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Die Union verbessert sich leicht und überholt die AfD – jedoch bleibt der Vorsprung hauchdünn. Die SPD verbleibt auf einem Tief.
Berlin – Noch vor einer Woche erhielt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das schlechteste Zeugnis seit Beginn seiner Amtszeit. Nun steigt die Zufriedenheit mit seiner Arbeit wieder etwas. Das schlägt sich auch in der Wählergunst seiner Partei nieder: Die Union gewinnt im Vergleich zur vergangenen Woche einen Prozentpunkt und liegt damit wieder knapp vor der Alternative für Deutschland (AfD).
Union mit hauchdünnem Vorsprung in Umfrage: Trendbarometer zeigt Veränderung der Wählergunst
Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, würden 26 Prozent der Wähler der CDU/CSU ihre Stimme geben. Das geht aus der Umfrage Trendbarometer hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 22. bis 28. Juli für RTL/ntv durchführte. Die AfD läge demnach weiterhin bei 25 Prozent. Die einstige Volkspartei SPD fällt zurück auf 13 Prozent – und liegt damit nur knapp über ihrem historischen Tiefstand von 11 Prozent im Jahr 2019. Grüne sowie Linke würden jeweils 12 Prozent der Stimmen erhalten. Nicht in den Bundestag einziehen würden das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sowie die FDP mit jeweils 3 Prozent.
Umfragen stellen immer nur Momentaufnahmen dar. Zudem liegt die statistische Fehlertoleranz der Erhebung bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Um diesen Wert können die tatsächlichen Ergebnisse also schwanken. Meinungsforscher betonen, dass auch die soziale Erwünschtheit in Befragungen eine Rolle spielt: Nicht immer geben Befragte ihre tatsächlichen Meinungen preis, sondern tendieren teils zu Antworten, die gesellschaftlich akzeptiert sind. Insbesondere bei Ergebnissen der AfD ist dies relevant, hier „erschweren auch prinzipielle Antwortverweigerungen […] die Vorhersagen der AfD-Ergebnisse“, wie es vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) heißt.
Während die Union laut Forsa wieder auf Platz 1 der Wählergunst liegt, kämpft Kanzler Merz weiter mit schlechten Zustimmungswerten. In der vergangenen Woche erreichte die Wählerzufriedenheit mit der Arbeit des Kanzlers einen Tiefpunkt. Laut der Umfrage sind aktuell weiterhin 63 Prozent der Befragten unzufrieden mit seiner Arbeit – ein leichter Rückgang um einen Prozentpunkt. Nur 32 Prozent bewerten seine Arbeit positiv, genauso viele wie in der Vorwoche. Zum Vergleich: Kurz nach dem Amtsantritt lag seine Zustimmung im Juni bei 43 Prozent.
Leichtes Aufatmen: Ökonomischer Pessimismus nimmt minimal ab
Das Trendbarometer ergab außerdem, dass viele Menschen in Deutschland den etablierten Parteien generell kaum noch zutrauen, die aktuellen Probleme zu lösen. Lediglich knapp ein Viertel (23 Prozent) setzt Vertrauen in die Union, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden. Deutlich weniger trauen das der SPD (6 Prozent), den Grünen (5 Prozent), der Linken (5 Prozent) oder der AfD (11 Prozent) zu. Fast die Hälfte (48 Prozent) hält indes keine Partei für ausreichend politisch kompetent.
Mit Blick auf die Wirtschaft erwarten 52 Prozent der Befragten eine Verschlechterung in den kommenden Jahren. 25 Prozent glauben hingegen, dass die ökonomische Lage sich bessert. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche – die Tendenz ist damit etwas optimistischer. 21 Prozent der Befragten geht davon aus, dass sich in den kommenden Jahren nichts an der wirtschaftlichen Situation ändert.
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