Seit dem Beginn der russischen Invasion sind mehr als die Hälfte aller Kinder in der Ukraine vertrieben worden.
Genf - Das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit Hauptsitz in New York schätzte am Donnerstag rund 4,3 Millionen Vertriebene unter den 7,5 Millionen Kindern des Landes. Davon seien mehr als 1,8 Millionen als junge Flüchtlinge in Nachbarländern, während 2,5 Millionen in der Ukraine geblieben seien.
«Der Krieg hat eine der rasantesten Vertreibungen von Kindern in großem Ausmaß seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst», sagte Unicef-Chefin Catherine Russell. Die Auswirkungen könnten noch über Generationen spürbar bleiben, warnte sie.
Das UN-Menschenrechtsbüro hat seit Beginn des Krieges vor einem Monat gesicherte Informationen zu 81 getöteten und 108 verletzten Kindern gesammelt. Die tatsächliche Zahl liegt laut dem Büro wahrscheinlich viel höher.
Unicef: Viele Kinder in Ukraine traumatisiert
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef befürchtet langfristige seelische Folgen für ukrainische Kinder durch den russischen Angriffskrieg. Täglich würden Mädchen und Jungen verwundet oder getötet, «jede Sekunde flieht ein Kind», sagte der deutsche Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag). Mehr als 1,5 Millionen Kinder seien bereits in Nachbarländer geflohen, während unzählige in den umkämpften Städten um ihr Leben fürchteten. «Die Kinder sind erschöpft, viele stehen unter Schock und sind traumatisiert.» Der Krieg sei eine Katastrophe für die ukrainischen Kinder. «Es wird schon jetzt Jahre dauern, um die tiefen Wunden in den Seelen der Kinder aufzuarbeiten», erklärte Schneider. Sie seien die Hauptleidtragenden dieses Krieges. (dpa)