Nach Niederlage gegen Trump

US-Wahl 2028: Neue Umfrage bringt Aufwind für Harris

Die ehemalige Vizepräsidentin erhält in einer neuen Umfrage mehr Unterstützung als Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom.

Washington, D.C. – Die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris ist laut einer neuen Umfrage die Favoritin für die demokratische Präsidentschaftsnominierung 2028 – vor dem Hintergrund von Anzeichen, dass sie ihre Vorbereitung auf einen weiteren Anlauf für das Weiße Haus verstärkt.

Ex-Vizepräsidentin Kamala Harris schließt eine erneute Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2028 nicht aus. (Symbolbild)

Harris kam in der jüngsten Erhebung des in Florida ansässigen Meinungsforschungsinstituts Big Data Poll auf 31,1 Prozent Unterstützung und lag damit vor Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (20,3 Prozent) und dem ehemaligen Verkehrsminister Pete Buttigieg (10 Prozent). Newsweek wandte sich über ein Online-Formular auf ihrer Website an Harris und bat um eine Stellungnahme.

Aufwind für Harris für die nächste Präsidentschaftswahl in den USA: Warum das wichtig ist

Die herausgehobene Stellung von Harris in der Umfrage deutet darauf hin, dass sie trotz früherer Herausforderungen, einschließlich eines wenig überzeugenden Wahlkampfs 2020, weiterhin hohe Sichtbarkeit und Unterstützung in der Parteibasis genießt – selbst wenn Newsom, ebenfalls aus Kalifornien, in anderen Erhebungen besser abgeschnitten hat. Im Rahmen einer größeren Erhebung, die vom 10. bis 12. Dezember durchgeführt wurde, fragte Big Data Poll 1.331 Wählerinnen und Wähler im ganzen Land: „Wenn heute die demokratische Vorwahl zur Präsidentschaftsnominierung stattfände, für wen würden Sie stimmen?“ Harris lag in dieser Umfrage vorn, Newsom und Buttigieg folgten dahinter. Die weiteren Namen auf der Liste waren Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro (6,4 Prozent), die New Yorker Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez (6,3 Prozent), Kentuckys Gouverneur Andy Beshear (3,5 Prozent) und Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer (3,1 Prozent).

Harris und Newsom ringen in einer Reihe von Umfragen für 2028 in diesem Jahr um den Status als Favorit – Erhebungen also, die in dieser frühen Phase bis zur nächsten Wahl mit einer gehörigen Portion Vorsicht zu betrachten sind. In fünf der acht jüngsten nationalen Umfragen, die vom Aggregator RaceToTheWhiteHouse.com erfasst werden, liegt Harris vorn, Newsom in den übrigen drei.

