Wahl des US-Präsidenten

Trump gegen Harris bei der US-Wahl 2024: Was Sie zum Wahlsystem wissen müssen

Am 5. November findet die US-Wahl 2024 statt. Alle Informationen zum Wahlsystem mit Electoral College und Wahlmännern im Überblick.

Washington D.C. – Zwar ist immer von den Präsidentschaftswahlen die Rede, wenn die Amerikaner an die Wahlurnen bzw. Wahlautomaten schreiten, aber so richtig stimmt das nicht. Denn die Bürger der USA wählen nicht ihren nächsten Präsidenten. Sie bestimmen vielmehr die Wahlmänner, die wiederum über das Staatsoberhaupt und seinen Vize entscheiden. Denn die Wähler wählen den Präsidenten nicht direkt, sie nehmen über die Wahlmänner indirekt Einfluss.

US-Wahl 2024
Termin5. November 2024
KandidatenDonald Trump (Republikaner), Kamala Harris (Demokraten)

Das Wahlsystem der US-Wahl 2024 im Überblick

Die US-Wahl verläuft nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip: Vor der Wahl benennen die Parteien ihre Wahlmänner. Die Wähler eines Staates geben ihre Stimme einem dieser Kandidaten. Die Partei des Gewinners schickt die Wahlmänner in das sogenannte Electoral College. Die Stimmen des Verlierers sind in fast allen Staaten praktisch wertlos und beeinflussen die spätere Präsidentschaftswahl nicht.

Die US-Wahl läuft nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wie funktioniert das Wahlmänner-Prinzip?

Das Electoral College (zu Deutsch „Wahlkollegium“) tritt immer am Mittwoch nach dem zweiten Montag im Dezember zusammen. Allerdings trifft sich dieses Verfassungsorgan, anders als der Senat oder das Repräsentantenhaus, nie an einem Ort. Vielmehr geben die Wahlmänner ihre Stimmen in den Hauptstädten der Bundesstaaten ab. Die versiegelten Wahlumschläge werden an den Vizepräsidenten übermittelt, der als Präsident des Senats fungiert.

Das Electoral College bei der US-Wahl 2024: Die Anzahl der Wahlmänner

Die Anzahl der Wahlmänner im Electoral College entspricht pro Bundesstaat der Anzahl der Vertreter in beiden Häusern des Kongresses, also im Repräsentantenhaus und im Senat. Darüber hinaus hat der Bundesdistrikt Washington D.C. ebenfalls Wahlmänner, obwohl es sich nicht um einen Bundesstaat handelt.

Die Anzahl der Wahlmänner verteilt sich wie folgt:

  • Senat: Jeder Bundesstaat wird, unabhängig von seiner Größe, von zwei Senatoren vertreten. Bei 50 US-Bundesstaaten sind das insgesamt 100, deren Zahl sich nur ändern kann, wenn ein weiterer Bundesstaat den USA beitreten würde. Zwei Senatoren pro Staat bedeuten auch zwei Wahlmänner.
  • Repräsentantenhaus: Seit 1911 ist die Anzahl der Mitglieder des Repräsentantenhauses auf 435 Abgeordnete festgeschrieben. Die Verteilung der Sitze erfolgt alle zehn Jahre nach dem sogenannten Hill-Huntington-Verfahren auf Basis des United States Census (Volkszählung). So wird sichergestellt, dass die Bundesstaaten mit vielen Einwohnern mehr Abgeordnete haben als weniger einwohnerstarke. Jeder Staat muss durch mindestens einen Abgeordneten vertreten werden, die Anzahl der Wahlmänner entspricht der der Abgeordneten eines Bundesstaates.
  • Bundesdistrikt: Washington D.C. stehen so viele Wahlmänner zu wie einem Staat mit ähnlicher Bevölkerungsgröße, aber nicht mehr als dem bevölkerungsärmsten Bundesstaat. Da aktuell sieben Staaten nur einen Abgeordneten und zwei Senatoren haben, kommt der Bundesdistrikt auf drei Wahlmänner.
  • Insgesamt bilden 538 Wahlmänner das Electoral College und wählen den Präsidenten und dessen Stellvertreter.

