VonGeorg Anastasiadisschließen
Joe Biden sendet mit seinem Besuch in Kiew ein wichtiges Signal für die Ukraine und Europa. Und das Treffen mit Selensky ist auch die richtige Antwort für jene, die in Angst vor Putin kapitulieren wollen, kommentiert Georg Anastasiadis.
Für die vom Krieg zerschundenen Menschen in der Ukraine und für ganz Europa war dieser Montag ein Tag der Freude und der Hoffnung: Die USA bleiben an der Seite der europäischen Demokratien, bis die von Putin entfesselte Kriegsfurie vertrieben ist. Das ist das geschichtliche Versprechen, das US-Präsident Joe Biden ein Jahr nach Russlands Überfall auf die Ukraine mit seinem ersten Besuch in Kiew gab. 60 Jahre nach John F. Kennedys umjubeltem Besuch im von Sowjetrussland bedrängten Berlin und seinem berühmt gewordenen „Ich bin ein Berliner“ verknüpft Amerika erneut sein Schicksal mit dem der Europäer.
Biden hätte Termin für Kiew-Besuch nicht besser wählen können
Biden hätte seinen Termin nicht besser wählen können. Vier Tage vor dem niederschmetternden Jahrestag des Kriegsausbruchs und einen Tag vor der – vom Kreml mit viel Tamtam angekündigten – Rede Putins lautet seine Botschaft an die Völker: Wir lassen uns nicht entmutigen, ganz egal, welche neue Lügen und schamlosen Drohungen der Kriegsverbrecher ausstoßen mag. Damit stemmt sich die Führungsmacht der freien Welt auch gegen den am stärksten in Deutschland wachsenden Überdruss, der Ukraine zu helfen. Manche haben die Zeit der säbelrasselnden nuklearen Abschreckung im Kalten Krieg vergessen oder nie erlebt und sich von ihren Ängsten vor einer atomaren Eskalation überwältigen lassen. Anderen ist der Krieg schlicht lästig, da zu teuer geworden. Und wieder andere weit Links und ganz Rechts trauen sich, wieder ihren Antiamerikanismus zu bekennen, jetzt, da mehr Bürger abgestumpft reagieren auf die Bilder vom herzzerreißenden Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer.
Hunderttausend Menschen wollen Sarah Wagenknecht, Alice Schwarzer und ihre neuen Freunde von der AfD am Wochenende für ihr zynisches „Friedensbündnis“ auf die Beine bringen, das doch nur ein Ziel verfolgt: vor Putins Plan für die Vernichtung der Ukraine zu kapitulieren. Bidens Aufruf, unsere Freiheit mutig zu verteidigen, ist die richtige Antwort auf ihre Agenda der Angst.
Georg Anastasiadis
