Urteil im Schweigegeld-Prozess

„Bin politischer Gefangener“: Trump poltert nach Urteil gegen Richter und kündigt Berufung an

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  • Christian Stör
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Donald Trump wurde in allen Punkten schuldig gesprochen. Der Ex-Präsident polterte am Freitag gegen Richter und Regierung. Alle Informationen im News-Ticker.

Update vom 1. Juni, 19 Uhr: Der republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, ist überzeugt, dass das Urteil gegen Ex-Präsident Donald Trump aufgehoben werden wird. Dafür richtete er sich in einer Ansprache an den Obersten Gerichtshof der USA, wie MSNBC News berichtet. „Es wird noch sehr viele Entwicklungen geben, aber ich denke, dass der Oberste Gerichtshof eingreifen sollte“, sagte Johnson. Viele der Richter im Gerichtshof seien „genauso zutiefst besorgt wie wir“, sagte der Vorsitzende weiter. „Das Urteil wird umgekehrt werden Leute, kein Zweifel, es wird nur Zeit in Anspruch nehmen“, unterstrich er weiter.

Update vom 1. Juni, 10.45 Uhr: Nach dem Urteil gegen Donald Trump im New Yorker Schweigegeld-Prozess hat sich nun der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, zu Wort gemeldet und versprochen, dafür zu sorgen, dass der ehemalige Präsident Donald Trump in seinem derzeitigen Heimatstaat wählen darf. Seit 2019 ist Trumps Hauptwohnsitz der Mar-a-Lago Club in Palm Beach.

Einige Stimmen hatten nach dem Urteil im Trump-Prozess die Wahlberechtigung des ehemaligen Präsidenten infrage gestellt, da es in Florida normalerweise nicht erlaubt ist, dass Schwerverbrecher ihre Stimme abgeben, ohne ihre Strafe verbüßt ​​zu haben.

Nach Trump-Prozess: Weiterer Justiz-Ärger droht

Update vom 1. Juni, 7 Uhr: Der historische Schuldspruch gegen Donald Trump im New Yorker Schweigegeld-Prozess verschärft die Spannungen im ohnehin tief gespaltenen Amerika wenige Monate vor der Präsidentenwahl. Der Prozess gegen den ehemaligen US-Präsidenten fand unter beispiellosem medialem Interesse und strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Downtown Manhattan statt. Dabei wurde auch jede Regung Trumps kommentiert, der bei den Sitzungen stets anwesend war und eigentlich nur die Farbe seiner Krawatte von Tag zu Tag variierte.

Derweil war der Schweigegeld-Prozess gegen Donald Trump nicht seine einzige juristische Baustelle. Wegen versuchter Wahlmanipulation ist der Republikaner in der US-Hauptstadt Washington und im Bundesstaat Georgia angeklagt. Ebenfalls angeklagt ist Trump in Florida: Dort geht es um die Mitnahme geheimer Regierungsunterlagen. Aktuell geht es in den weiteren Trump-Prozessen allerdings kaum voran. Das Lager des Republikaners verzögert diese mit diversen Anträgen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die New Yorker Verurteilung die einzige vor der Wahl im November bleiben wird. 

Urteil gegen Trump gefallen: Ex-Präsident in allen Punkten schuldig – Trump: „Bin politischer Gefangener“

Update vom 31. Mai, 21.55 Uhr. Nach seiner Verurteilung in allen Punkten kündigte Trump am Freitag an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Das Berufungsverfahren dürfte sich bis nach der Präsidentenwahl am 5. November hinziehen, bei der Trump voraussichtlich für die Republikaner gegen den demokratischen Amtsinhaber Biden antreten wird. Trumps Kampagne veröffentlichte kurz nach dem Schuldspruch einen Spendenaufruf mit dem Titel „Ich bin ein politischer Gefangener!“. Trump gab in seiner Rede am Freitag an, seither seien Spenden in Höhe von 39 Millionen Dollar eingegangen.