Wahlmänner sind bei der US-Wahl nicht an den Wählerwillen gebunden

Man sollte annehmen, wenn die Wähler ihren Präsidenten nicht direkt wählen können, müssen wenigstens die Wahlmänner ihrem Willen folgen. Doch so einfach ist es nicht.

Bei der letzten Wahl im Jahr 2020 waren die Wahlmänner in 24 Bundesstaaten nur ihrem Gewissen gegenüber verpflichtet. Sie hätten auch gegen das Votum der Wähler für den anderen Kandidaten stimmen dürfen.

US-Wahl 2024: Trump oder Harris – diese Promis beziehen Stellung

Taylor Swift kündigt ihre Unterstützung für Kamala Harris bei der US-Wahl 2024 an
Wie groß der Einfluss von Prominenten auf die US-Wahl sein kann, zeigte zuletzt Taylor Swift. Der Popstar teilte ihre Unterstützung für die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamala Harris, in einem Instagram-Beitrag mit ihren 283 Millionen Followern. In einem separaten Beitrag teilte Swift auch einen Link zur Wahlregistrierung. Wie die US-Nachrichtenseite NPR berichtete, habe ein Mitarbeiter der U.S. General Services Administration (GSA) mitgeteilt, dass sicher über den geteilten Link der Sängerin in den ersten 24 Stunden bereits 405.999 Menschen für die US-Wahl 2024 registriert haben sollen. Unterzeichnet war Swifts Post außerdem mit den Worten: „Mit Liebe und Hoffnung. Taylor Swift. Kinderlose Katzenlady.“ Wohl eine Anspielung darauf, dass Trumps Vize JD Vance mehrere Demokratinnen als „kinderlose Katzenladys“ bezeichnete. © Lennart Preiss/dpa
Rapper Eminem stellt sich vor der US-Wahl auf die Seite von Kamala Harris
Auch US-Rapper Eminem schlägt sich im US-Wahlkampf auf die Seite von Kamala Harris. Bei einem Wahlkampfauftritt in seiner Heimatstadt Detroit sprach der Rapper zu Anhängerinnen und Anhängern der Demokratin. Dort sprach er auch davon, dass Harris als US-Präsidentin die „Freiheit schützen“ werde. Was er von Trump hält, hat Eminem bereits mehrfach deutlich gemacht. Im Jahr 2017 widmete er dem damaligen Präsidenten sogar ein „Freestyle“, in dem er die Politik Trumps massiv kritisierte. © Ryan Garza/IMAGO
Kid Rock heizt die Menge vor Trumps Auftritt auf dem republikanischen Parteitag vor der US-Wahl 2024 an
Doch auch der Republikaner Donald Trump erhält in seinem Wahlkampf musikalische Unterstützung. Der Sänger Kid Rock hat seine Unterstützung für den Präsidentschaftskandidaten bereits mehrfach unmissverständlich klargemacht. Am 13. Juli teilte er beispielsweise ein Video auf Facebook, in dem er oberkörperfrei in die Kamera sagt: „Wenn du dich mit Trump anlegst, legst du dich mit mir an!“ Beim diesjährigen Parteitag der Republikaner gab Kid Rock sogar den Anheizer für den Ex-Präsidenten. Am letzten Abend gab er das Lied „American Badass“ zum Besten, in dem er die Menge unter anderem mit den Worten „kämpft, kämpft, kämpft“ anstachelte. © Ron Sachs/IMAGO
Country Star Jason Aldean widmet Trump nach einem missglückten Attentat ein umstrittenes Lied.
Ebenfalls auf dem Parteitag der Republikaner war der Country-Sänger Jason Aldean. Er durfte sogar in dem für den Ex-Präsidenten abgesperrten Bereich Platz nehmen – direkt neben Trump. Dieses Privileg kommt jedoch nicht von Ungefähr. Der Sänger widmete Trump nach dem missglückten Attentat auf ihn ein eigenes Lied. „Präsident Trump ist ein Freund von mir, deshalb möchte ich ihm dieses nächste Lied widmen“, so Aldean bei einer Kundgebung am 13. Juli. Das Lied „try that in a small town“ gilt als umstritten. Kritiker werden dem Country-Sänger vor, in dem Lied Schusswaffen zu verherrlichen. Zudem habe das Musikvideo einen rassistischen Unterton. © Mike De Sisti/IMAGO
Hulk Hogan zerreist sein T-Shirt als Zeichen der Unterstützung für Trump bei der US-Wahl 2024.
