US-Präsidentschaftswahl 2024: J.D. Vance kritisiert Vizekandidat Tim Walz scharf
VonSimon Schröder
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Der US-Wahlkampf wird hitziger: Trumps Vize Vance wirft Walz, vor, während seiner Zeit in der Nationalgarde den Irak-Einsatz vermieden zu haben.
Detroit – In Detroit hat J.D. Vance, der Vizepräsidentschaftskandidat von Donald Trump für die bevorstehenden US-Wahlen, scharfe Kritik an seinem direkten Gegner Tim Walz geübt. Er griff den Vizekandidaten der Demokraten an und versuchte, dessen Dienstzeit bei der Nationalgarde herabzuwürdigen.
Seit dem 6. August ist Tim Walz offiziell der Vizepräsidentschaftskandidat von Kamala Harris und wird im November an ihrer Seite auf dem Stimmzettel stehen. Nachdem Präsident Joe Biden sich aus den US-Wahlen zurückgezogen hatte, übernahm Harris seinen Wahlkampf innerhalb weniger Tage. Nur ein Vizekandidat fehlte noch.
Nun steht das Team Trump vor einer großen Herausforderung: Es müssen neue Angriffspunkte gefunden werden. J.D. Vance glaubt, diese in der Person von Tim Walz, dem Gouverneur von Minnesota, gefunden zu haben. Er wirft ihm vor, den Militärdienst vorzeitig beendet zu haben, um einem Auslandseinsatz im Irak zu entgehen.
Walz Karriere in der Nationalgarde als Argument für seine Nominierung zu Harris‘ Vizekandidaten
Vance beschuldigte Walz auch der Unwahrheit, als er behauptete, der 60-jährige Vizekandidat der Demokraten hätte während seiner Zeit in der Nationalgarde in einem Kriegsgebiet gedient. Walz hatte insgesamt 24 Jahre im US-Militär gedient. Diese langjährige Militärkarriere ist ein wichtiger Grund, warum Walz als Vizekandidat von Harris ausgewählt wurde. Als Veteran soll er eine neue Wählergruppe für die Harris-Kampagne erschließen. Aus diesem Grund versucht das Trump-Team, seinen militärischen Hintergrund zu diskreditieren, wie CNN berichtet.
Lauren Hitt, Sprecherin der Harris-Kampagne, äußerte sich in einem Statement über Walz: „Nach 24 Jahren Militärdienst ging Gouverneur Walz 2005 in den Ruhestand und kandidierte für den Kongress, wo er den Vorsitz in der Abteilung für Veteranenangelegenheiten innehatte und ein unermüdlicher Fürsprecher für unsere Männer und Frauen in Uniform war – und als Vizepräsident wird er sich weiterhin unermüdlich für unsere Veteranen und Militärfamilien einsetzen.“
Walz Militärhintergrund im Fokus von Trumps-Team: J.D. Vance wettert gegen den Demokraten
Vance, ebenfalls ein Veteran, war sechs Monate im Irak stationiert. Am Mittwoch in Detroit, Michigan, äußerte er sich kritisch über Walz: „Als das ‚United States Marine Corps‘, als die Vereinigten Staaten von Amerika mich baten, in den Irak zu gehen, um meinem Land zu dienen, tat ich es. Ich habe getan, worum sie mich gebeten haben, und ich habe es ehrenhaft getan, und ich bin sehr stolz auf diesen Dienst“, sagte Vance. „Als Tim Walz von seinem Land gebeten wurde, in den Irak zu gehen, wissen Sie, was er getan hat? Er verließ die Armee und erlaubte seiner Einheit, ohne ihn zu gehen.“
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an
Tatsächlich verließ Walz seine Militäreinheit, bevor bekannt wurde, dass das US-Militär einen Einsatz im Irak haben wird. Am 10. Februar 2005 stellte er einen Antrag bei der Bundeswahlbehörde, um als Kandidat für das US-Repräsentantenhaus antreten zu können. Erst einen Monat danach wurde bekannt gegeben, dass die Nationalgarde auch im Irak stationiert werden würde. Seine eigene Einheit erhielt die Benachrichtigung, dass sie auch im Irak zum Einsatz kommen würde, erst im Juli 2005 – nachdem Walz das Militär verlassen hatte.
Trump braucht eine neue Strategie nach Bidens Rücktritt von den US-Wahlen
Dieser neue Angriffspunkt von Vance zeigt auch ein Problem der Trump-Kampagne auf: Seit Präsident Biden das Zepter an seine Vizepräsidentin abgegeben hat, fehlt es Donald Trump und seinem Team an einer klaren Strategie. Vorher war Bidens Alter der Hauptangriffspunkt der Kampagne. Die Botschaft lautete, Biden sei zu alt für das Amt des Präsidenten, er könne das Land nicht mehr souverän regieren. Harris macht es der Trump-Kampagne nicht mehr so einfach.
Das Momentum liegt derzeit bei der Harris-Kampagne. Marc Short, ehemaliger Stabschef von Vizepräsident Mike Pence unter Trump, glaubt, der ehemalige Präsident müsse sich im Wahlkampf stärker an die Botschaften seines Wahlkampfteams halten: „Ich denke, es bleibt noch viel Zeit. Aber ich bin auch nicht optimistisch, dass er sich diszipliniert an die Botschaften halten wird“, sagte er gegenüber AP News.
„Es ist schwer, darauf zu vertrauen, dass es eine koordinierte Anstrengung geben wird, um das hervorzuheben, denn wir (die Republikanische Partei, Anm. d. Red.) werden weiterhin Dinge tun, wie z. B. darüber zu debattieren, ob Harris Native American oder Afroamerikanerin ist.“ (sischr)