Update vom 31. Mai, 17.15 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump tritt ein Tag nach dem Urteil gegen ihn vor die Presse - und beginnt sofort damit, gegen die Entscheidung auszuteilen. „Das sind schlechte Menschen, in vielen Fällen kranke Menschen“, sagte Trump. US-Präsident Joe Biden und „eine Gruppe von Faschisten“ wollten nichts gegen die Missstände in den USA tun, behauptete Trump und ergänzte, sie würden sich gegen ihn stellen, da er Probleme wie Migration anspreche.

Den Richter Juan Merchan nannte er „sehr umstritten“. Es habe keinen anderen Richter gegeben, der „umstrittener“ war als Merchan. Er beschwerte sich, dass man ein Redeverbot gegen ihn erhoben und ihn mit einer Gefängnisstrafe bedroht habe. „Stellen Sie sich das mal vor, ich habe einen großen Vorsprung über Biden, ich bin der führende Kandidat und ich habe ein Redeverbot“, so Trump. Er warf dem Gericht vor, mit Biden, „einem Mann, der keine zwei Sätze zusammenbringen kann“, zu koordinieren. „Das wird alles von Biden und seinen Leuten getan“, so der Ex-US-Präsident.

Das Urteil gegen Donald Trump im Schweigegeld-Prozess ist gefallen. Der Ex-Präsident wurde in allen 34 Punkten für schuldig erklärt.

Trump zufolge war der Gerichtsprozess „sehr unfair“. Mit Blick auf den Richter Juan Merchan sagte er: „Er sieht zwar aus wie ein Engel, ist in Wahrheit aber ein Teufel.” Merchan sei ein „Tyrann“, sagte er weiter.

Urteil im Trump-Prozess: „Linke erschießen!“ – Fans rufen zu Gewalt auf

Update vom 31. Mai, 13.25 Uhr: Die politischen Auswirkungen des Urteils gegen Donald Trump sind derzeit nicht abzusehen. Der Politologe Keith Gaddie von der Texas Christian University sagte der Nachrichtenagentur AFP zufolge, zwar werde es vermutlich keine große Bewegung bei den Stimmen geben. In US-Bundesstaaten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen könne der Schuldspruch aber „die Dinge von einer Richtung in die andere kippen“. In den eng umkämpften Staaten Arizona, Georgia, Michigan, Nevada und Pennsylvania liegt Trump in den Umfragen derzeit knapp vor Joe Biden.

Update vom 31. Mai, 12.05 Uhr: Richter Juan Merchan hat Donald Trump nach dem Schuldspruch im Prozess in New York keine Restriktionen seiner Bewegungsfreiheit auferlegt. Damit kann sich Trump vorerst wieder voll auf den Wahlkampf konzentrieren. Die Verfügung gilt aber vorerst nur bis zum 11. Juli. Dann will Merchan das Strafmaß verkünden. Der Termin liegt nur vier Tage vor dem Parteitag der Republikaner, bei dem Trump voraussichtlich als Präsidentschaftskandidat nominiert werden wird.

Update vom 31. Mai, 10.30 Uhr: In den USA haben die Fans von Donald Trump nach dem Schuldspruch im New Yorker Prozess zu Krawallen und Vergeltung aufgerufen. So hieß es laut Reuters auf der Trump-nahen Website Gateway Pundit in einem Post: „Es ist Zeit, ein paar Linke zu erschießen. Das lässt sich nicht durch Wahlen regeln.“ Und auf der Internetseite Patriots.win war demnach folgender Beitrag zu lesen: „1.000.000 (bewaffnete) Männer müssen nach Washington gehen und alle aufhängen. Das ist die einzige Lösung.“