Einer der einprägsamsten Momente des Parteitags war aber sicher der, als der ehemalige Wrestling Star Hulk Hogan bei seiner Rede sein T-Shirt vom Leib riss. Damit scheint er seine Wut über das Attentat auf Donald Trump zum Ausdruck bringen zu wollen, bei dem ein Schütze den EX-Präsidenten am Ohr verletzte. „Sie haben versucht, den nächsten Präsidenten der USA zu töten“, so Hogan. „Genug ist genug“. Unter dem tosenden Applaus der Anwesenden zerriss er sein schwarzes Shirt, unter dem ein rotes, ärmelloses Shirt mit der Aufschrift „Trump Vance 2024“ zum Vorschein kam. Dabei rief der Ex-Wrestler aus: „Lasst Trumpamania wieder regieren!“ © J. Scott Applewhite/dpa
Der Wrestler The Undertaker stellt sich bei der US-Wahl 2024 hinter Trump.
Trump scheint einen guten Draht zur Wrestling-Community zu haben. Kein Wunder, denn der Ex-Präsident trat des Öfteren in der Wrestling-Show WWE auf. Jetzt hat auch Mark William Calaway, besser bekannt als The Undertaker, Partei für den Republikaner ergriffen. Trump besuchte ihn in seinem Podcast “Six Feet Under with Mark Calaway”, wo er über Wrestling und seine Politik sprach. In einem kurzen Video machte Calaway dann noch einmal Werbung für Trump und sagte: „Ihr habt die Wahl. Ihr könnt euch für Präsident Trump, Kane und den Undertaker entscheiden, oder ihr könnt Kamala Harris, Dave Bautista und Tim Walz wählen. Wählt weise - die Nation hängt davon ab“.  © JP YIM/AFP
George Clooney unterstützt Harris bei der US-Wahl 2024.
Auch Harris kann im US-Wahlkampf auf die Unterstützung männlicher Prominenter zurückgreifen. Der „sexiest man alive“ und OScar-Preisträger bot nach ihrer Ernennung zur demokratischen Kandidatin gleich seine Hilfe an. „Präsident Biden hat gezeigt, was wahre Führung bedeutet. Er rettet wieder einmal die Demokratie“, schrieb der Schauspieler in einem Statement, dass der New York Times und CNN vorlag. „Wir freuen uns darauf, Vizepräsidentin Harris bei ihrer historischen Aufgabe nach Kräften zu unterstützen.“ Clooney äußerte zuvor Bedenken wegen des Gesundheitszustandes von Biden. Der langjährige Unterstützer der Demokraten schrieb, dass die Partei „im November mit diesem Präsidenten nicht gewinnen“ könne. Auf die Unterstützungserklärung folgte eine Welle der Kritik, auch von Ex-Präsident Trump. Der nannte Clooney auf seiner Social-Media-Webseite Truth Social eine „Ratte“ und riet ihm, sich nicht einzumischen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Mark Hamill, alias Luke Skywalker, macht sich für Harris vor der US-Wahl 2024 stark.
Bei der US-Wahl kann sich Harris außerdem der Hilfe von Luke Skywalker persönlich sicher sein. Denn der Schauspieler Mark Hamill, der in den 70er Jahren den Hauptcharakter der Star Wars Trilogie verkörperte, macht sich für die Demokratin stark. „In den Filmen kämpfte ich gegen scheinbare Bösewichte“, sagte der Schauspieler gegenüber Sky News. Jetzt kämpfe man allerdings gegen das echte Böse. „Deshalb flehe ich euch an, bitte geht nicht auf die orange Seite“.  © Evan Agostini/dpa
Das Model Amber Rose unterstützt Trump wegen seiner Haltung zu Abtreibungen vor der US-Wahl 2024
Nicht nur Männer stellen sich öffentlich an die Seite von Donald Trump. Ein Beispiel dafür ist das Model und Rapperin Amber Rose. „Ich bin heute hier, um euch zu sagen, dass, ganz egal, welchen politischen Hintergrund wir haben, Donald Trump als Präsident zu wählen, die beste Chance ist, um unseren Babys ein besseres Leben zu ermöglichen“, sagte die Abtreibungsaktivistin auf dem republikanischen Parteitag. Die Frage, wie man in den USA mit Abtreibungen umgeht, ist eine der wichtigsten im laufenden Wahlkampf. Trump macht regelmäßig mit absurden Falschbehauptungen zu dem Thema auf sich aufmerksam. So sagte er bei dem TV-Duell gegen Harris, dass Biden behaupten würde, dass eine „Exekution“ von Babys nach der Geburt in Ordnung sei. Die Aussage wurde von der Moderatorin Linsey Davis sogleich als falsch entlarvt. © Paul Buck/dpa
Olivia Rodrigues unterstützt Harris in der Abtreibungsdebatte zur US-Wahl 2024
