu stärken und die Bürger aktiv in den politischen Diskurs einzubeziehen. © Branscheid/ photothek.net/Imago
Friedrich Merz setzt sich für eine klare politische Linie ein, die sich auf wirtschaftliche Stabilität, soziale Marktwirtschaft und eine restriktive Migrationspolitik konzentriert.
Friedrich Merz setzt sich für eine klare politische Linie ein, die sich auf wirtschaftliche Stabilität, soziale Marktwirtschaft und eine restriktive Migrationspolitik konzentriert. Er betont die Notwendigkeit von Reformen im Steuerrecht, um Unternehmen zu entlasten, und spricht sich für eine stärkere Integration von Migranten aus, während er gleichzeitig die Sicherheit und Ordnung in Deutschland priorisiert, um die CDU wieder als verlässliche Mitte-Rechts-Partei zu positionieren. Hier ist Merz bei einer Rede zu sehen, die er bei den Future Days des deutschen Mittelstandes Ende Oktober 2024 gehalten hat. © Imago
Friedrich Merz spricht sich für eine klare Haltung gegenüber Migration und Integration aus.
Friedrich Merz spricht sich für eine klare Haltung gegenüber Migration und Integration aus, indem er betont, dass eine kontrollierte Zuwanderung notwendig ist, um die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen in Deutschland zu erhalten. Er fordert eine striktere Regelung des Asylrechts und eine schnellere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig distanziert sich Merz von der AfD, indem er deren populistische Ansätze kritisiert und betont, dass die CDU eine verantwortungsvolle und sachliche Migrationspolitik verfolgen muss, die sowohl die Interessen der deutschen Bevölkerung als auch die der Migranten berücksichtigt. © Patrick Pleul/dpa
Im September 2024 wird Merz als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 nominiert, nachdem er sich in einem internen Wettkampf gegen Markus Söder (links, CSU)durchsetzt.
Im September 2024 wird Merz als Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 nominiert, nachdem er sich in einem internen Wettkampf gegen Markus Söder (links, CSU)durchsetzt. Merz konnte sich durch seine klare wirtschaftspolitische Agenda und seine Fähigkeit, die Partei zu einen, profilieren, während Söder mit internen Konflikten und einer weniger klaren Positionierung zu kämpfen hatte. © Frank Hoermann/Sven Simon/dpa
Merz betont die Notwendigkeit von Reformen innerhalb der CDU, um die Wählerschaft zu verjüngen und eine moderne, zukunftsorientierte Partei zu etablieren.
Merz betont die Notwendigkeit von Reformen innerhalb der CDU, um die Wählerschaft zu verjüngen und eine moderne, zukunftsorientierte Partei zu etablieren. Er schlägt unter anderem vor, die Parteistrukturen zu modernisieren, die Mitgliederbeteiligung zu erhöhen und gezielte Programme zur Ansprache junger Wähler zu entwickeln. Im Wahlkampf 2025 setzt Merz auf eine aktive Nutzung sozialer Medien wie Instagram, Twitter und TikTok, um jüngere Wähler anzusprechen und seine politischen Ideen zu verbreiten, wobei er Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt. © Bode/Imago
Im aktuellen Bundestagswahlkampf zeigt sich Friedrich Merz in seiner Rolle als Kanzlerkandidat, der die CDU in eine neue Ära führen will.
Im Bundestagswahlkampf zeigt sich Friedrich Merz in seiner Rolle als Kanzlerkandidat, der die CDU in eine neue Ära führen will. Er polarisiert, indem er einerseits von seinen Unterstützern für seine klare wirtschaftliche Agenda, seine Fähigkeit zur Parteieinheit und seine modernen Ansätze in der Politik gelobt wird. Andererseits kritisieren Gegner, dass seine Verbindungen zur Finanzwelt und seine strikte Haltung zu Migration und Integration zu einem Verlust an sozialer Sensibilität führen könnten. Unterstützer sehen in ihm einen starken Führer, der die CDU revitalisieren kann, während Kritiker befürchten, dass er die Partei weiter nach rechts drängt und damit die Wählerschaft spaltet. © Chris Emil Janssen/Imago
Bundestag - Kanzlerwahl
Die Union gewinnt die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 – muss sich aber mit gerundet 28,5 Prozent der Stimmen begnügen. Für die CDU (22,6 %) war es das zweitschlechteste Abschneiden in der Geschichte der Bundesrepublik, für die CSU (6,0 %) das drittschlechteste. Es kommt zu einer schwarz-roten Koalition. Doch die Wahl zum Kanzler verläuft holprig. Er verpasst zunächst die nötige Mehrheit und wird erst im zweiten Durchgang zum zehnten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Erster Gratulant ist sein Vorgänger Olaf Scholz. © Christoph Soeder/dpa
Merz, Macron, Starmer und Tusk in Kiew
Wenige Tage nach der Wahl zum Kanzler setzt Merz ein erstes Zeichen. Zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer reist er mit dem Zug nach Kiew. Dort kommt noch Polens Regierungschef Donald Tusk dazu. Gemeinsam beraten sie mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Weg zu einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg. „Wir arbeiten gemeinsam darauf hin, dass Russland sich endlich auf einen längeren Waffenstillstand einlässt, statt immer wieder neue Vorbedingungen zu stellen“, sagt Merz - und betont: „Wir stehen fest und bleiben fest an der Seite der Ukraine.“ © Kay Nietfeld/dpa

