Spannungen bei US-Wahl: Bombendrohungen und Software-Fehler
VonKilian Beck
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In den entscheidenden Swing States kommt es zu kleineren Problemen bei der US-Wahl. Festnahmen nach Drohungen gegen Trump und Harris.
Washington D.C. – Die US-Wahl verlief insgesamt geordnet und ruhig, so berichtete die Washington Post am Dienstagabend (5. November) unserer Zeit. Allerdings gab es bereits erste Vorfälle und Verhaftungen in den entscheidenden Swing States Pennsylvania, Georgia und Michigan sowie in der Hauptstadt Washington D.C. Kurz vor der Wahl lagen US-Vizepräsidentin Kamala Harris und Ex-Präsident Donald Trump laut Umfragen Kopf an Kopf.
US-Wahl 2024: Verlängerte Stimmabgabe in den Swing States Pennsylvania und Georgia
In einem republikanisch geprägten Landkreis von Pennsylvania, einem Bundesstaat, der möglicherweise über den Ausgang der US-Wahl entscheiden könnte, gab es einen Software-Fehler beim Scannen der Stimmzettel, so die Zeitung. Ein Gericht im Swing State ordnete daraufhin eine Verlängerung der Stimmabgabe in den betroffenen Wahllokalen um zwei Stunden bis 22 Uhr Ortszeit an.
Fünf Bombendrohungen in Wahllokalen in Georgia führten ebenfalls zu einer Verlängerung der Stimmabgabe, allerdings nur um die halbe Stunde, in der nicht gewählt werden konnte. Der republikanische Innenminister des Bundesstaates gab an, die Drohungen seien aus Russland verschickt worden, was das FBI bestätigte.
Die US-Wahl zwischen Trump und Harris dürfte erneut zu einer Zitterpartie werden. Das könnte die offizielle Bekanntgabe des Ergebnisses der US-Wahl verzögern. Nach deutscher Zeit müssen sich Interessierte auf zeitliche Verschiebungen einstellen. Die US-Wahl kann derweil auch im Livestream verfolgt werden.
Verhaftungen während der US-Wahl in Washington D.C. und Michigan – Bedrohungen gegen Harris und Trump
Zwei Männer wurden am Dienstag in Michigan vom FBI vorläufig festgenommen, weil sie Morddrohungen in sozialen Medien ausgesprochen hatten: Einer drohte der Behörde, Trump und konservative Christen zu töten, sollte der Republikaner die US-Wahl gewinnen. Der andere drohte angeblich, ein Call-Center des Wahlkampf-Teams der Demokraten um Harris anzugreifen.
Am Dienstag wurde auch ein Mann am US-Kapitol festgenommen, der eine Leuchtpistole bei sich hatte. Die Kapitolpolizei gab bekannt, dass der Mann beim Versuch, das Besucherzentrum durch die übliche Sicherheitskontrolle zu betreten, festgenommen wurde. Eine Anfrage der Washington Post zu Details des Vorfalls blieb zunächst unbeantwortet. Das Kapitol, der Sitz des US-Parlaments, das Weiße Haus und der Amtssitz von Vize-Präsidentin Harris wurden vor der US-Wahl besonders gesichert.
Das Duell Donald Trump gegen Kamala Harris: Bilder der US-Wahl 2024
Knapper Vorsprung: Rechtsextreme drohen, bei US-Wahl in Swing States aufzumarschieren
Aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse in den Umfragen befürchteten insbesondere demokratische Beobachter, dass Aufrufe zur Gewalt marginalisierte Gruppen von der Abstimmung abhalten könnten. Rechtsextreme Milizen, wie die „Proud Boys“, drohten bereits damit, vor Wahllokalen in Swing States aufzumarschieren. Die Swing States Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Michigan, Arizona, Wisconsin und Nevada wählten bei den vergangenen US-Wahlen mal demokratisch, mal republikanisch. Daher sind sie für das Ergebnis der US-Wahl von zentraler Bedeutung. Zuletzt konnte Trump seine Ergebnisse in den Umfragen dort leicht verbessern.
US-Wahl: Warnung vor ausländischer Einflussnahme – Nachrichtendienste alarmiert
In den Tagen vor der US-Wahl warnten die Nachrichtendienste eindringlich vor ausländischer Einflussnahme: Russland und der Iran versuchten demnach, das Ergebnis der US-Wahl zu beeinflussen. Die New York Times berichtete von Desinformationskampagnen aus Russland und CNN von Hacker-Angriffen aus dem Iran. Bisher deutet jedoch nichts darauf hin, dass der Ablauf der US-Wahl ernsthaft gefährdet sei, weder durch ausländische Einflussnahme noch durch Extremisten oder technische Probleme. Dies betonte die Bundeswahlbehörde, die die Bundesstaaten bei der Organisation der Wahl unterstützt, am Dienstagabend. (kb)