Das Thema Abtreibungen beschäftigt auch die Sängerin Olivia Rodrigo. Dabei steht sie jedoch auf der Seite von Kamala Harris. Auf der Social-Media-Plattform TikTok teilte die 21-Jährige ein Video von Harris Wahlkampfrede in Wisconsin. Dort sagte die Vize-Präsidentin: „Wir, die wir an die reproduktive Freiheit glauben, werden Donald Trumps extreme Abtreibungsverbote stoppen, weil wir darauf vertrauen, dass Frauen Entscheidungen über ihren eigenen Körper treffen und sich nicht von ihrer Regierung vorschreiben lassen, was sie zu tun haben.“ Rodrigos Stellungnahme erreicht dabei vor allem junge Menschen, die ihr auf der Plattform folgen. Und das könnte einen massiven Einfluss nehmen, denn insgesamt kann die Sängerin eine Followerzahl von 21,9 Millionen vorweisen. © Dave Bedrosian/IMAGO
Logan Paul bietet Trump vor der US-Wahl 2024 eine Bühne in seinem Podcast.
Doch nicht nur Harris kann jüngere Unterstützer für sich gewinnen. So trat Trump im Podcast des Influencers Logan Paul „Impaulsive“ auf. Bei dem Gespräch, das am 13. Juni veröffentlicht wurde, durfte Trump die YouTube-Reichweite von Paul (4,73 Millionen Abonnenten) für seinen Wahlkampf nutzen. Dass sich Paul und Trump so gut verstehen, könnte daran liegen, dass der YouTube-Star auch im Boxsport auftritt. Im Podcast unterhalten sich Trump und die Gastgeber beinahe freundschaftlich über die Boxkarriere von Paul. © MediaPunch/IMAGO
Comedian Tony Hinchcliffe sorgt mit rassistischen Äußerungen für Aufsehen auf Trumps Veranstaltung.
Trump wird auch von Comedian Tony Hinchcliffe unterstützt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in New York sprach sich der Host der Show „Kill Tony“ für den Ex-Präsidenten aus und machte mit teils rassistischen Bemerkungen auf sich aufmerksam. So sagte er: „Ich weiß nicht, ob Sie das wussten, aber da gibt es tatsächlich eine schwimmende Müllinsel mitten im Meer. Ich glaube, man nennt sie Puerto Rico“. Die Äußerung traf auf viel Kritik – auch unter Republikanern.  © Evan Vucci/dpa
Leonardo DiCaprio spricht sich wegen Umweltschutz für Harris als Präsidentin aus.
Schauspieler Leonardo DiCaprio macht sich vor allem wegen Umweltschutz für Harris stark. „Wir brauchen einen mutigen Schritt nach vorne, um unsere Wirtschaft, unseren Planeten und uns selbst zu retten“, sagte er in einem Video auf Instagram. „Deshalb stimme ich für Kamala Harris.“ Er lobte das Ziel der Demokratin, bis 2050 die Emissionen in den USA auf null zu bringen und den Aufbau einer grünen Wirtschaft zu unterstützen.  © Rocco Spaziani/dpa
Elon Musk könnte nach der US-Wahl 2024 für Donald Trump arbeiten
Die Liste der Trump-Unterstützer wird von Tech-Milliardär Elon Musk fortgesetzt. Der Unternehmer hat sich sogar für einen politischen Posten unter dem Republikaner beworben, sollte er die US-Wahl 2024 für sich entscheiden. Trump scheint dem Vorschlag nicht abgeneigt und schlug dem Besitzer des Kurznachrichtendienstes X wohl vor, in einer Kommission zur „Regierungseffizienz“ mitzuarbeiten, wie Daily Beast berichtete. Musk zeigte seine Unterstützung für den Ex-Präsidenten bereits auf unterschiedliche Weise. So führte er auf X ein Interview mit Trump und legte sich sogar mit Taylor Swift an, als diese ihre Unterstützung für Harris bekannt gab. „Na gut, Taylor, du hast gewonnen. Ich schenk’ dir ein Kind und werde deine Katzen mit meinem Leben beschützen“, schrieb der Tesla-Chef am 11. September auf X. Ein Kommentar, der von vielen als sexistisch und sexuell übergriffig kritisiert wurde. © Vincenzo Nuzzolese/dpa
Pop-Sängerin Beyoncé wirbt in Houston für Kamala Harris
Die Sängerin Beyoncé hat zehn Tage vor der US-Wahl ihre Unterstützung für Kamala Harris bekannt gegeben. Sie trat gemeinsam mit der Sängerin Kelly Rowland bei einer Wahlkampfveranstaltung der Demokratin in Houston, Texas, auf. Laut Beyoncé liefere Harris das, was die USA nun bräuchten – „Einheit“. © Annie Mulligan/dpa
