Palästinensische Vereine im Fokus

Hamas-Verbündete in Deutschland: Netzwerk der Terrormiliz wohl international tätig

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In Deutschland sind mehrere palästinensische Vereine aktiv. Sie fungieren vor allem als Geldsammler und Propagandisten für die Hamas.

Berlin - Nach dem großangelegten Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel ist auch Deutschland um entsprechende Konsequenzen bemüht - und zwar nicht nur außen-, sondern auch innenpolitisch. So hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gestern (12.10.2023) im Deutschen Bundestag unter anderem ein Betätigungsverbot für die Hamas in Deutschland angekündigt. Außerdem soll laut Scholz das palästinensische Netzwerk Samidoun verboten werden. Der Verein hatte Demonstrationen in Berlin und Duisburg organisiert und den Angriff der Hamas auf Israel begeistert gefeiert.

Mindestens ein Teilnehmer soll zudem offen gegen Jüdinnen und Juden gehetzt haben, wie rbb.de berichtet. Die Polizei ermittelt demnach wegen Volksverhetzung gegen den Unbekannten. Nach Informationen der Tagesschau gilt Samidoun seit Jahren als eine der hauptverantwortlichen Gruppierungen hinter israelfeindlichen und antisemitischen Protesten in Berlin. Dabei ist der Verein jedoch nur eine von mehreren palästinensischen Unterstützergruppen, die in Deutschland aktiv sind. Wie Recherchen von t-online zeigen, sollen die palästinensischen Vereine in Deutschland dabei in ein internationales Netzwerk der Hamas eingebunden sein.

Anti-Israel-Demonstration in Duisburg-Hochfeld (Archivbild).

Hamas-Netzwerk in Deutschland und international

Diese Vereine sollen neben Propagandazwecken auch dazu dienen, Geld für die Hamas zu sammeln. Als größte und wichtigste Organisation gilt, wie t-online schreibt, die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e. V. (PGD). Die PGD pflegt enge Beziehungen zur Palestinian Return Centre (PRC) aus Großbritannien, das als eine Art Hauptquartier der Hamas in Europa gilt. Den Recherchen von t-online zufolge zeigen Registerunterlagen, dass der stellvertretende Vorsitzende der PGD ein ganzes Netzwerk von Firmen in Europa und darüber hinaus unterhält.

Sämtliche Firmen arbeiten demnach mit einem bestimmten Geschäftspartner zusammen, der nur „K.“ genannt wird. Die politischen Organisationen von K. sollen wiederrum mit dem PRC in Großbritannien verbunden sein. Teilweise stehen sie wohl auf Terrorlisten der USA, Israels und Kanadas. Zum Umfeld der Terrororganisation Hamas zählen die deutschen Behörden hierzulande neben dem PGD und Samidoun auch die Gruppe „Die Barmherzigen Hände e. V.“

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Folgen eines Betätigungsverbots der Hamas in Deutschland

Die Hamas selbst wird von den USA und der EU bereits als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland ist sie aber nicht verboten, weil ihr eine Vereinsstruktur fehlt. Das von Kanzler Scholz angekündigte Betätigungsverbot kann aber trotzdem ausgesprochen werden, und zwar durch das Bundesinnenministerium. Für Mitglieder wie auch Unterstützer der Hamas in Deutschland hätte das weitreichende Folgen.

Verboten wäre es dann unter anderem von Deutschland aus Geld an die Hamas zu spenden, an ihren Versammlungen teilzunehmen oder auch Propagandamaterial der Terrorgruppe zu verbreiten. Außerdem könnten die deutschen Behörden bei einem Betätigungsverbot Vermögen der Hamas in Deutschland einziehen. Da die Gruppe Samidoun umfassend organisiert ist, könnte sie sogar als Organisation selbst verboten und damit vollständig zerschlagen werden.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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