VonNils Thomas Hinsbergerschließen
Im Trump-Wahlkampfteam brodelt es: New Hampshire gilt laut Umfragen als verloren. Doch der Ex-Präsident gibt sich kämpferisch.
Washington, D. C. – Inmitten des Wahlkampfes scheint es im Team von Donald Trump zu Meinungsverschiedenheiten zu kommen. Der Fokus liegt auf dem Bundesstaat New Hampshire, den Tom Mountain, ein Insider aus Trumps Wahlkampfteam, als praktisch verloren betrachtet. Laut The Hill soll er in einer E-Mail verlautbart haben, dass Trump bei den US-Wahlen im November gegen seine demokratische Gegnerin Kamala Harris „mit einem noch größeren Abstand verlieren“ wird als 2020 gegen US-Präsident Joe Biden“.
Trump wirbt um Wählerstimmen – Streit um New Hampshire vor US-Wahl 2024
Mountain behauptet, dass New Hampshire nicht länger als sogenannter Swing State gilt. Diese Staaten sind weder den Demokraten noch den Republikanern bei den US-Wahlen 2024 zugeneigt und sind daher besonders umkämpft. In diesen Gebieten entscheidet oft nur ein kleiner Vorsprung über Sieg oder Niederlage.
Trump reagierte prompt über seine Social-Media-Plattform Truth Social. Dabei scheint er wenig von einem vorhersehbaren Verlust in New Hampshire zu halten. „Ich habe New Hampshires erste Vorwahl im Land verteidigt und werde das IMMER tun“, so Trump in seinem Beitrag vom Dienstag (3. September). „An meine Freunde in New Hampshire: Geht raus und wählt TRUMP. Gemeinsam werden wir euren Staat und Amerika WIEDER stark, sicher und wohlhabend machen!“
Trump ignoriert wohl Umfragen vor US-Wahl 2024 – Harris führt in New Hampshire deutlich
Mountain wurde kurz nach seiner Aussage als führender Freiwilliger entlassen, berichtete der britische Independent. Möglicherweise möchte das Trump-Team den vorhersehbaren Verlust eines ehemals umkämpften Bundesstaates nicht zu sehr in den Vordergrund rücken. Laut einer Analyse der Statistikseite FiveThirtyEight führt Harris in New Hampshire tatsächlich mit sieben Prozentpunkten vor Trump, wie der Tabelle zu entnehmen ist (Stand: 4. September):
| Name | Umfrageergebnisse in % |
|---|---|
| Donald Trump | 43,2 |
| Kamala Harris | 50,1 |
Trump scheint die Umfrageergebnisse jedoch wenig zu kümmern. In seinem Social-Media-Beitrag geht er zum Angriff über und behauptet, dass Harris in New Hampshire vor Problemen stehe. „Genossin Kamala Harris sieht Probleme für ihre Kampagne in New Hampshire, weil sie es in ihrer Vorwahl nicht respektiert und nie zur Wahl erschienen ist“, schrieb Trump.
Darüber hinaus weist der Präsident in seinem Beitrag auf soziale Probleme in dem Bundesstaat hin. „Darüber hinaus sind die Lebenshaltungskosten in New Hampshire enorm, ihre Energierechnungen gehören zu den höchsten im Land und ihr Immobilienmarkt ist der unerschwinglichste in der Geschichte.“
Sieger bei US-Wahl 2024 weiter unklar – Harris liegt in Umfragen vor Trump
Trumps Verhalten könnte auch auf die aktuellen Umfrageergebnisse zurückzuführen sein. Gegen Joe Biden lag der Republikaner regelmäßig in Führung. Seit Harris die Kandidatur der Demokraten übernahm, scheint dieser Vorsprung verschwunden zu sein. Denn aktuelle Umfragen sehen Harris in der Wählergunst vor Trump. Wenn er die Wahl im November gewinnen will, muss er so viele Wähler mobilisieren wie möglich.
Laut FiveThirtyEight liegt Harris im landesweiten Durchschnitt mit mehr als drei Prozentpunkten vor Trump. Wie die Wahl letztendlich ausgeht, lässt sich derzeit jedoch noch nicht vorhersagen. Die Ergebnisse in den hart umkämpften Swing States werden das Ergebnis der US-Wahl 2024 auch diesmal maßgeblich entscheiden. (nhi)
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