Er gehört dem US-Militär an

Im Video: Schwer bewaffnete FBI-Beamte stellen Verdächtigen im Fall der Ukraine-Leaks

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Das FBI verhaftet den Verdächtigen im Fall der Ukraine-Leaks. CNN sendet die Festnahme live. Was wir über den mutmaßlichen Täter wissen.

Update vom 13. April, 21.15 Uhr: Es ist Stoff, wie aus einem fiktiven Agententhriller. Ein junger Soldat kommt an geheime Informationen aus einem internationalen Militär-Konflikt und teilt das, was er da gefunden hat, mit der ganzen Welt.

So geschehen im Fall der spektakulären Ukraine-Leaks. Der junge Mann, der die geleakten US-Dokumente verbreitet haben soll, wurde nun mutmaßlich gefasst. Wie der US-Sender CNN und die New York Times übereinstimmend berichten, soll es sich bei dem Verdächtigen um einen 21-jährigen Mitarbeiter des US-Militärstützpunkts „Massachusetts Air National Guard“ namens Jack T. handeln.

Ukraine-Leaks: FBI nimmt Verdächtigen in Massachusetts fest

Zuvor hatte bereits das ZDF berichtet, dass nach beschriebenem Verdächtigen gefahndet werde. Laut New York Times wurde an diesem Donnerstagnachmittag (Ortszeit) das Haus seiner Familie in Dighton (US-Bundesstaat Massachusetts) von FBI-Agenten umstellt. Die Zeitung veröffentlichte ein Video, wie schwer bewaffnete Bundesbeamte eine Straße absperren und in ein Waldstück gehen. CNN teilte bei Twitter ein Video, dass die Festnahme des Verdächtigen zeigen soll.

T. soll der Anführer einer kleinen Gruppe von Gamern auf der Plattform „Discord“ sein, auf der die ersten als geheim gekennzeichneten Akten laut Bild schon vor Monaten auftauchten. Scheibchenweise wurden zuletzt Top-Secret Informationen zum Krieg zwischen der Ukraine und Russland publik. Zum Beispiel über westliche Spezialeinsätze, über mutmaßliche Spionage der CIA in Moskau oder über angebliche Waffenlieferungen aus Nahost an den Kreml. Wegen der brisanten Veröffentlichungen musste der ukrainische Generalstab sogar anvisierte militärische Pläne über den Haufen werfen. Jetzt soll die mutmaßliche undichte Stelle entlarvt sein.

Ukraine-Leaks: Geleakte US-Dokumente - wer steckt dahinter?

Erstmeldung vom 13. April: Washington - Ein Riesen-Skandal um geleakte US-Geheimdienst-Dokumente - ausgelöst durch einen während des Corona-Lockdowns gelangweilten und nach Aufmerksamkeit suchenden jungen Mannes?

Laut zwei Informanten der Washington Post soll es so gewesen sein. In ausführlichen Interviews schilderten sie dem US-Blatt, dass der Angestellte einer US-Militärbasis sie in einem Online-Netzwerk regelmäßig mit Geheiminformationen der US-Regierung versorgte. Bis die ganze Sache aufflog und nun immer mehr Details aus den geleakten Papieren an die Öffentlichkeit dringen.

US-Leaks: Militärmitarbeiter schmuggelte wohl Dokumente vom Arbeitsplatz

Der Urheber der Leaks soll die Geheiminformationen von seinem Arbeitsplatz geschmuggelt haben und sie seit vergangenem Winter auf der Gaming-Plattform „Discord“ veröffentlicht haben. Rund 20 Jugendliche und junge Männer aus unterschiedlichen Ländern hätten sich dort in einer privaten Gruppe zusammengetan.

Ihre Gemeinsamkeiten: Eine Vorliebe für Waffen und militärische Ausrüstung, ein starker Glaube an Gott und die Suche nach Gleichgesinnten während des Corona-Lockdowns. Auch Rassismus und Antisemitismus soll in der Gruppe eine gewisse Rolle gespielt haben.

