US-Gericht kippt „exzessive“ Millionen-Strafe für Trump und Söhne
VonLea Winkler
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Donald Trump sah sich in der Vergangenheit vielen Gerichtsverfahren gegenüber. Auch Verurteilungen. Eine Strafe wurde mittlerweile aufgehoben.
New York – US-Präsident Donald Trump ist der erste Ex-US-Präsident, der wegen schwerer Verbrechen verurteilt wurde und zugleich der erste, der dennoch erneut ins Amt gewählt wurde. Vor der US-Wahl 2025 häuften sich die Verfahren gegen ihn, von Georgia über Washington bis Colorado. Besonders brisant war ein Finanzprozess in New York. Die verhängte Strafe wurde nun aufgehoben.
Trump vor Gericht: Die wichtigsten Personen beim Prozess in New York
Trump und Söhne wurden wegen Betrug verurteilt: Berufungsgericht hebt Strafzahlung auf
Trump und seine Söhne Donald Trump Junior und Eric Trump sollen über Jahre die Vermögenswerte ihres Immobilienimperiums künstlich aufgebläht haben, um günstigere Kredite und Versicherungen zu erhalten. Ein New Yorker Gericht verurteilte Trump zunächst zu einer Strafzahlung von mehr als 450 Millionen Dollar. Richter Arthur Engoron kritisierte in seiner Urteilsbegründung den „völligen Mangel an Einsicht und Reue“ der Angeklagten, der bei Trump und seinen Söhnen „fast ins Krankhafte“ reiche, berichtete der Deutschlandfunk damals. Trump legte gegen das Urteil Berufung ein.
Nun hob ein Berufungsgericht die Strafe auf. In einem 323 Seiten umfassenden Gutachten waren sich die fünf Richter einig, dass die gegen Trump verhängte Strafe aufgehoben werden sollte. Zwar bestätigten die Richter die Schuld Trumps wegen Betrugs, bezeichneten die ursprüngliche Summe jedoch als „exzessiv“ und verfassungswidrig. Der tatsächliche Zusammenhang zwischen Gewinn und dem Schaden sei nicht ausreichend dargelegt worden, befand das Berufungsgericht. Die Strafe basiere nicht auf einer vernünftigen Schätzung.
Trump feiert aufgehobene Gerichtsstrafe: Ein „totaler Sieg“ gegen eine „Hexenjagd“
Trotz der Aufrechterhaltung der Verurteilung feierte Trump die Entscheidung des Gerichts auf seiner Plattform Truth Social als „totalen Sieg“. Der Prozess sei eine „Hexenjagd“ gewesen. Er habe großen Respekt vor dem Gericht, welches „diese rechtswidrige und skandalöse Entscheidung“ aufgehoben habe. Seine ehemalige Anwältin, Alina Habba, erklärte: „Das heutige Urteil des New Yorker Berufungsgerichts ist ein überwältigender Sieg für Präsident Trump und sein Unternehmen.“ Sie vertrat Trump in dem Fall und wurde später zur Interimsstaatsanwältin für New Jersey ernannt, berichtet ABC News.
Präsidentensohn Eric Trump stellte die Entscheidung als Sieg vor allem über die demokratische New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James dar: „Voller Sieg im Scheinverfahren gegen die Generalstaatsanwältin von New York!!! Nach fünf Jahren Hölle siegte die Gerechtigkeit!“, schrieb er auf X.
Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hatte das Zivilverfahren gegen Trump damals initiiert. Nach der Widerrufung der Strafe erklärte James jetzt, ihr Fall sei „berechtigt“ und sie werde beim obersten Gericht des Staates Berufung einlegen, um die Wiedereinsetzung der Strafe zu erreichen, berichtet ABC News.(dpa/lw)