Renten-Streit: Linke könnten für die Lösung sorgen

Update, 13:43 Uhr: Im Renten-Streit könnten die Linken die Lösung gebracht haben: Die Linken-Fraktion will sich bei der am Freitag im Bundestag anstehenden Abstimmung über das umstrittene Rentenpaket von Union und SPD enthalten. „Wir werden nicht akzeptieren, dass das Rentenniveau noch weiter gedrückt wird, und haben uns als Fraktion deshalb entschlossen, uns bei der voraussichtlich am Freitag anstehenden Abstimmung zum Rentenpaket der Regierung zu enthalten“, sagte die Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek laut einer Mitteilung. „An uns wird es somit nicht scheitern, dass das Rentenniveau stabilisiert wird.“

Mit der Entscheidung der Linksfraktion sinkt die Mehrheitsschwelle. Da das Paket eine einfache Mehrheit im Bundestag braucht, kommt es darauf an, dass mehr Ja- als Nein-Stimmen abgegeben werden. Enthaltungen werden nicht gezählt. Mit einer Enthaltung der Linken würde die nötige Mehrheit für die Annahme rechnerisch von 316 Abgeordneten auf nur noch 252 sinken, wie auch die Nachrichtenagentur AFP schreibt. Das Rentenpaket könnte in der Folge selbst bei dutzenden Abweichlern in der schwarz-roten Regierungsmehrheit durchgehen.

Update, 12:58 Uhr: Bei dem Renten-Stimmungsbild in der Unions-Fraktionssitzung am Dienstag haben nach unterschiedlichen Darstellungen zwischen 10 und 20 Abgeordnete mit Nein gestimmt. Eine dieser Abgeordneten hat nun bekanntgegeben, am Freitag im Bundestag dem Renten-Paket dennoch zustimmen zu wollen. Gegenüber Politico erklärte Sandra Carstensen: „In der Verantwortung für eine stabile Regierung ist es manchmal nötig, Kompromisse mitzutragen, die man nicht komplett unterstützt. Dieser Verantwortung werde ich nachkommen.“

In der Unions-Fraktionsführung rechnet man trotz abweichender Stimmen mit einer klaren Mehrheit. So erklärte etwa der Vize-Fraktionsvorsitzende Sepp Müller am Mittwoch im Deutschlandfunk: „Ich gehe davon aus, dass das klappen wird am Freitag.“ Müller erwarte, dass es bei der Abstimmung im Parlament „nur noch eine kleine einstellige Zahl“ von Gegenstimmen geben werde. 

Abstimmung über das Renten-Paket: Entschließungsantrag bleibt wohl wegen Unions-Widerstand offen

Update, 10:35 Uhr: Am Freitag soll zwar über das Renten-Paket der Regierung abgestimmt werden; der Entschließungsantrag zur Renten-Kommission soll jedoch nicht beschlossen werden, wie Politico und der Stern berichten. Der Grund soll sein, dass aus den Reihen der Union „einer der vielen Prüfaufträge (Kapitaleinkünfte)“ für Unmut gesorgt haben soll, berichtet Stern-Reporter Julius Betschka in einem Post auf X. Dieses Zugeständnis wurde der Jungen Gruppe eigentlich gemacht, wird nun aber wohl gebrochen.

Hintergrund: Im Auftrag an die Rentenkommission steht unter anderem, dass es um „die Einbeziehung weiterer Einkunftsarten in die Beitragsbemessung“ gehen soll. Auf Einkunftsarten wie Mieteinnahmen, Dividenden, Zinsen oder private Veräußerungsgewinne sollen demnach Rentenbeiträge anfallen. Die SPD fordert diesen Schritt seit Langem. Die Union hingegen lehnen das strikt ab. Dass der Entschließungsantrag gekippt wurde, sorgt für neue Unruhe – der Spiegel berichtet von großer Empörung. Abgeordnete hätten von diesem Schritt nur aus der Presse erfahren.