Katy Perry trägt Harris-Walz Mütze in New York
Die Pop-Sängerin Katy Perry zeigte ebenfalls online ihre Unterstützung für Kamala Harris. In einem Beitrag auf Instagram unterlegte mehrere Videoausschnitte von Harris mit ihrem Lied „Woman‘s World“. Doch damit nicht genug: Kurz nach dem TV-Duell zwischen Harris und Trump wurde Perry in New York mit einer Mütze mit dem Aufdruck „Harris Walz“ gesehen. Außerdem teilte sie ein Bild von sich und der demokratischen Präsidentschaftskandidatin auf Instagram und schrieb dazu: „Glückwunsch Kamala Harris. Ich habe von Anfang an dich geglaubt!“ © PICJER/IMAGO
Die Pop-Sängerin Pink tritt beim demokratischen Parteitag vor der US-Wahl 2024 auf.
Neben Katy Perry, Olivia Rodrigo und Taylor Swift, hat sich auch die Pop-Sängerin Pink vor der US-Wahl klar positioniert. Die Grammy-Gewinnerin spielte gemeinsam mit ihrer Tochter Willow auf dem demokratischen Parteitag in Chicago ihr Lied „What about US“. Pink, die mit bürgerlichen Namen Alecia Beth Moore heißt, setzte sich bereits 2020 für die Kampagne des amtierenden Präsidenten Joe Biden ein. Außerdem sei sie in zahlreichen Wohltätigkeits-Kampagnen eingebunden, die sich für Rechte von Frauen, LGBTQ-Menschen und Tieren einsetzen, wie NBC News berichtete. © Christoph Hardt/IMAGO
Stevie Wonder spricht auf Parteitag der Demokraten und unterstützt Harris bei der US-Wahl 2024
Für musikalische Unterhaltung sorgte neben Pink auch der Soul- und Pop-Sänger Stevie Wonder. Bevor er sein Lied „Higher Ground“ spielte, richtete er sich mit einer Rede an die Anwesenden. „Das ist der Moment, an den man sich erinnert, wenn man seinen Kindern sagt wo du warst und was du getan hast“, so Wonder. „Wir brauchen Kamala Harris.“ © Erin Hooley/dpa
Musiker Usher unterstützt Harris bei der US-Wahl
Ein weiterer Sänger hat seine Unterstützung für Harris bekannt gemacht. Im wichtigen Swing State Georgia sagte der Musiker Usher: „Ich unterstütze Vizepräsidentin Harris, weil sie für die Freiheitsrechte aller Menschen kämpft“. Die Politik von Harris schließe niemanden aus und komme allen zugute. „Es ist egal, woher man kommt, sie hat eine Vision für unser Land, die alle einschließt“, sagte er weiter.  © Jacquelyn Martin/dpa
TV-Star Operah Winfrey hält bei US-Wahl 2024 zu Harris
Mit einem Überraschungsauftritt auf dem Parteitag der Demokraten sprach sich auch TV-Moderatorin Oprah Winfrey für Harris aus. „Bald, und sehr bald, werden wir unseren Töchtern und Söhnen erzählen, wie dieses Kind einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters, zweier idealistischer, energischer Einwanderer … zum 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten heranwuchs“, so Winfrey über Harris. Winfrey könnte vor allem Frauen von der Wahl der Demokratin überzeugen – eine Wählergruppe, mit der Trump besondere Schwierigkeiten zu haben scheint. In einer Umfrage von ABC News und Ipsos liegt Harris bei Wählerinnen 13 Prozent vor ihrem republikanischen Kontrahenten (Stand 8. September). © Ron Sachs/IMAGO
Kanye West unterstützt Trump seit Jahren. Trotz seiner antisemitischen und rechtsextremen Äußerungen hält Trump zu ihm.
Der wohl umstrittenste Unterstützer Trumps ist der US-Rapper Kanye West. Schon 2018 trat er als Freund des Ex-Präsidenten auf und wurde sogar ins Weiße Haus eingeladen. Seit dieser Zeit fiel der Rapper jedoch durch stark antisemitische und NS-verherrlichende Kommentare auf. In einem Podcast-Interview mit dem rechtsextremen Moderator Alex Jones sagte West sogar: „Ich mag Hitler.“ Zudem bezeichnete er sich selbst als Nazi. Trotz seiner offensichtlich rechtsextremen Gesinnung bezeichnete Trump West in einem Interview mit dem Streamer Adin Ross als „sehr netten Kerl“, der ein „gutes Herz“ habe. © John Taggart/IMAGO

