„Im Namen von Charlie“

US-Vize Vance moderiert „Charlie Kirk Show“ im Weißen Haus – Trump-Regierung schwört Rache

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JD Vance ehrt Charlie Kirk in einer Podcast-Sonderausgabe als christlichen Märtyrer. Während die Trump-Gefolgschaft Linke beschuldigt, warnen Kritiker.

Washington, D.C. – Im Weißen Haus hat US-Vizepräsident JD Vance eine Sonderausgabe des Podcasts des ermordeten rechten Aktivisten Charlie Kirk moderiert. Die auf der bei Konservativen beliebten Plattform Rumble übertragene Sendung diente dem Gedenken an Kirk, wobei Vance und seine Gäste dessen Vermächtnis religiös aufluden und gleichzeitig die politische Linke für das Attentat verantwortlich machten.

Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter

Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten. Eine Chronologie der Ereignisse. © FBI (2)/IMAGO / SOPA Images
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte.
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte. © Tess Crowley
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.  © Tess Crowley/dpa
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte.
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte. © Lindsey Wasson/dpa
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.  © IMAGO/Charles-McClintock Wilson
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden.
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten.
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten. © Tess Crowley/dpa
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat.
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat. © IMAGO/Charles McClintock Wilson
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften.
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften. © Tyler Tate/dpa
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht.
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht.
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht. © Tess Crowley/dpa
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.  © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner.
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner. © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.  © IMAGO/Vincent Carchietta
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.  © Lindsey Wasson/dpa
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.  © Madeleine Kelly/dpa
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer.
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer. © Ross D. Franklin/dpa
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk.
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk. © Tess Crowley/dpa
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar.
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar. © Ross D. Franklin/dpa
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer.
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer. © Ross D. Franklin/dpa
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk.
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk. © Mark Schiefelbein/dpa
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand.
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand. © Alex Goodlett/dpa
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden.
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden. © Ross D. Franklin/dpa
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag.
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag. © IMAGO/Madeleine Kelly
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen.
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen. © Lindsey Wasson/dpa
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild)
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild) © Manuel Balce Ceneta/dpa
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen.
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen. © FBI (2)
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat neue Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat zwei Tage nach der tat Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.  © IMAGO / UPI Photo/ FBI (Collage)
US-Medien berichten über den Tatverdächtigen im Fall Charlie Kirk.
Zwei Tage nach der Tat verkündete Donald Trump live im TV die Festnahme des mutmaßlichen Täters im Fall Charlie Kirk. Es handelt sich um einen 22-Jährigen aus Utah. © Patrick T. Fallon/AFP

US-Präsident Donald Trump hatte bereits kurz nach der Tat die Rhetorik „radikaler Linker“ für den Anschlag verantwortlich gemacht. Vance kündigte in der Sendung an, man werde gegen „das Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen“ vorgehen, das seiner Darstellung nach Gewalt fördere. Der Vizepräsident betonte zwar, er sei dankbar für Beileidsbekundungen vieler Demokraten, beharrte jedoch darauf, dass politisch motivierte Gewalt kein Problem beider Seiten sei, sondern primär das einer „mächtigen Minderheit am linken Rand“.

Trumps Stabschef will gegen „inländische Terrorbewegung“ vorgehen

Noch deutlicher als Vance wurde Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller, der in der Podcast-Folge von einer „organisierten Kampagne“ linker Gruppen sprach und diese als „inländische Terrorbewegung“ bezeichnete. Man werde umfassende Ressourcen der US-Regierung nutzen, um diese Bewegung „im Namen von Charlie“ zu zerschlagen.

Kritiker werfen der Trump-Regierung vor, damit die ohnehin angespannte Stimmung im Land weiter anzuheizen, anstatt einende Worte zu wählen. Demokraten argumentieren, dass Donald Trump und sein Lager mit ihrer eigenen aggressiven Sprache den Boden für Gewalt bereiten.

US-Vize JD Vance moderiert die „Charlie Kirk Show“ im Weißen Haus.

Atentat auf Charlie Kirk verstärkt die Spaltung der USA

Der 31-jährige Kirk, Gründer der konservativen Jugendorganisation Turning Point USA, war vergangene Woche auf dem Campus einer Universität in Utah angeschossen worden und später im Krankenhaus gestorben. Ein 22-jähriger Tatverdächtiger wurde nach einem Hinweis aus dessen eigener Familie festgenommen. FBI-Chef Kash Patel bestätigte gegenüber Fox News, dass DNA-Spuren auf einem um eine Waffe gewickelten Handtuch sowie auf einem Schraubenzieher vom Tatort mit der DNA des Verdächtigen übereinstimmten.

Die politische Schlagkraft von Kirks Tod zeigt sich bereits: Seit dem Attentat gerieten zahlreiche Privatpersonen ins Visier von Kirk-Anhängern, teils wegen Verharmlosung der Tat, teils aber auch nur, weil sie auf umstrittene Äußerungen Kirks hingewiesen hatten. Das US-Außenministerium drohte zudem Ausländern mit dem Entzug ihrer Visa, sollten sie die Tat im Internet rechtfertigen.

Auch ZDF-Journalist Elmar Theveßen geriet in den Fokus, nachdem er in einem Podcast Trumps Stabschef Miller mit Überzeugungen aus dem Dritten Reich in Verbindung gebracht hatte. Der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, bezeichnete Theveßen daraufhin auf X als „linksradikal“ und forderte, ihm das US-Visum zu entziehen. Das ZDF reagierte knapp: „Die Arbeit von Elmar Theveßen ist durch die Pressefreiheit geschützt.“

Trumps Dunstkreis feiert Charlie Kirk als „Amerikas größten christlichen Märtyrer“

Kirks Ehefrau Erika und Weggefährten wie der ultrarechte Publizist Steve Bannon nutzen unterdessen die Reichweite des Getöteten, um dessen Anhänger weiter anzusprechen. Sie bezeichneten Kirk unter anderem als „Amerikas größten christlichen Märtyrer“. Turning Point USA, die von Kirk 2012 gegründete Organisation, verschickte Spendenaufrufe, in denen sein Tod als Aufruf zum politischen Engagement dargestellt wurde.

Im von Vance moderierten Podcast wurde Kirks Vermächtnis ebenfalls stark religiös gerahmt. Die Teilnehmer – neben Vance und Miller auch Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Trumps Sprecherin Karoline Leavitt – leiteten daraus den Auftrag ab, Kirks Netzwerk fortzuführen und auszubauen. Vor allem junge Konservative sollten sich demnach offen zum Christentum bekennen und Kirks Botschaften in Politik und Gesellschaft weitertragen. (Quellen: „The Charlie Kirk Show“, NBC News, Fox News, dpa) (nak)

Rubriklistenbild: © Doug Mills/Pool/AFP

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