Die 16 absurdesten Donald-Trump-Momente 2025

Trumps Gaza Video auf Großleinwänden bei einem Konzert der Band „Massive Attack“ auf dem Unaltrofestival in Italien
Im Februar postete Donald Trump ein KI-generiertes Video, das seine Zukunftsvision für den Gaza-Streifen zeigte. Darin zu sehen waren goldene Trump-Statuen und riesige Hoteltürme. Nach eigener Aussage wollte er das Gebiet zur „Riviera des Nahen Ostens“ machen. Auch eine Vertreibung der lokalen Bevölkerung stand im Raum. Im Hintergrund lief ein KI-generierter Song mit dem Text „Trump-Gaza, Number one“. Auf dem Foto sieht man ein Konzert der Trump-kritischen Band „Massive Attack“, die das Video im Bühnenbild nutzte. © IMAGO / Alessandro Bremec
Flagge Grönlands im Wind
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit sprach Donald Trump immer wieder davon, Grönland zu US-Staatsgebiet zu machen. Im März sagte er über Dänemark: „Sie sagen, sie hätten Anrechte [auf Grönland]. Ich weiß nicht, ob das wahr ist. Aber ich denke nicht.“ Dass Grönland völkerrechtlich tatsächlich zu Dänemark gehört, schien dem US-Präsidenten egal zu sein. © IMAGO / Kristian Tuxen Ladegaard Berg
US-Präsident Trump sitzt an seinem Schreibtisch im Oval Office, neben ihm steht der 4-jährige Sohn von Elon Musk
Während einer Pressekonferenz im Oval Office flüsterte Elon Musks Sohn X Æ A-Xii dem US-Präsidenten Beleidigungen zu. In den Aufnahmen zu hören sind Sätze wie „Du bist nicht der Präsident. Du musst weggehen.“ oder „Ich möchte, dass du den Mund hältst.“ © IMAGO / CNP / AdMedia
Demonstrantin hält ein gelbes Schild mit einem Pinguin und dem Schriftzug „Don‘t tariff on me“
Am 02.04.2025 veröffentlichte Donald Trump seine Zollliste, die die Weltwirtschaft ins Chaos stürzte. Auf der Liste der sanktionierten Länder standen auch die Heard- und McDonald-Inseln. Erstens gehören sie zu Australien, bräuchten also gar keine eigene Zollregelung und zweitens leben auf ihnen quasi ausschließlich Pinguine. Daraufhin kam die Vermutung auf, Trump habe die Liste von ChatGPT erstellen lassen. Online machten Witze über sanktionierte Pinguine die Runde. © IMAGO / Carl Seibert
McMahon im Weißen Haus
So sehr Trump KI, bzw. AI auch liebt, so wenig Ahnung scheint seine Bildungsministerin Linda McMahon von der Technologie zu haben. Im April freute sie sich darüber, dass Kinder in der Schule zukünftig den Umgang mit „A.1.“ lernen sollen. Die Abkürzung AI schien ihr fremd zu sein. Vor ihrer Politik-Karriere managte McMahon bis 2009 zusammen mit ihrem Ehemann die Show-Wrestling-Liga WWE. © IMAGO / Bonnie Cash - Pool via CNP
Zwei Soldaten winken bei Trumps Militärparade aus einem Panzer, darüber ein gigantischer Monitor mit dem Logo der UFC
Zum 250-jährigen Bestehen der US Army ließ Trump eine Militärparade veranstalten. Zufälligerweise fiel sie exakt auf seinen Geburtstag am 14. Juni. Über den Panzern thronten riesige Werbeanzeigen der Hauptsponsoren – darunter die Kampfsport-Liga UFC und Coinbase, eine Handelsplattform für Kryptowährungen. © IMAGO / Tom Williams
US-Präsident Trump auf dem Dach des West Wings des Weißen Hauses
Große Verwirrung herrschte im August, als Trump einen Spaziergang auf dem Dach des Weißen Hauses machte. Mit Reportern unterhielt er sich über seine Pläne, das Gebäude umzubauen. Auf die Frage, was er noch alles bauen wolle, antwortete er scherzhaft „Atomraketen“. © IMAGO / Pool / ABACA
Hufeisenmagnet zieht mehrere Metallkugeln an, 3D-Illustration
In mehreren Reden stellte Donald Trump absurde Thesen über Magnete auf. Glaubt man dem US-Präsidenten, wisse niemand, was Magnete überhaupt seien. Außerdem würden sie ihre Funktion verlieren, wenn man Wasser auf sie schüttet. © IMAGO / Zoonar.com / Cigdem Simsek
Logo des neuen „Department of War“
Von einigen wird Trump als Friedenspräsident gefeiert. Immerhin habe er in der ersten Amtszeit keinen neuen Krieg angefangen. Doch ein Dekret des Präsidenten vom 5. September will nicht so recht in dieses Bild passen. Trump benannte das „Department of Defense“ (Verteidigungsministerium) kurzerhand in „Department of War“ (Kriegsministerium) um. Damit ist der ehemalige Fox News-Moderator Pete Hegseth nun offiziell „Kriegsminister“. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump spricht vor Kameras
Am 10. September wurde der Rechtsextreme und Trump-Vertraute Charlie Kirk ermordet. Donald Trump drückte sein Entsetzen aus, doch als er nur drei Tage nach dem Vorfall gefragt wurde, wie er mit dem Verlust umgehe, war von Trauer oder Empathie wenig zu spüren. Der US-Präsident beteuerte, dass es ihm „sehr gut“ gehe. Statt über Kirk zu sprechen, wechselte er abrupt das Thema und redete lieber darüber, wie großartig sein neuer Ballsaal werden würde. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Armenische und albanische Flagge im Wind, Illustration
Bei einer Pressekonferenz im September redete Trump davon, zwischen „Aberbaidschan“ und Albanien vermittelt zu haben. Eigentlich meinte er Aserbaidschan und Armenien. Es war nicht das erste Mal, dass ihm dieser Fehler passierte. Insgesamt gibt es mindestens drei dokumentierte Fälle. Beim Gipfel der „Europäischen Politischen Gemeinschaft“ machte Albaniens Premier Edi Rama daraufhin Witze über die großartige Streitschlichtung zwischen seinem Land und Aserbaidschan. © iunewind / IMAGO
Bild eines weitgehend zerstörten Teils des East Wings am Weißen Haus während der Abrissarbeiten
Im Oktober rollten Bagger an und zerstörten den historischen East Wing des Weißen Hauses vollständig. Hier soll Trumps neuer Ballsaal entstehen. Weder wurde die Öffentlichkeit im Vorhinein über den Abriss informiert, noch gibt es für das Projekt eine Genehmigung der zuständigen Planungskommission. Finanziert wird es durch private Spenden, unter anderem von Amazon, Apple, Microsoft, Google und Meta. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump
Ebenfalls im Oktober präsentierte Trump im Weißen Haus Modelle eines Triumphbogens für Washington. Er soll zum 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet werden. Das größte Exemplar gefalle ihm natürlich am besten. Schnell gaben Internet und Presse dem Projekt den Namen „Arc de Trump“. Kritiker sehen Parallelen zu den Machtbauten historischer Diktatoren, beispielsweise zu Napoleon oder zu Plänen für Hitlers „Welthauptstadt Germania“. So bezeichnet etwa „Der Standard“ Trump als „Möchtegern-Cäsar“. © Jim Lo Scalzo/Imago
Bild einer auf Papier gezeichneten Uhr
Donald Trump prahlte mit seinem guten Abschneiden bei einem IQ-Test. Der sei teilweise „wirklich schwierig“ gewesen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelte es sich jedoch um den Montreal-Cognitive-Assessment-Test – ein Demenztest, der im Rahmen einer Routineuntersuchung durchgeführt wurde. Aufgaben bestehen unter anderem darin, eine bestimmte Uhrzeit mit gezeichneten Uhrzeigern darzustellen oder ein Nashorn zu erkennen. © AndreyPopov / IMAGO
Links: Musiker Kenny Loggins während eines Auftritts. Rechts: US-Präsident Donald Trump inszeniert sich in einem KI generierten Video als Kampfjet-Pilot, der eine Krone trägt.
Als Reaktion auf die „No Kings“-Proteste postete Donald Trump ein KI-generiertes Video (rechts), das ihn mit einer Königskrone zeigt. In einem Kampfjet fliegt das KI-Abbild des Präsidenten über die Protestierenden und wirft Fäkalien auf diese ab. Im Hintergrund läuft der Song „Danger Zone“, den man aus dem Film „Top Gun“ kennt. Sänger Kenny Loggins (links) protestierte gegen die Nutzung seines Liedes. © Dave Alloca/imago/Truth Social (Screenshot)
US-Präsident Trump in Japan
Bei einem Besuch in Japan wirkte Donald Trump verwirrt. Geistesabwesend läuft er am Begrüßungskomitee vorbei. Premierministerin Sanae Takaichi muss den US-Präsidenten immer wieder auf den richtigen Weg führen. Am Ende kommen beide wieder bei ihrem Startpunkt an  © Mark Schiefelbein/dpa

