US-Wahlen 2024

Mehrere hundert Millionen Euro im US-Wahlkampf: Trump-Herausforderin Haley bekommt Rückenwind

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Nikki Haley hat einen der vermögendsten Menschen Amerikas als Unterstützer gewonnen. Hat die Republikanerin die besten Chancen auf den Wahlsieg?

Washington – Vereitelt die Republikanerin Nikki Haley Donald Trumps Kandidatur bei der US-Präsidentschaftswahl 2024? Momentan sprechen einige politische und finanzielle Gründe für die 51-Jährige. Auch in den Umfragewerten holte sie in den vergangenen Wochen kontinuierlich auf, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Ihre einflussreichen Kontakte geben der früheren US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen nun Rückenwind. Wird sie mit der Unterstützung der Wegbereiter der rechten Tea-Party-Bewegung die erste US-Präsidentin?

Trump-Herausforderin Haley bekommt Rückenwind von Milliardär-Brüdern

Die Organisation „Americans for Prosperity“, die von den Milliardär-Brüdern Charles und David Koch gegründet wurde, sprach Haley am Dienstag, 28. November, ihre Mithilfe aus. Die Organisation schrieb laut dpa, dass Trump und Biden die politische Abwärtsspirale nur noch weiter fortsetzen würden: „Außerdem will eine deutliche Mehrheit der Wähler jemanden Neues.“ 

Haley sei in der besten Position, Trump in den Vorwahlen zu schlagen, dann Biden zu besiegen und ein neues politisches Kapitel für das Land aufzuschlagen. Die 51-Jährige sei „die beste Wahl für unser Land“, erklärte der politische Arm des Netzwerks, wie AFP berichtete. Deswegen sei die Organisation „stolz“, sich voll hinter die einstige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolina zu stellen.

Umfragewerte im US-Wahlkampf: Haley wird immer beliebter

Zunächst galt sie mit Umfragewerten im niedrigen einstelligen Bereich als eher aussichtslos. In den vergangenen Wochen legte sie in Umfragen jedoch deutlich zu: Nikki Haley.

Haley zeigte sich in einer Erklärung „geehrt“ über die Unterstützung der Organisation. Bei den Wahlen stehe „zu viel auf dem Spiel, um tatenlos von der Seitenlinie aus zuzusehen“. Die streng konservativen Koch-Brüder hatten mit einem Imperium an Ölpipelines, Rinderfarmen, Papier- und Düngemittel-Herstellern sowie Technologiefirmen ein Vermögen gemacht. Ihr Geld benutzten sie über Jahrzehnte, um die Politik in den USA zu beeinflussen. Sie pumpten große Summen in politische Bewegungen, konservative republikanische Kandidaten oder Think Tanks, um den rechten Rand in den USA zu stärken. Die Kochs gelten dadurch auch als Wegbereiter der rechten Tea-Party-Bewegung innerhalb der republikanischen Partei.

Das Netzwerk kann laut AFP im Wahlkampf hunderte Millionen Dollar an Spendengeldern und zahlreiche Wahlhelfer im ganzen Land mobilisieren. Dadurch bekomme Haley unter anderem die Möglichkeit zu Mail-Kampagnen, Tür-zu-Tür-Wahlkampf und auch Geld für Wahlwerbespots sei jetzt vorhanden, wie die New York Times berichtete.

Mögliche Konkurrenz für Ex-Präsident Donald Trump: Haley kandidiert für US-Wahl

Haley hatte im Februar 2023 ihre Präsidentschaftsbewerbung verkündet. Zunächst galt sie mit Umfragewerten im niedrigen einstelligen Bereich als eher aussichtslos. In den vergangenen Wochen legte sie in Umfragen jedoch deutlich zu. Haley schloss zu Floridas Gouverneur Ron DeSantis auf, der zum Start des Vorwahl-Rennens noch als aussichtsreichster interner Konkurrent für Ex-Präsident Donald Trump gegolten hatte.

Trump liegt im republikanischen Bewerberfeld mit großem Abstand vorn. Der rechtspopulistische Ex-Präsident kommt in Umfragen im Schnitt auf rund 60 Prozent, Haley liegt bei rund zehn Prozent und DeSantis bei rund 13 Prozent. Die Republikaner-Vorwahlen starten am 15. Januar 2024 im Bundesstaat Iowa. Die eigentliche Präsidentenwahl steht dann Anfang November 2024 an.