Der inoffizielle Anführer der Gruppe sei ein Mitglied namens OG gewesen, schreibt das US-Blatt, etwa 25 Jahre alt. „Er ist fit. Er ist stark. Er ist bewaffnet. Er ist trainiert. So ziemlich alles, was man in einem verrückten Film erwarten würde“, beschreibt ihn einer der Informanten der Washington Post, ein 18-Jähriger. OG hätte angegeben, auf einer US-Militärbasis zu arbeiten und Teile seiner Tage in einer gesicherten Anlage zu sein, in der Handys und elektronische Geräte verboten waren.

Ein CNN-Video soll die Festnahme des Verdächtigen (li.) im Fall der Ukraine Leaks zeigen.

Geheimdokumente fanden nur wenig Beachtung bei „Discord“

Eines Tages habe OG begonnen, Nachrichten mit seltsamen Fachbegriffen zu posten - offenbar wortgetreue Anschriften von Geheimdienst-Papieren, die er mit den anderen Mitgliedern der Discord-Gruppe teilte. Hunderte solcher Botschaften soll er in den kommenden Monaten veröffentlicht haben.

Die komplizierten Texte, die der Mann offenbar abgetippt und mit erklärenden Hinweisen versehen hatte, lasen nur wenige in der Gruppe genau. OG soll frustriert darüber gewesen sein, dass er so wenig Beachtung damit fand. Nach einer Weile war ihm das Abtippen wohl zu mühsam: Er schmuggelte die Dokumente offenbar von seinem Arbeitsplatz und fotografierte sie in seinem Zimmer, was der Hintergrund einiger Bilder belegen soll.

„Definitiv kein Whistleblower“: Leak soll nicht politisch motiviert gewesen sein

Ein Whistleblower also, der mit seinen Nachrichten die Öffentlichkeit wachrütteln wollte? Einer wie Edward Snowden? Mitnichten, berichtete der 18-jährige Bekannte der Washington Post: „Ich würde ihn definitiv nicht als Whistleblower bezeichnen.“

Das Motiv von OG sei „ein bisschen Angeben vor Freunden“ gewesen, „aber auch den Wunsch, uns auf dem Laufenden zu halten“. Er hätte die jüngeren Mitglieder belehren und sich als Anführer profilieren wollen. Der US-Regierung sei er aber „nicht feindlich gesinnt“ gewesen und habe auch darauf bestanden, „nicht für die Interessen irgendeines Landes“ zu arbeiten. Auch im Ukraine-Krieg habe er wohl eine neutrale Position eingenommen.

US-Geheimdokumente sollten innerhalb der Gruppe bleiben - doch das ging schief

OG soll die rund zwei Dutzend Mitglieder, die die abfotografierten Dokumente sehen konnten, zudem streng angewiesen haben, die Sache geheimzuhalten. Dies schien einige Zeit zu funktionieren, bis am 28. Februar 2023 ein Mitglied offenbar mehrere von OG veröffentlichten Fotos auf einem anderen Server der Gaming-Plattform „Discord“ veröffentlichte.

Der Weg der Dokumente verselbständigte sich. Sie landeten auf russischen Telegram-Kanälen, dem Message-Board 4chan und schließlich auf Twitter. Dort wurden US-Medien darauf aufmerksam wurden und mit ihrer Berichterstattung das ganze Ausmaß des Leak-Skandals aufmerksam machten.

Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern

Joe Biden gehört seit vielen Jahren zum Establishment der Demokratischen Partei und blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Bei der US-Wahl 2020 ist es ihm im dritten Anlauf endlich gelungen, sein großes Ziel zu erreichen: Biden ist zum 46. Präsidenten der USA gewählt worden. Es war die Krönung eines jahrzehntelangen Politikerlebens, in dem er auch schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte.
Joe Biden gehört seit vielen Jahren zum Establishment der Demokratischen Partei und blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Bei der US-Wahl 2020 ist es ihm im dritten Anlauf endlich gelungen, sein großes Ziel zu erreichen: Biden ist zum 46. Präsidenten der USA gewählt worden. Es war die Krönung eines jahrzehntelangen Politikerlebens, in dem er auch schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte.  © Angela Weiss/afp
Joseph „Joe“ Robinette Biden, Jr. wurde am 20. November 1942 in Scranton (Pennsylvania) geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften begann der Jurist Ende der 60er-Jahre, sich politisch zu engagieren. Zunächst ließ er sich im US-Bundesstaat Delaware als Unabhängiger registrieren – weil er weder den republikanischen Präsidenten Richard Nixon noch den demokratischen Gouverneur Charles Terry ausstehen konnte. Um die Lage nach der Ermordung von Martin Luther King im April 1968 zu beruhigen, hatte Terry die Nationalgrade zu Hilfe gerufen. Für Biden wurde die Bürgerrechtsbewegung zum Auslöser seiner Politisierung.
Joseph „Joe“ Robinette Biden, Jr. wurde am 20. November 1942 in Scranton (Pennsylvania) geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften begann der Jurist Ende der 60er-Jahre, sich politisch zu engagieren. Zunächst ließ er sich im US-Bundesstaat Delaware als Unabhängiger registrieren – weil er weder den republikanischen Präsidenten Richard Nixon noch den demokratischen Gouverneur Charles Terry ausstehen konnte. Um die Lage nach der Ermordung von Martin Luther King im April 1968 zu beruhigen, hatte Terry die Nationalgrade zu Hilfe gerufen. Für Biden wurde die Bürgerrechtsbewegung zum Auslöser seiner Politisierung. © afp
Im Jahr 1972 trat Biden im Alter von nur 29 Jahren bei der Wahl zum US-Senat an. Er besiegte den langjährigen republikanischen Vertreter Cale Boggs und zog als einer der jüngsten Senatoren in den Kongress ein. Der Triumph wurde allerdings von einem schweren Autounfall am 18. Dezember 1972 überschattet, bei dem seine erste Ehefrau Neilia und Tochter Naomi ums Leben kamen. Die Söhne Beau und Hunter überlebten verletzt. Seinen Eid legte Biden im Januar 1973 am Krankenbett von Beau ab, dessen Bein immer noch im Streckverband war. 1977 heiratete Biden die Lehrerin Jill Tracy Jacobs. Aus dieser Ehe stammt Tochter Ashley.
Im Jahr 1972 trat Biden im Alter von nur 29 Jahren bei der Wahl zum US-Senat an. Er besiegte den langjährigen republikanischen Vertreter Cale Boggs und zog als einer der jüngsten Senatoren in den Kongress ein. Der Triumph wurde allerdings von einem schweren Autounfall am 18. Dezember 1972 überschattet, bei dem seine erste Ehefrau Neilia und Tochter Naomi ums Leben kamen. Die Söhne Beau (links) und Hunter überlebten verletzt. Seinen Eid legte Biden im Januar 1973 am Krankenbett von Beau ab, dessen Bein immer noch im Streckverband war. 1977 heiratete Biden die Lehrerin Jill Tracy Jacobs (rechts). Aus dieser Ehe stammt Tochter Ashley. © afp
Von 1973 bis 2009 saß Biden 36 Jahre lang als Vertreter des Bundesstaates Delaware im Senat. Er wohnte allerdings weiterhin in Wilmington (Delaware) und pendelte jeden Tag per Bahn nach Washington, D.C. 1994 war er maßgeblich an einem heute kontrovers diskutierten Gesetz zur Reform des Strafrechts und der Inneren Sicherheit beteiligt. Mitte der 90er sprach er sich für die Nato-Intervention in Bosnien-Herzegowina und die Bombardierung Serbiens im Kosovo-Krieg 1999 aus. Im Jahr 2002 stimmte er für die Irak-Resolution.