Trump vor Gericht: Die wichtigsten Personen beim Prozess in New York

Donald Trump ist der Angeklagte in New York.
Donald Trump ist der Angeklagte in New York. Der ehemalige Präsident der USA ist im Prozess um mutmaßliche Schweigegeldzahlungen in 34 Punkten angeklagt. Vorgeworfen wird ihm dabei nicht die Zahlung von Schweigegeld an sich. Vielmehr soll Trump Geschäftsberichte gefälscht haben, um die Zahlungen geheim zu halten. Damit soll der Kandidat der Republikaner für die US-Wahl 2024 sowohl gegen Steuergesetze wie auch gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen haben. Trump ist der erste Präsident der USA, der sich in einem Strafprozess wiederfindet.  © Pool/Getty Images/afp
Alvin Bragg ist der Staatsanwalt im Prozess gegen Donald Trump.
Alvin Bragg ist der Staatsanwalt im Prozess gegen Donald Trump. Mit seinem Team an Ermittlern ist es sein Ziel, nachzuweisen, dass Trump mit den Schweigegeld-Zahlungen versucht haben soll, die öffentliche Meinung vor der US-Wahl 2016 zu beeinflussen. Bragg ist Mitglied der Demokraten und seit 2022 Bezirksstaatsanwalt des Bezirks New York. © Angela Weiss/afp
Verteidigt wird Donald Trump in New York von Todd Blanche
Verteidigt wird Donald Trump in New York von Todd Blanche. Der ehemalige Staatsanwalt, der seit April 2023 für den Ex-Präsidenten arbeitet, hat beste Beziehungen in das MAGA-Universum. So verteidigte Blanche bereits Igor Furman, ein Mitarbeiter Rudy Giulianis, und Paul Manafort, Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager.  © Mark Peterson/Imago
Unterstützt wird Todd Blanche bei der Verteidigung Donald Trumps von Susan Necheles.
Unterstützt wird Todd Blanche bei der Verteidigung Donald Trumps von Susan Necheles. Sie gilt als sehr erfahrene Strafverteidigerin, auf deren Dienste unter anderem Donald Trumps Firma, die „Trump Organization“, in der Vergangenheit vertraute. Wenn Necheles nicht gerade den Ex-Präsidenten oder seinen Familienkonzern vertritt, verteidigt sie andere zwielichtige Gestalten aus New York - darunter in der Vergangenheit auch Venero Frank Mangano. Der mittlerweile verstorbene Mafiaboss galt Zeit seines Lebens als hochrangiges Mitglied der „Cosa Nostra“ und Chef der berüchtigten „Genovese-Familie“. © Pool/Getty Images/afp
Der Richter im Fall von Donald Trump in New York heißt Juan Merchan.
Der Richter im Fall von Donald Trump in New York heißt Juan Merchan. Geboren wurde er in Kolumbien, aufgewachsen ist er in New York. Dort begann er seine Karriere als Staatsanwalt. Seit 2006 ist er als Richter in der Stadt tätig. Merchan gibt an, kein Mitglied einer politischen Partei in den USA zu sein. Bei der US-Wahl 2020 soll er aber nach Informationen von CNN in drei Fällen kleine Geldbeträge an die Demokraten und ihren damaligen Kandidaten, den heutigen US-Präsidenten Joe Biden, gespendet haben. © Jane Rosenberg/dpa
Der Richter im Fall von Donald Trump in New York heißt Juan Merchan.
Sie brachte den Stein ins Rollen. Stephanie Clifford, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Stormy Daniels. Die Erotikdarstellerin behauptet, im Jahr 2006 eine kurze Affäre mit Donald Trump gehabt zu haben. Kurz vor der US-Wahl 2016 soll Trumps damaliger Anwalt Michael Cohen ihr 130.000 Dollar Schweigegeld gezahlt haben, damit die Affäre nicht ans Licht kommt und Trumps Wahlkampf behindert. Dass Daniels im Prozess gegen Donald Trump aussagen wird, gilt als nahezu sicher. © John Angelillo/Imago
Michael Cohen. Der ehemalige Anwalt Trumps gilt mittlerweile als einer seiner größten Gegner.
Die Eröffnungsplädoyers im Prozess gegen Donald Trump haben bewiesen, dass Michael Cohen der für beiden Seiten wichtigste Zeuge werden wird. Der ehemalige Anwalt Trumps gilt mittlerweile als einer seiner größten Gegner. Das dürfte auch daran liegen, dass Cohen 2018 in Zusammenhang mit Geschäften, die er für Trump abwickelte, wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen vor dem Kongress zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden war. © Spencer Platt/afp
