Vance wettert gegen Harris – und zieht eigenartigen Vergleich mit Jeffrey Epstein
VonSimon Schröder
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Vance hatte bis jetzt Probleme, die Wählerschaft auf seine Seite zu ziehen. Die aktuellen Umfragetrends sprechen für einen Aufschwung der Harris-Kampagne.
Washington D.C. – In einem Interview auf dem Sender Fox News zog J.D. Vance eine eigenwillige Parallele zwischen Vizepräsidentin Kamala Harris und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Dies geschah während der Sendung „Sunday with Shannon Bream“, in der Bream Vance auf die derzeitigen schlechten Umfragewerte der Trump-Kampagne ansprach. Vance konnte darauf keine überzeugende Antwort geben. Er behauptete jedoch, dass interne Umfragen von Donald Trumps Team einen Rückgang der Unterstützung für die Vizepräsidentin in den US-Wahlen aufzeigen würden.
Vance, 40 Jahre alt, betonte, die Inflation unter der Regierung von Präsident Joe Biden dränge die Wählerschaft ins Republikanische Lager. Daraufhin schoss er gegen Harris: „Kamala Harris Kontrolle über die Inflationspolitik zu geben, Shannon, ist als ob man Jeffrey Epstein den Menschenhandel überwachen lässt.“ Epstein wurde 2019 festgenommen und beschuldigt, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen betrieben zu haben. Vor dem Prozess erhängte sich Epstein jedoch in seiner Zelle.
Die Moderatorin Shannon Bream ging nicht auf den absurden Vergleich ein und überging Vances Aussage. Sie hakte stattdessen erneut bei den Umfragewerten nach: „Wie passt das dann mit einer anderen Umfrage zusammen, die heute Morgen veröffentlicht wurde? Washington Post/ABC geben der Vizepräsidentin landesweit einen Vorsprung von vier bis fünf Punkten. Das sind neue Zahlen, wenn Sie also denken, dass das Momentum nicht schwingt … jede andere Umfrage, die veröffentlicht wurde, hat großes Momentum (für Harris, Anm. d. Red.) gezeigt.“
Vance poltert gegen Harris und relativiert die schlechten Umfragewerte der Trump-Kampagne
Trotz der Führung von Harris in den Umfragen gegenüber Trump behauptet Vance weiter, die Trump-Kampagne befinde sich in einer „sehr, sehr guten Position“. Vance versuchte, die Umfragen der Washington Post als unpräzise darzustellen. „ABC/Washington Post war eine äußerst ungenaue Umfrage im Sommer 2020.“ Er betonte, dass die eigenen Umfragen ein ganz anderes Stimmungsbild zeigten. Denn laut der Washington Post-Umfrage führt Harris im direkten Duell mit Trump auf nationaler Ebene deutlich. 49 Prozent der Befragten gaben an, im November für Harris zu stimmen – ein Vorsprung von 4 Prozentpunkten vor Trump, der nur auf 45 Prozent in der Befragung kommt.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an
Auch im Durchschnitt der Umfragen liegt Harris derzeit vorne. Laut „RealClearPolling“ liegt Harris mit 1,4 Prozentpunkten vor Trump. „538“ sieht Harris sogar mit einem Vorsprung von 2,6 Prozentpunkten vor dem Ex-Präsidenten. Vance hingegen sieht die Situation anders: „Für alle, die das hier sehen: Ich sage ihnen, die Trump-Kampagne ist in einer sehr, sehr guten Position.“ Es ist jedoch offensichtlich, dass die Trump-Kampagne es mit Harris nicht mehr so leicht hat wie noch mit Biden. Nachdem Kamala den Wahlkampf von Präsident Biden übernommen hatte, konnte sie unter den Demokraten einen neuen Enthusiasmus für die US-Wahl 2024 auslösen.
Trump-Vize Vance als Reinfall für die Trump-Kampagne: Vize Tim Walz brilliert dagegen
Vance erweist sich für Trump bisher als echtes Fiasko in den US-Wahlen. Denn je mehr die Öffentlichkeit über den Senator aus Ohio erfährt, desto weniger scheint sie ihn zu mögen. Die politische Analystin Julia Azari ist der Meinung, dass Vance eine denkbar schlechte Wahl für Trump war. Denn der Vizekandidat sollte dem Wahlzettel keinesfalls schaden und im besten Fall neue Stimmen für die Kampagne gewinnen.
„Bisher sieht es so aus, als ob Donald Trump diesen Test mit der Wahl des Senators von Ohio, J.D. Vance, nicht bestanden hat. Berichten zufolge sind dessen Umfragewerte offiziell auf den niedrigsten Stand aller Kandidaten in der modernen Geschichte gesunken“, so die Expertin auf MSNBC. Nun ist es jedoch zu spät, einen neuen Vizekandidaten aufzustellen. Während Kamala Harris neues Momentum mit ihrem Vizekandidaten Tim Walz generiert, könnte es für die Trump-Kampagne ein echtes Fiasko werden, sollte sie sich so kurz vor den Wahlen von Vance trennen. (sischr)