Von 1973 bis 2009 saß Biden 36 Jahre lang als Vertreter des Bundesstaates Delaware im Senat. Er wohnte allerdings weiterhin in Wilmington (Delaware) und pendelte jeden Tag per Bahn nach Washington, D.C. 1994 war er maßgeblich an einem heute kontrovers diskutierten Gesetz zur Reform des Strafrechts und der inneren Sicherheit beteiligt. Mitte der 90er sprach er sich für die Nato-Intervention in Bosnien-Herzegowina und die Bombardierung Serbiens im Kosovo-Krieg 1999 aus. Im Jahr 2002 stimmte er für die Irak-Resolution.  © Jerome Delay/afp
Im Juni 1987 erklärte Biden seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 1988. Nur sechs Wochen später war er aber wieder raus aus dem Rennen, noch ehe es richtig begonnen hatte. Der Grund war eine peinliche Plagiatsaffäre. Biden hatte eine Rede des britischen Labour-Vorsitzenden Neil Kinnock teilweise kopiert. Die darin enthaltenen Details passten allerdings nur zu Kinnocks Leben, nicht zu Bidens. „Ich habe einige dumme Dinge getan und ich werde wieder dumme Dinge tun“, verteidigte er sich noch, bevor er kurz danach seine Kandidatur zurückzog.
Im Juni 1987 erklärte Biden seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 1988. Nur sechs Wochen später war er aber wieder raus aus dem Rennen, noch ehe es richtig begonnen hatte. Der Grund war eine peinliche Plagiatsaffäre. Biden hatte eine Rede des britischen Labour-Vorsitzenden Neil Kinnock teilweise kopiert. Die darin enthaltenen Details passten allerdings nur zu Kinnocks Leben, nicht zu Bidens. „Ich habe einige dumme Dinge getan und ich werde wieder dumme Dinge tun“, verteidigte er sich noch, bevor er kurz danach seine Kandidatur zurückzog. © Imago
20 Jahre später versuchte es Biden ein zweites Mal. Doch erneut ging seine Kandidatur fürs Präsidentenamt schief. Diesmal war die Konkurrenz von Barack Obama und Hillary Clinton einfach zu stark für ihn. Nachdem Biden bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa gerade einmal ein Prozent der Stimmen erhalten hatte, gab Biden das Rennen auf. Noch 2019 verhöhnte ihn Donald Trump aufgrund dieses Ergebnisses und bezeichnete Biden als „1% Joe“.
20 Jahre später versuchte es Biden ein zweites Mal. Doch erneut ging seine Kandidatur fürs Präsidentenamt schief. Diesmal war die Konkurrenz von Barack Obama und Hillary Clinton einfach zu stark für ihn. Nachdem Biden bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa gerade einmal ein Prozent der Stimmen erhalten hatte, gab Biden das Rennen auf. Noch 2019 verhöhnte ihn Donald Trump aufgrund dieses Ergebnisses und bezeichnete Biden als „1% Joe“.  © Imago
Am Ende wurde die US-Wahl 2008 doch noch zu einem Erfolg für Biden. Als Vizepräsident unter Barack Obama konnte er die Politik in den nächsten Jahren maßgeblich mitbestimmen. So war Biden in der ersten Amtszeit ein lautstarker Förderer der 2010 verabschiedeten Gesundheitsreform, die unter dem Namen „Obamacare“ bekannt wurde. Im Mai 2012 sorgte Biden für Schlagzeilen, als er sich dafür aussprach, in den gesamten USA gleichgeschlechtliche Ehen zu ermöglichen. 2015 wurde sie durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs landesweit legalisiert.
Am Ende wurde die US-Wahl 2008 doch noch zu einem Erfolg für Biden. Als Vizepräsident unter Barack Obama konnte er die Politik in den nächsten Jahren maßgeblich mitbestimmen. So war Biden in der ersten Amtszeit ein lautstarker Förderer der 2010 verabschiedeten Gesundheitsreform, die unter dem Namen „Obamacare“ bekannt wurde. Im Mai 2012 sorgte Biden für Schlagzeilen, als er sich dafür aussprach, in den gesamten USA gleichgeschlechtliche Ehen zu ermöglichen. 2015 wurde sie durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs landesweit legalisiert. © Emmanuel Dunand/afp
Bei der US-Wahl 2012 sicherten sich Obama und Biden eine zweite gemeinsame Amtszeit. Im Wahlkampf konnte Biden mit einem griffigen Slogan punkten: „Bin Laden ist tot und General Motors lebt“. Biden spielte damit auf Erfolge der Regierung in der ersten Amtszeit an. So war Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden im Mai 2011 vom US-Militär in Pakistan getötet worden. Für die Rettung des verstaatlichten Autoherstellers General Motors gab die US-Regierung insgesamt 51 Milliarden Dollar aus.