DeSantis Anhänger sehen keine Chancen für Haley bei US-Präsidentschaftswahl

Mugshots in Georgia: Polizeifotos von Trump und weiteren Angeklagten

Donald Trump im Polizeifoto (Mugshot).
Die Behörden im US-Bundesstaat Georgia haben im Zusammenhang mit der Anklage wegen versuchten Wahlbetrugs gegen Donald Trump ein Polizeifoto des früheren US-Präsidenten veröffentlicht. Das Büro des zuständigen Sheriffs machte die denkwürdige Aufnahme publik, nachdem sich Trump zuvor im Bezirksgefängnis in Atlanta den Behörden gestellt hatte. Trotz diverser rechtlicher Probleme Trumps ist es das erste Mal, dass er ein Polizeifoto von sich machen lassen musste. © Fulton County Sheriff's Office/Imago
Rudy Giuliani: Polizeifoto (Mugshot)
Trump war gemeinsam mit 18 weiteren Beschuldigten angeklagt worden wegen seiner Versuche, den Ausgang der Präsidentenwahl 2020 in Georgia zu beeinflussen. Vor ihm waren bereits diverse Angeklagte in dem Fall im Bezirksgefängnis in Atlanta erschienen, wo ihre Personalien aufgenommen und Polizeibilder gemacht wurden, darunter auch Trumps ehemaliger Anwalt Rudy Giuliani.  © afp
John Eastman: Polizeifoto (Mugshot)
Trumps früherer Anwalt John Eastman gilt als einer der wichtigsten Köpfe hinter dem versuchten Wahlbetrug, für ihn war eine Kautionssumme von 100.000 Dollar festgesetzt worden. „Meine Anwälte und ich werden jeden einzelnen Aspekt dieser Anklage energisch bekämpfen“, hieß es in einer Mitteilung von Eastman. © afp
Mark Meadows: Polizeifoto (Mugshot)
Auch Mark Meadows muss sich in Georgia vor Gericht verantworten. Trumps früherer Stabschef im Weißen Haus werden zwei Anklagen vorgeworfen: Verstoß gegen die Gesetze in Georgia gegen illegale Kriminalität und Aufforderung zur Verletzung des Eides durch einen Beamten. © Fulton County Sheriff's Office/Imago
Sidney Powell: Polizeifoto (Mugshot)
Sidney Powell trat zusammen mit Rudy Giuliani am 18. November 2020 als Teil des Anwaltsteams auf, das gegen die Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl vorgehen und Trumps Wiederwahl sichern sollte. Ihr werden sieben Anklagepunkte zur Last gelegt. Legendär wurde ihr Spruch, in Anspielung auf eine Figur im Film „Kampf der Titanen“ sie werde die Riesenkrake („release the Kraken”) freisetzen. © Fulton County Sheriff'S Office/Imago
Jenna Ellis: Polizeifoto (Mugshot)
Auch Jenna Ellis gehört zu Trumps Anwältinnen. Berichten zufolge hat sie mindestens zwei juristische Memos an Trump geschrieben, in denen sie den damaligen Vize Mike Pence dazu aufforderte, die Bestätigung von Bidens Sieg durch den Kongress am 6. Januar zu verhindern. Ellis wurde in zwei Punkten angeklagt. © Fulton County Sheriff/Imago
Kenneth Chesebro: Polizeifoto (Mugshot)
Kenneth Chesebro ist ebenfalls einer von Trumps Anwälten. Er wurde in sieben Punkten angeklagt. Besonders heikel ist dabei ein Straftatbestand aus dem sogenannten Rico-Gesetz. Es wurde ursprünglich erlassen, um gegen Schutzgelderpressung der Mafia vorzugehen. © afp
Ray Smnith: Polizeifoto (Mugshot)
Als Anwalt für Trump nahm Ray Smith in Georgia an einer Anhörung im Senat von Georgia teil, bei der er laut Anklage fälschlicherweise behauptete, dass es bei den Wahlen des Bundesstaates zu weitverbreitetem Wahlbetrug und Wahlunregelmäßigkeiten gekommen sei. Er ist in zwölf Punkten angeklagt. © afp
David Shafer: Polizeifoto (Mugshot)
David Shafer ist der ehemalige Vorsitzende der Republikaner in Georgia. Zuvor hatte er im Senat des Bundesstaates gesessen. Ihm werden acht Straftaten vorgeworfen. © afp
Harrison Floyd: Polizeifoto (Mugshot)
Harrison Floyd wird vorgeworfen, die Wahlhelferin Ruby Freeman unter Druck gesetzt und bedroht zu haben. Dem ehemaligen Chef der „Black Voices for Trump“ wurde unter anderem wegen Beeinflussung von Zeugen angeklagt. © Fulton County Sheriff's Office/Imago
Cathleen Latham: Polizeifoto (Mugshot)
Cathleen Latham erklärte sich bereit, in Georgia als Wahlfrau im „Electoral College“ zu fungieren, das alle vier Jahre den Präsidenten und den Vizepräsidenten wählt. Es besteht aus 538 Wahlleuten, die von den 50 Bundesstaaten sowie dem Bundesdistrikt entsandt werden. Sie ist in elf Punkten angeklagt, unter anderem Verschwörung zum Betrug am Staat. © afp
Scott Graham Hall: Polizeifoto (Mugshot)
Scott Graham Hall ist in sieben Punkten angeklagt, darunter Verschwörung zum Wahlbetrug. Der Trump-Fan stammt aus der Gegend von Atlanta. © Fulton County Sheriff's Office/Imago

Trump ist bei der rechten Basis zwar nach wie vor äußerst populär. Im republikanischen Partei-Establishment und bei konservativen Spendern gibt es aber Vorbehalte gegen den 77-Jährigen. Dort wird befürchtet, der umstrittene Ex-Präsident könnte angesichts seiner Unbeliebtheit in weiten Teilen der Bevölkerung die Präsidentschaftswahl 2024 gegen Biden verlieren - so wie bereits bei der Präsidentschaftswahl 2020.

DeSantis‘ Wahlkampfteam reagierte sarkastisch auf die Unterstützung des Koch-Netzwerks für Haley: „Jeder Dollar“ für Haleys Wahlkampf sei in Wirklichkeit ein Dollar für Trump, weil die frühere Gouverneurin keine Chance gegen den Ex-Präsidenten habe. Nur DeSantis könne es mit dem „Establishment“ aufnehmen. Für die Demokraten bewirbt sich der amtierende Präsident Joe Biden um eine weitere Amtszeit. (Lisa Mariella Löw)

Rubriklistenbild: © Rebecca Blackwell/AP

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