Der erste Zeuge im Prozess gegen Donald Trump war David Pecker, ehemaliger Herausgeber des National Enquirer.
Der erste Zeuge im Prozess gegen Donald Trump war David Pecker, ehemaliger Herausgeber des National Enquirer. Pecker stammt wie Trump aus New York. Die beiden verbindet eine Geschäftsbeziehung, die bis in die 1990er Jahre zurückreicht. Vor Gericht bestätigte Pecker, dass er Trump dabei geholfen habe, Geschichten über Affären, die der Ex-Präsident gehabt habe, zu vertuschen. So soll der Zeitungsmann unter anderem in die Schweigegeldzahlungen an Stormy Daniels als auch an Karen McDougal verweickelt gewesen sein. © Imago
Neben Stormy Daniels behauptet auch Karen McDougal, sie habe Schweigegeld von Donald Trump erhalten.
Denn neben Stormy Daniels behauptet auch Karen McDougal, sie habe Schweigegeld von Donald Trump erhalten, um eine neun Monate dauernde Affäre geheim zu halten. Das ehemalige Playmate und spätere Model behauptet, sich zwischen 2006 und 2007 mehrmals mit dem späteren Präsidenten getroffen zu haben. Damit die Geschichte geheim bleibt, soll McDougal 150.000 Dollar erhalten haben. © Imago
Ein weiterer Zeuge, der im Prozess gegen Donald Trump vor Gericht erwartet wird, ist Allen Weisselberg.
Ein weiterer Zeuge, der im Prozess gegen Donald Trump vor Gericht erwartet wird, ist Allen Weisselberg. Er ist der ehemalige Finanzvorstand der „Trump Organization“ und hat bereits Erfahrungen mit New Yorker Justiz sammeln dürfen: Im Januar 2023 wurde Weisselberg zu einer neunmonatigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Laut Michael Cohen soll Weisselberg auch in die Schweigegeldzahlungen an Stormy Daniels verwickelt gewesen sein. © Kena Betancur/afp
Eine weitere hochkarätige Zeugin im Prozess gegen Donald Trump könnte Hope Hicks werden.
Eine weitere hochkarätige Zeugin im Prozess gegen Donald Trump könnte Hope Hicks werden. Das ehemalige Model steht seit 2012 mit der Familie Trump in Verbindung und arbeitete unter anderem für Donalds Tochter Ivanka Trump. Ab 2015 war sie Pressesprecherin der Wahlkampagne des späteren Präsidenten und blieb in verschiedenen Positionen auch nach Trumps Wahlsieg für ihn tätig. Im Prozess in New York dürfte sie nach ihren Kenntnissen über mutmaßliche Schweigegeldzahlungen im Wahlkampf 2016 befragt werden. © Andrew Harnik/dpa
Was sagt eigentlich Melania Trump? Die ehemalige First Lady hält sich bislang aus Prozess gegen ihren Mann heraus.
Was sagt eigentlich Melania Trump? Die ehemalige First Lady hält sich bislang aus Prozess gegen ihren Mann heraus. Weder begleitet die dritte Ehefrau Trumps ihn zum Gericht in New York, noch hat sie sich bislang zu den Vorwürfen geäußert, ihr Ehemann habe sie mit Playmates und Pornostars betrogen, während sie mit dem gemeinsamen Kind schwanger war. Bislang steht nicht fest, ob Melania Trump als Zeugin geladen wird. Sollte das geschehen, könnte Donalds Ehefrau wohl von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. © Lynne Sladky/dpa
Zum Thema vor Gericht in New York wurde auch Barron Trump, der jüngste Sohn Donalds und das einzige Kind von Melania Trump.
Zum Thema vor Gericht in New York wurde auch Barron Trump, der jüngste Sohn Donalds und das einzige Kind von Melania Trump. Der über zwei Meter große Teenager feierte im März 2024 seinen 18. Geburtstag und wird noch dieses Jahr seinen Highschool-Abschluss feiern - womöglich ohne seinen Vater. Dessen Anwälte stellten für ihren Mandanten einen Antrag, dass er am 17. Mai, dem Tag der Abschlussfeier seines Sohnes, dem Gericht fernbleiben könne. Im Anschluss behauptete Trump, Richter Juan Merchan habe ihm das verboten - eine Falschbehauptung. Merchan hatte lediglich gesagt, er sei noch nicht bereit, eine Entscheidung über diesen Antrag zu fällen. Diese hinge vor allem davon ab, wie der Prozess in den kommenden Wochen verlaufen werde. © Damon Higgins/Imago