Bei der US-Wahl 2012 sicherten sich Obama und Biden eine zweite gemeinsame Amtszeit. Im Wahlkampf konnte Biden mit einem griffigen Slogan punkten: „Bin Laden ist tot und General Motors lebt“. Biden spielte damit auf Erfolge der Regierung in der ersten Amtszeit an. So war Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden im Mai 2011 vom US-Militär in Pakistan getötet worden. Für die Rettung des verstaatlichten Autoherstellers General Motors gab die US-Regierung insgesamt 51 Milliarden Dollar aus. © Pete Souza/afp
Nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Dezember 2012 übernahm Biden den Vorsitz einer Arbeitsgruppe für eine Änderung des Waffenrechts. Eine Verschärfung auf Bundesebene fand aber keine Mehrheit im Kongress. Kurz vor Ende der zweiten Amtsperiode verlieh Obama seinem Vize unangekündigt die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Biden sei der „beste Vizepräsident, den wir je hatten“, sagte Obama damals.
Nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Dezember 2012 übernahm Biden den Vorsitz einer Arbeitsgruppe für eine Änderung des Waffenrechts. Eine Verschärfung auf Bundesebene fand aber keine Mehrheit im Kongress. Kurz vor Ende der zweiten Amtsperiode verlieh Obama seinem Vize unangekündigt die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Biden sei der „beste Vizepräsident, den wir je hatten“, sagte Obama damals. © Nicholas Kamm/afp
Biden wurde seit Obamas Wiederwahl immer wieder als möglicher Nachfolger genannt. Am 21. Oktober 2015 gab Biden allerdings bekannt, 2016 nicht für die Präsidentschaft kandidieren zu wollen. Grund war der Tod seines Sohnes Beau, der im Mai 2015 an einem Gehirntumor gestorben war. Später bedauerte er, auf eine Kandidatur verzichtet zu haben. Für die Demokraten trat dafür Hillary Clinton an, die die Wahl gegen Donald Trump überraschend verlor.
Biden wurde seit Obamas Wiederwahl immer wieder als möglicher Nachfolger genannt. Am 21. Oktober 2015 gab Biden allerdings bekannt, 2016 nicht für die Präsidentschaft kandidieren zu wollen. Grund war der Tod seines Sohnes Beau, der im Mai 2015 an einem Gehirntumor gestorben war. Später bedauerte er, auf eine Kandidatur verzichtet zu haben. Für die Demokraten trat dafür Hillary Clinton an, die die Wahl gegen Donald Trump überraschend verlor. © Kevin Lamarque/afp
Über seinen Sohn Beau lernte Biden die Juristin Kamala Harris kennen, die er bei der US-Wahl 2020 dann zu seiner Vize-Kandidatin machte. Harris war 2003 zur ersten Bezirksstaatsanwältin in San Francisco gewählt worden, bevor sie im Januar 2011 als Attorney General von Kalifornien vereidigt wurde. Dieses Amt stellt eine Kombination aus Justizministerin und Generalstaatsanwältin dar. 2017 zog sie als zweite „Person of Colour“ in den US-Senat ein.
Über seinen Sohn Beau lernte Biden die Juristin Kamala Harris kennen, die er bei der US-Wahl 2020 dann zu seiner Vize-Kandidatin machte. Harris war 2003 zur ersten Bezirksstaatsanwältin in San Francisco gewählt worden, bevor sie im Januar 2011 als Attorney General von Kalifornien vereidigt wurde. Dieses Amt stellt eine Kombination aus Justizministerin und Generalstaatsanwältin dar. 2017 zog sie als zweite „Person of Colour“ in den US-Senat ein. © Mandel Ngan/afp
Im Wahlkampf spielte aber vor allem Bidens anderer Sohn eine Rolle. Hunter Biden war 2014 in den Verwaltungsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma aufgenommen worden – just zu einer Zeit, da sein Vater als Vizepräsident für die Ukraine zuständig war. Bidens Widersacher Donald Trump sprach von Korruption und setzte die ukrainische Regierung unter Druck, entsprechende Untersuchungen einzuleiten.
Im Wahlkampf spielte aber vor allem Bidens anderer Sohn eine Rolle. Hunter Biden war 2014 in den Verwaltungsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma aufgenommen worden – just zu einer Zeit, da sein Vater als Vizepräsident für die Ukraine zuständig war. Bidens Widersacher Donald Trump sprach von Korruption und setzte die ukrainische Regierung unter Druck, entsprechende Untersuchungen einzuleiten. Eine private Besonderheit: Nur sechs Tage nachdem er sie kennengelernt hatte, wurde Melissa Cohen 2019 seine zweite Ehefrau. © Roberto Schmidt/afp
