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Er ziert sich seit Monaten, es offiziell zu machen – doch es sieht sehr danach aus, als wolle US-Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit antreten.
Washington, D.C. – Der jährliche Easter Egg Roll im Weißen Haus ist immer eine illustre Veranstaltung – um politische Enthüllungen geht es beim Ostereierrollen eher nicht. Doch überraschenderweise teilte US-Präsident Joe Biden in einem TV-Interview bei der Osterfeier für Kinder am Montag (11. April) mit, dass er vorhabe, bei der US-Wahl 2024 erneut anzutreten. Es war das klarste Bekenntnis zu seinen Wiederwahlbestrebungen bisher.
NEW: TODAY’s @alroker asks President Biden about his possible Presidential run in 2024. pic.twitter.com/3OELi0yJmK
— TODAY (@TODAYshow) April 10, 2023
Al Roker, Moderator der Today Show beim US-TV-Sender NBC News, fragte Biden, ob er beabsichtige, an weiteren Easter Egg Rolls nach 2024 teilzunehmen. Roker witzelte gegenüber Biden: „Helfen Sie einem Bruder, bescheren Sie mir ein paar Neuigkeiten!“ Und tatsächlich sagte Biden: „Ich habe vor zu kandidieren, Al, aber wir sind noch nicht bereit, es bekannt zu geben.“
Biden hat bereits zwei demokratische Herausforder:innen
Bei dem TV-Interview stand Bidens Ehefrau Jill, die First Lady der USA, neben ihm. Sie war es, die zuletzt sagte, dass es ihr Ehemann es noch einmal wissen wolle. In einem Interview mit der US-Nachrichtenagentur Associated Press, teilte Jill Biden Ende Februar über den Präsidenten mit: „Er ist noch nicht fertig. Er sagt, er hat noch nicht zu Ende gebracht, was er angefangen hat.“ „Wie oft muss er es sagen, damit Sie es glauben?“, sagte sie ferner in dem Interview.
Derzeit gibt es bereits zwei Demokraten, die offiziell ihre Präsidentschaftskandidatur verkündet haben und Biden herausfordern wollen: die Autorin, Unternehmerin und Aktivistin Marianne Williamson und der Bestsellerautor, Rechtsanwalt und Impfgegner aus dem Kennedy-Clan, Robert F. Kennedy, der Neffe des ermordeten Ex-Präsidenten John F. Kennedy. Beiden wird keine realistische Chance gegen den amtierenden Präsidenten eingeräumt. Doch aktuell wollen nur 25 Prozent der demokratischen Wähler:innen, dass Biden erneut antritt. Das ergibt eine Umfrage der Monmouth University von Ende März. Mit 44 Prozent möchte die Mehrheit der befragten Demokraten nicht, dass Biden wieder kandidiert und 30 Prozent haben keine Präferenz.
Biden ist 80 Jahren alt und war bereits der bei Amtsantritt älteste Präsident der USA. Am Ende seiner zweiten Amtszeit Anfang 2029 wäre er 86 Jahre alt. Ursprünglich wollte Biden Anfang des Jahres nach den Weihnachtsfeiertagen ankündigen, ob er noch für eine zweite Amtszeit kandidieren wolle. Doch dann hieß es, vielleicht erfolge die Bekanntgabe zum Anfang des zweiten Quartals Anfang April. Zuletzt berichtete Axios, Berater:innen und enge Verbündeten des Präsidenten erwarteten nicht, dass er in absehbarer Zeit seine erneute Kandidatur ankündigt. Einige würden glauben, dass er diese erst im Juli oder vielleicht sogar erst im Herbst bekannt geben werde. (Johanna Soll)
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