In 26 Staaten dagegen schreiben Gesetze vor, dass die Wahlmänner für den Kandidaten ihrer Partei stimmen müssen. Eine Ausnahme unter diesen Bundesstaaten stellt lediglich Virginia dar. Der dortige Gesetzestext lässt sich durchaus als Empfehlung zur Stimmabgabe und nicht als Vorschrift lesen. Häufig wird von den Wahlmännern ein Gelöbnis an den Staat oder die Partei gefordert, entsprechend der Wählermeinung zu stimmen.

Stimmt ein Wahlmann nicht nach Wählerwunsch ab, ist er ein „faithless elector“ (auf Deutsch „treuloser Wahlmann“). Die meisten Vertreter stimmen der Stimmenmehrheit ihres Bundesstaates entsprechend ab. Von Zeit zu Zeit handeln aber immer auch einige Wahlmänner abweichend vom Auftrag der Wähler.

US-Wahl 2024: So viele Wähler vertritt ein Wahlmann

Durch die stark differierende Besiedlung der USA vertreten die Wahlmänner unterschiedlich viele Bürger. Nach der letzten Volkszählung von 2010 gelten beispielsweise folgende Werte:

  • Wyoming: drei Wahlmänner – eine Stimme für je 187.875 Einwohner
  • Ohio: 18 Wahlmänner – eine Stimme für je 640.917 Einwohner
  • Kalifornien: 55 Wahlmänner – eine Stimme für je 677.345 Einwohner

In 48 der 50 Bundesstaaten gilt bei der US-Wahl das „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Der Kandidat, der die einfache Mehrheit der Wählerstimmen erringt, bekommt alle Wahlmänner für sich. Das kann dazu führen, dass ein Kandidat zwar landesweit die meisten Wähler überzeugen konnte, aber weniger Wahlmänner gewonnen hat als sein Kontrahent.