Trump-Prozess könnte sich laut Umfrage auf US-Wahl auswirken

Update vom 31. Mai, 9.45 Uhr: Im November wählen die Menschen in den USA einen neuen Präsidenten. Ein Kandidat ist Donald Trump. Könnte ihm das Urteil in New York eventuell schaden? Das ist fraglich. In landesweiten Umfragen liegt Trump seit Wochen ein bis zwei Prozentpunkte vor Joe Biden. Daran hat auch der Prozess in New York nichts geändert. Allerdings gaben in einer aktuellen Umfrage immerhin 17 Prozent der Befragten an, dass sie im Fall einer Verurteilung „überdenken“ könnten, ob sie Trump ihre Stimme geben. In manchen Schlüsselstaaten könnte dieser Anteil durchaus entscheidend sein.

Update vom 31. Mai, 8.25 Uhr: Die Republikaner tragen ihren Unmut über den Schuldspruch gegen Donald Trump im Prozess in New York offen zur Schau. So hat die radikale Abgeordnete Marjorie Taylor Greene auf X provokativ eine auf dem Kopf stehende US-Flagge veröffentlicht. Das Symbol wird von Trumps Gefolgsleuten verwendet und spielte auch bei der Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 eine Rolle. Alle Reaktionen zum Urteil gegen Trump im New Yorker Prozess finden Sie hier.

Donald Trump wurde vor Gericht in allen Punkten schuldig gesprochen.

Update vom 31. Mai, 7.05 Uhr: Donald Trump Jr. hat empört auf den Schuldspruch gegen seinen Vater reagiert. Trumps Sohn verbreitete gleich mehrere Nachrichten auf der Plattform X. Eine davon lautete: „So ein Bullshit!“ Die Demokraten hätten mit ihrem jahrelangen Versuch Erfolg gehabt, Amerika in ein „Dritte-Welt-Drecksloch“ zu verwandeln. Mit Blick auf den Termin der US-Wahl mahnte er: „Der 5. November ist unsere letzte Chance, es zu retten.“

Donald Trump richtet Blick schon auf US-Wahl im November

Update vom 31. Mai, 6.20 Uhr: Nur wenige Minuten nach dem Schuldspruch in New York hat Donald Trump um Spenden gebeten. „Ich bin ein politischer Gefangener“, hieß es in einer E-Mail des Trump-Teams und auf der Spenden-Webseite des Republikaners. „Ich wurde gerade in einem manipulierten Hexenjagd-Prozess verurteilt: Ich habe nichts falsch gemacht“, hieß es weiter. „Aber mit eurer Unterstützung in diesem Moment der Geschichte werden wir das Weiße Haus zurückgewinnen und Amerika wieder großartig machen.“

Ich bin ein sehr unschuldiger Mann.