Update, 9:56 Uhr: Trotz unklarer Mehrheit ist die Bundestagsabstimmung zum umstrittenen Renten-Paket der Koalition für Freitagvormittag angesetzt worden. Das teilte die Bundestagsverwaltung am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mit. Demnach sollen die Abgeordneten dann in namentlicher Abstimmung über das Vorhaben der schwarz-roten Regierungskoalition von Kanzler Friedrich Merz (CDU) entscheiden. Bis dahin will die Union ihre Mehrheit zusammenbekommen. Abweichler sollen sich bis heute Mittag um 12.00 Uhr bei Fraktionschef Jens Spahn melden.  

Ultimatum an Renten-Rebellen: Abweichler müssen sich bis 12.00 bei Spahn melden

Update, 3. Dezember, 6:05 Uhr: „High Noon“ für das Rentenpaket heute: Die Abstimmung in der Unionsfraktion war nur ein unverbindlicher Test – jetzt sollen die Renten-Rebellen sich festlegen. Wer von den Abgeordneten den Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bei der Bundestagsabstimmung am Freitag ablehnen will, soll das bis 12.00 Uhr der Fraktionsführung melden. Danach bleiben noch gut 48 Stunden Zeit, um Einzelgespräche mit den Abweichlern zu führen. Am Freitag gegen 12.30 Uhr soll die Entscheidung im Bundestag fallen. 

Renten-Showdown: Landeschef warnt vor „Katastrophe“

Update, 20:10 Uhr: CDU-Ministerpräsident Boris Rhein hat die Abweichler in der Unionsfraktion bei der Rentenfrage zum Einlenken aufgefordert. Zwar habe die Junge Gruppe der Union einige Punkte durchaus zu Recht angesprochen, sagte Rhein am Dienstag dem Podcast von Table-Briefings. Bei der Abstimmung im Bundestag am Freitag gebe es aber ein übergeordnetes Interesse. „Am Ende ist jeder Abgeordnete seinem Gewissen verpflichtet, aber es gibt auch eine Gesamtverantwortung für alles.“ Die Gesamtverantwortung liege darin, „dass dieses Land durch die Mitte geführt wird“, führte der hessische Regierungschef aus. Wenn die Bundesregierung scheitere, „wäre es eine Katastrophe für Deutschland“.

Update, 17:15 Uhr: Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wurde die Probeabstimmung lediglich per Handzeichen und sehr schnell abgehalten. Eine verlässliche Aussage zur Anzahl der Abweichler lässt sich also nur schwer treffen. Das Portal The Pioneer meldet 20 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen, der Focus berichtet ebenfalls von zehn bis 20 Gegenstimmen. Eine verlässliche Mehrheit für das Rentenpaket steht damit am Dienstagabend offenbar nicht.

Update, 16:37 Uhr: Während die Union noch zum Thema Rente berät, zeigt sich die SPD zuversichtlich mit Blick auf die Abstimmung am Freitag. Die SPD-Fraktion stehe geschlossen hinter dem Entwurf, erklärte Fraktionschef Matthias Miersch: „Ich bin mir sehr – ziemlich sicher, dass bei uns alle Stimmen am Freitag dafür sein werden.“ Auch die Gesprächskanäle zu Linken und Grünen seien offen. Alle arbeiteten konstruktiv daran, „dass das am Freitag auch gut klappt“.

Renten-Showdown heute: Mögliche Abweichler-Namen sickern durch

Update, 09:47 Uhr: Die heutige CDU/CSU-Fraktionssitzung soll Antworten bringen: Wie viele Abgeordnete der Jungen Gruppe und vielleicht auch darüber hinaus wollen dem Renten-Paket nicht zustimmen? Denn eines steht fest: Einige der jungen Abgeordneten aus CDU und CSU wollen bei ihrem Nein bleiben. So etwa der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel. Und auch Johannes Volkmann, Carl-Philipp Sassenrath und der Vorsitzende der Jungen Gruppe, Pascal Reddig, seien unter jenen Abgeordneten, die nach wie vor standhaft zu ihrem Nein stehen, wie Table.Media berichtet.

Einige der 18 Abgeordneten sollen hingegen dem Paket doch zustimmen wollen, trotz inhaltlicher Ablehnung. So etwa der CDU-Abgeordnete Daniel Kölbl. Gegenüber dem Spiegel sagte das Mitglied der Jungen Gruppe: „Ich möchte keine Regierungskrise. Deswegen werde ich mein Abstimmungsverhalten im Zweifel entgegen meiner inhaltlichen Überzeugung so ausrichten, dass meine Stimme nicht die entscheidende Stimme für ein Scheitern des Rentenpakets wäre.“

Und dazwischen stehen jene Abgeordnete, die noch unentschlossen sind, heißt es im Table.Media Podcast am Dienstagmorgen. Inhaltlich lehnt die Junge Gruppe das Paket zwar geschlossen ab, wie auch ein Positionspapier von Montag noch einmal verdeutlichte – dennoch wird die Gruppe aus 18 Abgeordneten nicht geschlossen abstimmen. Ob eine Mehrheit für das Renten-Paket steht: Der heutige Zählappell in der Fraktionssitzung von CDU/CSU soll vor der Abstimmung im Bundestag Klarheit bringen.