Niederlage trotz Mehrheit: Das Wahlmännersystem der US-Wahl

Meist stimmen Wählerwillen und Wahlmänner überein, aber nicht immer. Das war bisher fünfmal in der Geschichte der USA so:

  • 2016 errang Donald Trump 2,8 Millionen, das entspricht 2,09 Prozent, weniger Stimmen als seine Gegnerin Hillary Clinton. Im Electoral College stimmten jedoch 306 zu 232 Wahlmänner für Trump, da dieser einige der bevölkerungsreichsten und damit mit der größten Zahl an Wahlmännern ausgestatteten Staaten knapp für sich entscheiden konnte.
  • Al Gore erhielt im Jahr 2000 543.895 Stimmen, das entspricht 0,5 Prozent mehr als Kontrahent George W. Bush. Letzterer gewann jedoch mehr Wahlmänner und wurde damit Präsident.
  • Nach Wählerstimmen hätte Grover Cleveland seine Wiederwahl 1888 gewonnen, aber sein Nachfolger Benjamin Harrison hatte 65 Wahlmänner mehr.
  • Samuel J. Tilden sicherte sich 1876 mit 254.235 Stimmen die Mehrheit und einen Vorsprung von 3,1 Prozent. Die Wahl war umstritten und gleich drei Bundesstaaten gaben ihren Wahlmännern doppelte Stimmrechte. Eine Kommission musste schlichten. Entsprechend der politischen Ansichten der Kommissionsmitglieder wurde Rutherford B. Hayes zum Präsidenten ernannt.
  • Im Jahr 1824 sammelte Andrew Jackson 38.149 Stimmen mehr als John Quincy Adams, der 10,4 Prozent zurücklag. Das Repräsentantenhaus entschied wegen Uneinigkeit über den Präsidenten und wählte John Quincy Adams, der zahlenmäßig unterlegen war.

US-Wahl 2024: Die Wahlmänner und die Swing States

Die Geschichte der USA zeigt, dass die Präsidenten des Landes in den sogenannten Swing States gemacht werden. In vielen Staaten sind die Einwohner traditionell mehrheitlich demokratisch oder republikanisch eingestellt. Recht sicher steht daher die Anzahl der Wahlmänner, die ein Kandidat gewinnen kann, in diesen Landesteilen fest:

In Kalifornien ist den Demokraten der Sieg gewiss. Die Republikaner punkten regelmäßig in Texas und Oklahoma. Wichtig für Wahl des Präsidenten sind die „Swing States“ (zu Deutsch „Schwingstaaten“), in denen die Wählergunst recht gleichmäßig auf beide Parteien verteilt ist. Zu den hart umkämpften Bundesstaaten mit einem offenen Wahlergebnis zählen bei der US-Wahl 2024:

  • Nevada
  • Arizona
  • Wisconsin
  • Michigan
  • Pennsylvania
  • North Carolina
  • Georgia

Um die meisten Wahlmänner im Electoral College auf sich zu vereinen, kämpfen die Parteien und die Kandidaten in diesen Staaten besonders hart. Hier gibt es die meisten Auftritte, es werden die meisten Fernsehspots gesendet und das größte Wahlkampfbudget ausgegeben. Auch gezielte Wahlversprechen sind üblich. So versprachen Barack Obama und John McCain während der Wahlveranstaltungen 2008 weitere Flüge ins All, obwohl es keine konkreten Pläne gab. So wollten sie Florida gewinnen – die NASA gehört mit 10.000 Arbeitsplätzen zu den größten Arbeitgebern des Sonnenstaates.

Rubriklistenbild: © Dreamstime/Michael Brochstein/Jen Golbeck/IMAGO (Montage)

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