US-Senator: So grausig sind die Bin-Laden-Fotos

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US-Senator James Inhofe gab grausame Details über die Fotos des getöteten Terroristenführers Osama bin Laden bekannt.

Washington - Ausgewählte US-Politiker durften die Fotos des toten Terroristenführers Osama bin Laden sehen. Jetzt werden immer mehr schaurige Details über die Tötung Bin Ladens bekannt.

Geheimnis gelüftet: Erstmals hat ein US-Politiker geschildert, was auf den Fotos vom toten Osama bin Laden zu sehen ist. „Ziemlich grausam“ seien die Aufnahmen, sagte Senator James Inhofe nach Betrachtung der Bilder dem US-Fernsehsender CNN in der Nacht zum Donnerstag. Der Republikaner beschrieb etwa, wie Gehirnmasse aus den Augenhöhlen des Terroristenchefs drang. US-Präsident Barack Obama hatte sich gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen ausgesprochen, gewährt aber Kongressmitgliedern mit Funktionen in Geheimdienst- und Verteidigungsausschüssen Zugang.

“Eine der Kugeln ist durch ein Ohr ein- und durch die Augenhöhle ausgetreten, oder durch die Augenhöhle ein- und ausgetreten - und dann explodiert“, sagte Inhofe in der Nacht zum Donnerstag. Er habe insgesamt 15 Fotos des Leichnams gesehen, von denen zwölf offenbar kurz nach der Erstürmung von Bin Ladens Unterschlupf im pakistanischen Abbottabad aufgenommen wurden. Drei wurden auf dem US-Flugzeugträger gemacht, von dem aus Bin Laden im Meer bestattet wurde. 

Osama bin Laden: Leben, Tod und Schrecken

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Osama bin Laden ist tot! Zehn Jahren war der meist gefürchtete Terrorist der Welt auf der Flucht. US-Soldaten spürten ihn am frühen Morgen des 2. Mai 2011 in seinem Versteck in Pakistan auf und erschossen ihn. Der Leichnam des Al-Kaida-Führers wurde auf See bestattet, wie aus US-Regierungskreisen verlautete. Bin Laden wurde vermutlich am 10. März 1957 in Saudi-Arabien geboren.
Osama bin Laden ist tot! Zehn Jahren war der meist gefürchtete Terrorist der Welt auf der Flucht. US-Soldaten spürten ihn am frühen Morgen des 2. Mai 2011 in seinem Versteck in Pakistan auf und erschossen ihn. Der Leichnam des Al-Kaida-Führers wurde auf See bestattet, wie aus US-Regierungskreisen verlautete. Bin Laden wurde vermutlich am 10. März 1957 in Saudi-Arabien geboren. © AP
Der Sohn eines Bauunternehmers schloss sich 1979 den "Gotteskriegern" an. Das Ende der 1980er Jahre gegründete Terrornetzwerk Al-Kaida (“Die Basis“) kämpft für eine islamistische Weltordnung.
Der Sohn eines Bauunternehmers schloss sich 1979 den "Gotteskriegern" an. Das Ende der 1980er Jahre gegründete Terrornetzwerk Al-Kaida (“Die Basis“) kämpft für eine islamistische Weltordnung. © dpa
Bin Laden galt als der Anführer von Al-Kaida. Er soll unter anderem für die Bombenanschläge auf die US-Botschaft in Nairobi 1998 verantwortlich sein. Dabei starben 219 Menschen.
Bin Laden galt als der Anführer von Al-Kaida. Er soll unter anderem für die Bombenanschläge auf die US-Botschaft in Nairobi 1998 verantwortlich sein. Dabei starben 219 Menschen. © dpa
Der studierte Wirtschaftswissenschaftler rief seit 1998 zum "Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen" auf.
Der studierte Wirtschaftswissenschaftler rief seit 1998 zum "Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen" auf. © AP
Trauriger Höhepunkt: Zwei entführte Passagiermaschinen fliegen in die Zwillingstürme des World Trade Centers.
Trauriger Höhepunkt: Zwei entführte Passagiermaschinen fliegen in die Zwillingstürme des World Trade Centers. © AP
Bei dem Anschlag sterben rund 3000 Menschen.
Bei dem Anschlag sterben rund 3000 Menschen. © dpa
Der Al Kaida-Chef bin Laden und sein Stellvertreter Eiman el Sawahiri versteckten sich in den Bergen Pakistans.
Der Al Kaida-Chef bin Laden und sein Stellvertreter Eiman el Sawahiri versteckten sich in den Bergen Pakistans. © AP
Fortan meldete er sich nur noch mit Haasbotschaften aus dem Untergrund zu Wort.
Fortan meldete er sich nur noch mit Haasbotschaften aus dem Untergrund zu Wort. © AP
Noch aus seinem Versteck heraus gelang es ihm eine neue Generation von Gesinnungsgenossen heranzuziehen.
Noch aus seinem Versteck heraus gelang es ihm eine neue Generation von Gesinnungsgenossen heranzuziehen. © AP
"Der Gerechtigkeit ist genüge getan", sagte US-Präsident Barack Obama. Seine Landsleute feierten auf den Straßen.
"Der Gerechtigkeit ist genüge getan", sagte US-Präsident Barack Obama. Seine Landsleute feierten auf den Straßen. © dpa/AP
Ist das Foto echt? Zeigt es Osama bin Laden? Medienberichten zufolge handelt es sich hier um ein altes Foto.
Ist das Foto echt? Zeigt es Osama bin Laden? Medienberichten zufolge handelt es sich hier um ein altes Foto. © dpa
31. August 2004: Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau an der U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, 50 werden verletzt. Al Kaida bekennt sich zu der Tat.
31. August 2004: Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau an der U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, 50 werden verletzt. Al Kaida bekennt sich zu der Tat. © dpa
23. Juli 2005: Bei mehreren Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe “Heilige Krieger von Ägypten“.
23. Juli 2005: Bei mehreren Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe “Heilige Krieger von Ägypten“. © dpa
9. November 2005: Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat.
9. November 2005: Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat. © dpa