Kamala Harris weitet Lesereise aus

In den vergangenen Tagen hat die ehemalige Vizepräsidentin, die im vergangenen Jahr die Präsidentschaftswahl gegen Präsident Donald Trump verlor, Spekulationen angeheizt, sie könnte sich erneut um das höchste Amt bewerben. Am 10. Dezember kündigte Harris an, dass sie ihre Lesereise im nächsten Jahr ausweiten werde, und forderte die Teilnehmer eines Treffens des Democratic National Committee (DNC) am Freitag in Los Angeles auf, eine „klare Vision dafür zu haben, was nach den Midterms und dann nach Trump kommt“.

„Du“, rief ein Mitglied des Publikums, wie mehrere Berichte übereinstimmend schilderten. Die DNC-Rede wurde als scharfe Kritik an beiden großen Parteien und am politischen Status quo gewertet. Am Donnerstag wurde Harris von der United Farm Workers-Gewerkschaft bei deren jährlicher Gala mit dem UFW Leadership Award geehrt.

Aufschwung für Newsom in Umfragen

Unterdessen hat Newsoms Aufschwung in den Umfragen – ausgelöst durch sein Trolling von Trump und einen erfolgreichen Vorstoß zur Neuziehung der Wahlkreise – ihn laut Axios zum Mann gemacht, den es zu schlagen gilt; zugleich stehen die Messer gegen den Westküsten-Liberalen bereit, dem Rivalen eine Menge Ballast nachsagen.

Der Bericht von Axios hob Skandale wie Newsoms Affäre mit der Frau eines Mitarbeiters, als er Bürgermeister von San Francisco war, sowie seine Teilnahme an einem Geburtstagsessen eines Beraters im Nobelrestaurant The French Laundry im Napa Valley während der COVID-19-Pandemie hervor. Newsom entschuldigte sich für beide Vorfälle.

Nächste US-Wahl: Was die Leute sagen

UFW-Präsidentin Teresa Romero sagte gegenüber Axios: „Einfache UFW-Mitglieder aus Städten wie Bakersfield, Salinas, Oxnard und Modesto waren begeistert, [Harris] zu sehen und zu wissen, dass sie weiterhin für sie kämpft.“

Ein Berater von Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sagte Axios: „Gavin Newsom und die Millionen demokratischen Freiwilligen und Aktivisten, die unsere Partei tragen, konzentrieren sich voll und ganz darauf, 2026 das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen und Trump zu stoppen.“

US-Wahl: Wie es weitergeht

Harris soll laut Axios nächste Woche in Jimmy Kimmel Live! auftreten. Aktualisierung, 15.12.2025, 7:12 Uhr MEZ: Dieser Artikel wurde mit zusätzlichen Informationen aktualisiert (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Paul Kitagaki Jr

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