Finale Renten-Machtprobe: Für Merz und Spahn geht es heute um alles

Erstmeldung: Berlin – Für Kanzler Friedrich Merz (CDU) und seinem Fraktionschef Jens Spahn schlägt heute die Stunde der Wahrheit: Bei der Fraktionssitzung der Union wird sich herausstellen, ob es für das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition eine ausreichende Mehrheit im Bundestag geben wird. Bei der heutigen Sitzung sollen die CDU- und CSU-Abgeordneten reinen Wein einschenken: Stimmen sie am Freitag im Bundestag dem Rentenpaket zu – oder lehnen sie es ab?

Während Merz felsenfest zu den Rentenplänen mit der SPD steht, sind viele in der Unionsfraktion partout dagegen, vor allem Abgeordnete der Jungen Union (JU). Vor der Fraktionssitzung der Union heute liegen die Nerven blank. Vor allem, weil gestern ein Schreiben der Jungen Union an die Presse ging, das eine regelrechte Abrechnung mit der SPD und deren Rentenplänen darstellt. Auch dem Münchner Merkur von Ippen.Media liegt das Papier vor.

Renten-Streit: Vor Fraktionssitzung verfasst Junge Union Abrechnung mit der SPD

Das Gesetz, das Milliardenkosten nach sich ziehe, sei „nicht zustimmungsfähig“, hieß es in dem Schreiben der Jungen Union, in dem es den Abgeordneten der Jungen Gruppe der Unionsfraktion freigestellt wird, wie sie sich angesichts der Lage bei der Bundestags-Abstimmung zur Rente verhalten.

Wie er im Bundestag zur Rente abstimmen will, wollte JU-Chef Johannes Winkel am Montag nach einer Sitzung des CDU-Vorstands auf Nachfrage nicht sagen. Jedoch sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann: Winkel habe in der CDU-Vorstandssitzung sein Nein zum Rentenpaket in seiner jetzigen Form bekräftigt. Der CDU-Abgeordnete habe „sein Abstimmungsverhalten deutlich gemacht, dass er dem so nicht zustimmen kann“, sagte Linnemann, der selbst für Zustimmung zum Rentenpaket wirbt.

Darum geht es im Rentenstreit

Die jungen Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion stören sich im Rentenpaket an einem Punkt: Zwar akzeptieren sie ein Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031, lehnen wegen befürchteter Milliardenkosten aber ab, dass es auch danach noch höher angesetzt wird als das Gesetz vorschreibt. Darauf pocht vor allem die SPD in der Koalition, aber auch Kanzler Merz setzte sich zuletzt für das höhere Rentenniveau ein.

Bei Merz-Schlappe in Fraktionssitzung heute droht politisches Chaos und Ende für Spahn

Zuckerbrot und Peitsche hatte die CDU-Parteiführung in der vergangenen Woche eingesetzt, um die jungen Abgeordneten bei der Rente auf Linie zu bringen. Fraktionschef Jens Spahn macht offenbar in Einzelgesprächen mit den Abweichlern Druck. Merz und CSU-Chef Markus Söder hielten parallel zwar am Rentenpaket fest, verhandelten im Koalitionsausschuss mit SPD-Chefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas aber noch ein paar Extrapunkte hinein. Erstens: Ein 10-Milliarden-Aktienpaket für die Rente der Jungen. Zweitens: eine früher eingesetzte Reformkommission mit einem reservierten Platz für die Junge Union. Und drittens: ein Entschließungsantrag, mit dem die Regierung parallel zum Rentengesetz die feste Absicht kund tut, der jungen Generationen nicht die ganze Rentenlast aufzubürden.

Kommt es trotz dieser Bemühungen zum Scheitern der Renten-Abstimmung, wären die Folgen für Merz und Spahn wohl verheerend. Es droht politisches Chaos und ein Scheitern der Koalition aus SPD und Union. Für Jens Spahn dürfte es um die politische Karriere gehen.

Schon bei der Richterwahl hatte Spahn in den Augen vieler versagt, indem er zu spät erkannt hatte, wie massiv der Widerstand in der CDU/CSU gegen Kandidatin Brosius-Gersdorf war. Viele Abtrünnige kann sich die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD auch beim Rentenpaket nicht leisten. Sie hat nur eine dünne Mehrheit von zwölf Stimmen im Bundestags. Allein die Abgeordneten der Jungen Union stellen aber 18 Mann und Frau.

Rubriklistenbild: © dpa | Michael Kappeler + dpa | Elisa Schu

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