Trotz der Vorwürfe gewann Joe Biden die Wahl. Am 6. Januar 2021 kamen der Senat und das Repräsentantenhaus zusammen, um das Ergebnis offiziell zu zertifizieren. Als ein aufgebrachter Trump-Mob das Kapitol stürmte, hielt die Welt für mehrere Stunden den Atem an. Einen Tag später konnte der Kongress seine Arbeit dann aber wieder aufnehmen. Am 20. Januar 2021 wurde Joe Biden schließlich zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt.
Trotz der Vorwürfe gewann Joe Biden die Wahl. Am 6. Januar 2021 kamen der Senat und das Repräsentantenhaus zusammen, um das Ergebnis offiziell zu zertifizieren. Als ein aufgebrachter Trump-Mob das Kapitol stürmte, hielt die Welt für mehrere Stunden den Atem an. Einen Tag später konnte der Kongress seine Arbeit dann aber wieder aufnehmen. Am 20. Januar 2021 wurde Joe Biden schließlich zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. © afp
Bidens Amtszeit wird überschattet vom Ukraine-Krieg. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in das Nachbarland am 24. Februar 2022 verhängte Biden Sanktionen gegen Russland, stockte die US-Truppen in Europa auf und unterstützt die Ukraine mit finanziellen Hilfen und Lieferung von Militärtechnik. Im März 2022 bezeichnete Biden den russischen Präsidenten Wladimir Putin als „Kriegsverbrecher“ und „mörderischen Diktator“.
Bidens Amtszeit wird überschattet vom Ukraine-Krieg. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in das Nachbarland am 24. Februar 2022 verhängte Biden Sanktionen gegen Russland, stockte die US-Truppen in Europa auf und unterstützt die Ukraine und ihren Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit finanziellen Hilfen und Lieferung von Militärtechnik. Im März 2022 bezeichnete Biden den russischen Präsidenten Wladimir Putin als „Kriegsverbrecher“ und „mörderischen Diktator“. © Oliver Douliery/afp
Kurz vor der US-Wahl 2024 machten sich allerdings zunehmend die Strapazen des Amtes bei Joe Biden bemerkbar. Sein TV-Duell gegen Donald Trump wurde zum Debakel. Nach wochenlangen Debatten über seine Gesundheit zog Biden am 21. Juli seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl. „Es war die größte Ehre meines Lebens, als Ihr Präsident zu dienen“, erklärte Biden. Er ist der erste Präsident in der Geschichte der USA, der seine Kandidatur aufgrund von Bedenken bezüglich seiner geistigen und körperlichen Fitness aufgibt.
Kurz vor der US-Wahl 2024 machten sich allerdings zunehmend die Strapazen des Amtes bei Joe Biden bemerkbar. Sein TV-Duell gegen Donald Trump wurde zum Debakel. Nach wochenlangen Debatten über seine Gesundheit zog Biden am 21. Juli seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl. „Es war die größte Ehre meines Lebens, als Ihr Präsident zu dienen“, erklärte Biden. Er ist der erste Präsident in der Geschichte der USA, der seine Kandidatur aufgrund von Bedenken bezüglich seiner geistigen und körperlichen Fitness aufgibt. © Chris Delmas/AFP

Urheber des US-Leaks: Informanten verheimlichen Namen und Aufenthaltsland

Inzwischen fahnden US-Beamten auf Hochtouren nach dem Mann, der verbotenerweise geheime Dokumente zum Ukraine-Krieg und andere politisch hochsensible Themen veröffentlicht haben soll. Die beiden jungen Männer, mit denen die Washington Post sprach, sollen Namen und Aufenthaltsort des angeblichen Urhebers des Skandals kennen, wollen ihn aber nicht verraten. Ihre Überzeugung: OG werde ohne rechtmäßiges Verfahren in Guantanamo oder woanders verschwinden, wenn er gefunden werde.

Der angebliche Urheber der Leaks soll nicht gewollt haben, dass die von ihm geposteten Papiere den Weg in die breite Öffentlichkeit finden, schildern seine Bekannten: Als die von ihm geposteten Dokumente auf Twitter erschienen, soll er sehr hektisch und nervös reagiert haben. „Er sagte, dass etwas passiert sei, und er betete zu Gott, dass dieses Ereignis nicht passieren würde“, schildert der 18-Jährige. Doch da war es bereits zu spät. (smu)

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter@CNN

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