Republikaner legen Berufung gegen Trump-Wahlausschluss ein
VonNadja Orth
schließen
In Colorado fiel das Gerichtsurteil, dass Trump in dem US-Bundesstaat nicht bei den Vorwahlen antreten darf. Das könnte sich schnell ändern.
Washington - Nachdem das Oberste Gericht im US-Bundesstaat Colorado dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump die Teilnahme an den Vorwahlen verboten hat, wurde das Urteil offiziell angefochten. Die Organisation American Center for Law and Justice hat nach eigenen Angaben im Namen der republikanischen Partei von Colorado Berufung gegen die Entscheidung eingelegt. Das Oberste Gericht hatte vergangene Woche entschieden, dass Trump nicht für das Präsidentenamt geeignet sei. Er selbst ging bislang nicht gegen das Urteil gegen ihn vor.
Das Urteil des Gerichts sei „falsch“, heißt es in dem Antrag der Organisation von Mittwochabend (Ortszeit). „Solange die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Colorado nicht aufgehoben wird, hat jeder Wähler die Möglichkeit, gegen den Ausschluss eines politischen Kandidaten zu klagen.“ Grund für das Urteil in Colorado war seine Rolle im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021. Angesichts der Geschehnisse sei er laut aktuellem Stand nicht als US-Präsident geeignet.
Republikaner klagen gegen Gerichtsurteil in Colorado: Darf Trump doch bei der Vorwahl antreten?
Trump hatte zwar ebenfalls Berufung gegen das Urteil in Colorado angekündigt, bisher aber noch nicht eingelegt. Das Oberste Gericht in Colorado hat seine Entscheidung selbst so lange ausgesetzt, bis im Falle einer Berufung die Frage endgültig geklärt ist. Sein Name dürfte voraussichtlich also auf den Wahlzetteln für die Vorwahl seiner Partei in dem Bundesstaat Anfang kommenden Jahres stehen.
Gegner von Donald Trump versuchen, in verschiedenen Bundesstaaten seinen Namen von Wahlzetteln für die Präsidentenwahl streichen zu lassen. Sie argumentieren mit einem Verfassungszusatz, wonach Personen von Wahlen ausgeschlossen sind, die einen „Aufstand“ gegen die Verfassung angezettelt haben. Bisher haben sie nur in Colorado Erfolg gehabt. In Michigan lehnte der Oberste Gerichtshof am Mittwoch einen Wahl-Ausschluss des Republikaners ab. Die Richterin Elizabeth Welch - eine von vier von den Demokraten ernannten Richterinnen und Richtern - erklärte hierzu, dass das Wahlgesetz in Michigan grundlegend anders sei als in Colorado. Dort schreibe das Gesetz vor, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin für die Wahl „geeignet“ sein muss. In Michigan gibt es die Regelung nicht.
Das Gericht in Michigan erklärte daher am Mittwoch, es „sei nicht davon überzeugt, dass die vorgelegten Fragen von diesem Gericht überprüft werden sollten“. Trump begrüßte die Entscheidung und schrieb laut Informationen des Spiegel auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social, es habe sich um einen „verzweifelten Versuch der Demokraten“ gehandelt, ihn vom Wahlzettel zu verbannen.
Demokraten wollen Trump vom Wahlzettel streichen lassen: In Oregon läuft das Verfahren noch
6. Januar 2021 - der Sturm aufs Kapitol in Bildern
Hinter den Versuchen, Trump die Kandidatur zu verbieten, steckt eine Gruppe von Demokratie-Aktivisten und -Aktivistinnen namens Free Speech For People. Die Gruppe hatte auch in Minnesota und Oregon für einen Vorwahl-Ausschluss geklagt und sich dabei auf den 14. Zusatz der US-Verfassung berufen. Demnach werden Regierungsmitglieder von künftigen Ämtern ausgeschlossen, wenn sie an einem „Aufstand oder Aufruhr“ gegen die verfassungsmäßige Ordnung teilgenommen haben. Während die Klage in Minnesota zurückgewiesen wurde, läuft in Oregon das Verfahren noch.
Der ehemalige US-Präsident hat hohe Chancen, als Sieger aus den Vorwahlen der Republikaner hervorzugehen. Trump liegt bei den Umfragen weit vorne. Die ersten Vorwahlen stehen am 15. Januar in Iowa an. In Colorado sind die Vorwahlen am 5. März geplant.(nz/dpa/afp)