Die Bilder zeigten eindeutig, dass es sich bei dem Toten um den meistgesuchten Terroristen-Anführer handele. „Das war er. Er ist weg, er ist Geschichte“, sagte Inhofe. „Sie haben genug Blut und Material von seinem Gesicht genommen, so dass es einfach war zu identifizieren, wer es war.“

Im Laufe der Woche sollen weitere Politiker die Bilder sehen dürfen. Allerdings müssen sie sich dafür in das Hauptquartier des Geheimdienstes CIA in Langley begeben.

Bin Laden war Anfang des Monats in seinem Unterschlupf im pakistanischen Abbottabad von einer US-Spezialeinheit erschossen worden. Dabei entdeckten die Soldaten auch ein Notizbuch mit handschriftlichen Aufzeichnungen Bin Ladens. Nach Medienberichten handelt es sich um ein aufschlussreiches Buch des Al-Kaida-Führers.

Bin Ladens Notizbuch gefunden

Es enthalte zahlreiche handschriftliche Ausführungen über die Doktrin von Al-Kaida und mögliche Terrorziele sowie Angaben, wie Angriffe durchzuführen seien. Auch hohe amerikanische Feiertage wie der Unabhängigkeitstag am 4. Juli seien aufgelistet worden.

Aus dem Notizbuch stammen den Berichten zufolge auch bereits bekanntgewordene Hinweise, dass die Terrororganisation zum zehnten Jahrestag der Attentate vom 11. September 2001 spektakuläre Anschläge auf Züge in den USA plante. Allerdings handele es sich bei den Aufzeichnungen nicht um konkrete Vorhaben, sondern eher um “die Ideen“ von Bin Laden, wie ein ungenannter US-Regierungsbeamter dem Sender CNN sagte.

Der US-Geheimdienst habe durch Handschriftanalysen festgestellt, dass die Notizen von dem Top-Terroristen persönlich verfasst worden seien. Die Ermittler benötigten noch viel Zeit, alle Informationen in dem Buch auszuwerten, hieß es weiter.

Verhältnis zwischen USA und Pakistan weiter angespannt

Unterdessen gehen die Angriffe unbemannter US-Drohnen in Pakistan trotz massiver Spannungen zwischen Washington und Islamabad weiter. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten war bereits vor der Tötung Bin Ladens durch US-Soldaten auf pakistanischem Territorium angespannt. Danach verschlechterte es sich noch weiter. Die Drohnen-Einsätze schüren die anti-amerikanische Stimmung in Pakistan. Offiziell verurteilt die Regierung in Islamabad die Angriffe. Unter der Hand räumt der Geheimdienst ISI aber ein, dass die Armee die Amerikaner mit Zieldaten versorgt.

dpa

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