Donald Trump nach seiner Verurteilung im Schweigegeld-Prozess im New Yorker Gerichtsgebäude.

Update vom 31. Mai, 5.55 Uhr: Donald Trump hat wieder mal Geschichte geschrieben. Als erster Ex-Präsident der USA ist der 77-Jährige in einem Strafverfahren schuldig gesprochen worden. Welche Auswirkungen hat der Schuldspruch aber für die US-Wahl im November? Nun, die Verurteilung hält Trump rechtlich nicht davon ab, dort anzutreten. Trump könnte sich selbst dann zur Wahl stellen, wenn er in Haft säße. Ohnehin aber dürfte sich eine Berufung über Monate hinziehen. Es gilt deshalb als unwahrscheinlich, dass bis zum Wahltermin am 5. November überhaupt ein rechtskräftiges und damit finales Urteil vorliegt.

Update vom 31. Mai, 3.30 Uhr: Das war zu erwarten. Unmittelbar nach Verkündung des Urteils gegen den Ex-Präsidenten kündigt ein Trump-Anwalt Berufung gegen Urteil im Schweigegeldprozess an.

Erstmeldung: New York – 34-mal schuldig – in allen Anklagepunkten: Am Ende half Donald Trump auch die Strategie seiner Verteidigung nichts und der ehemalige US-Präsident musste eine Niederlage vor Gericht hinnehmen. Im New Yorker Schweigegeld-Prozess urteilten die Geschworenen nach fast zwölf Stunden Beratungszeit einstimmig gegen den 77-Jährigen. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein US-Präsident wegen eines Verbrechens verurteilt wurde. Wie hoch Donald Trumps Strafe nach dem Prozess ausfällt, steht derweil noch nicht fest. Richter Juan Merchan setzte für den 11. Juli einen Termin an, an dem das Strafmaß nach dem Urteil im Trump-Prozess verkündet wird.

Der Schweigegeld-Prozess gegen Donald Trump bestimmte in den vergangenen Wochen die US-Medien. Die Staatsanwaltschaft hatte dem ehemaligen US-Präsidenten vorgeworfen, er habe seine Aussichten auf einen Erfolg bei der Präsidentschaftswahl 2016 durch die Zahlung von 130.000 Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels verbessern wollen. Durch unrechtmäßige Buchungen sollte der Geldfluss bei Transaktionen verschleiert werden. Die eigentliche Zahlung war dabei nicht illegal. Vielmehr musste sich Donald Trump im Schweigegeld-Prozess wegen der Manipulationen verantworten.

Wie nun durch das Urteil im New Yorker Trump-Prozess bestätigt wurde, hat Trump bei der Erstattung des Betrags an seinen damaligen Anwalt Michael Cohen Unterlagen manipuliert. Hintergrund war, dass er den wahren Grund für die Transaktion verschleiern wollte. Dadurch habe er sich der illegalen Wahlkampf-Finanzierung in 34 Fällen schuldig gemacht. Trumps Anwälte hatten argumentiert, es habe sich um gewöhnliche Anwaltshonorare gehandelt.

Strafe für Trump nach Urteil im New Yorker Schweigegeld-Prozess: Richter legt Strafmaß fest

Da nun das Urteil gegen Donald Trump im Schweigegeld-Prozess gefallen ist, drängt sich die Frage nach der Strafe des Ex-Präsidenten auf. Bis zum 11. Juli wird es voraussichtlich zahlreiche Spekulationen geben, wie groß das Strafmaß gegen den Republikaner ausfallen wird. Sicher ist: Die Entscheidung von Richter Merchan könnte Auswirkungen auf die kommende US-Wahl 2024 haben. Donald Trump wird als Spitzenkandidat seiner Partei gehandelt und konnte bei den US-Vorwahlen alle parteiinternen Widersacher ausbooten.

Die Verurteilung im New Yorker Trump-Prozess könnte eine mehrjährige Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Diese könnte allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden. Alternativ könnte Donald Trump eine Geldstrafe erhalten. Bereits vor dem Urteil der Jury im Schweigegeld-Prozess stand fest, dass die Verteidigung in Berufung gehen wird. Nach der Urteilsverkündung sagte die Rechtsexpertin von CNN, dass das Trump-Lager wahrscheinlich seit Wochen an einer Strategie für diesen Fall gearbeitet haben könnte. Trumps Anwälte werden vermutlich argumentieren, dass ihr Mandant in Manhattan niemals einen fairen Prozess bekommen hätte. Trumps Anwalt Todd Blanche hat trotz des Urteils bereits einen Freispruch beantragt – dieser Antrag wurde bereits von Merchan kassiert. 

Donald Trump reagierte auf das Urteil im Schweigegeld-Prozess in gewohnter Manier: Der 77-Jährige sprach von einem „manipulierten Prozess“ und einer „Schande“. „Wir haben nichts falsch gemacht. Ich bin ein völlig unschuldiger Mann“, sagte Trump, nachdem er den Gerichtssaal verlassen hatte. Das „wahre Urteil wird am 5. November vom Volk gefällt“, führte er aus und bezog sich dabei auf die US-Wahlen. Trump wetterte zudem gegen den Bezirksstaatsanwalt und die Biden-Regierung, denen er vorwarf, Einfluss auf den Fall genommen zu haben.

„Unser ganzes Land wird gerade manipuliert“, sagte Trump Reportern, nachdem er den Gerichtssaal verlassen hatte. „Dies wurde von der Biden-Regierung getan, um einen Gegner, einen politischen Gegner, zu verletzen oder zu schädigen. Das Land ist zur Hölle gefahren.“ Amerika sei laut Trump nicht mehr dasselbe Land. „Wir haben Chaos.“

Urteil im Trump-Prozess: Auswirkungen auf US-Wahl 2024 noch unklar

Wie bereits erwähnt, ist es naheliegend, dass sich das Urteil gegen Donald Trump im Schweigegeld-Prozess auf den aktuellen US-Wahlkampf auswirken wird. Unklar bleibt, ob am Ende der 77-Jährige nicht sogar profitieren könnte. Trump versucht den Fall in einen persönlichen Vorteil umzumünzen und seine Anhängerschaft zu mobilisieren, indem er sich als Opfer einer politisch motivierten Justiz inszeniert. Aus diesem Grund nutzte er die Aufmerksamkeit nach dem Abschluss des Prozesses, um erneut gegen die Biden-Regierung auszuteilen und Stimmung zu machen.

Viele würden die Verurteilung im Trump-Prozess als Schande für den Republikaner auffassen. Doch am Ende könnte das Urteil deutlich weniger Auswirkungen haben, als gegenwärtig angenommen wird. Laut Deutscher Presse-Agentur deuten neueste Umfragen zur US-Wahl darauf hin, dass Trumps juristischer Ärger wenig Einfluss auf die Wahlentscheidung viele Amerikaner haben könnte. Dass Donald Trump wohl nicht durch das Urteil im Schweigegeld-Prozess gestoppt werden kann, sieht wohl auch Joe Biden. Kurz nach der Entscheidung der Jury schrieb der Demokrat auf X, vormals Twitter, dass nur einen Weg geben wird, Donald Trump aus dem Oval Office fernzuhalten: an der Wahlurne.

Der Prozess gegen Trump wird mehrere Wochen dauern. Ein Urteil wird frühestens am 31. Mai und spätestens am 14. Juni erwartet.

Am 6. November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Wie laufen die Wahlen ab und wer war der jüngste Amtsträger, der je ins Weiße Haus einzog? Antworten auf diese Fragen und mehr finden Sie in unserem Quiz zur US-Politik. (Redaktion mit Agenturen)

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