Epstein-Ex meldet sich zu Wort

Verbindung von Trump und Epstein: Ex-Freundin berichtet von enger Freundschaft

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Eine Ex-Freundin Epsteins berichtet von der engen Beziehung, die die Milliardäre zueinander hatten: „Er war sein Bruder“, erklärt sie in einem Interview.

Washington DC – Der US-Präsident Donald Trump weist alle Vorwürfe darüber von sich, dass er in den Skandal rund um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verwickelt sein könnte. Es gebe keinerlei handfeste, belastende Beweise, so erläutert der Präsident. Eine Ex-Freundin Epsteins äußerte gegenüber dem TV-Sender CNN nun allerdings, dass die beiden Milliardäre „beste Freunde“ gewesen seien, was Trumps Distanzierung von Epstein unglaubwürdig erscheinen lässt.

Zuvor hatte das Wall Street Journal einen bahnbrechenden Bericht zum Fall Epstein und dessen Verbindung zu Präsident Trump veröffentlicht. Darin wurde ein Album mit Briefen zu Epsteins 50. Geburtstag thematisiert, in dem sich eine Botschaft und eine Zeichnung von einer nackten Frau von Trump für Epstein befinden soll.

Trump steht auch im eigenen Lager unter Druck: Viele MAGA-Anhänger fordern volle Transparenz im Epstein-Skandal.

„Er war sein Bro, er war sein Wingman“: Epstein-Ex über die Freundschaft zu Trump

Der Präsident hatte bestritten, dass die Zeichnung oder der Brief von ihm stammten, und Klage eingereicht. In dieser fordert er vom Wall Street Journal und Medienmogul Rupert Murdoch mindestens zehn Milliarden Dollar (rund 8,6 Milliarden Euro) Schadenersatz.

Jetzt machte die Epstein-Ex Stacey Williams in ihrem CNN-Interview jedoch klar: „Sie waren sehr eng befreundet und sie führten nichts Gutes im Schilde“. Donald Trump sei der einzige Freund gewesen, den Epstein bei jedem ihrer Treffen und in jedem Gespräch erwähnt habe.

Epstein-Ex Stacey Williams erklärte gegenüber CNN: Epstein und Trump waren „beste Freunde“.

Sie verdeutlichte die Freundschaft von Trump und Epstein mit den Worten: „Er [Trump] war sein Bro [Bruder], er war sein Wingman“. Unter einem „Wingman“ (Deutsch etwa: Flügelspieler) ist im Englischen ein sehr guter Freund zu verstehen, der einer Person mit seiner vollen Unterstützung zur Seite steht – insbesondere bei der Umwerbung von Frauen.

Verbindung von Trump und Epstein: Ex-Freundin berichtet von enger Freundschaft

Die enge Verbindung der beiden Milliardäre habe Williams noch deutlich vor Augen, berichtet sie gegenüber CNN, auch wenn ihre mehrmonatige Beziehung mit Epstein schon eine lange Zeit zurückliege. Sie und Epstein waren demnach 1992 während einer Weihnachtsfeier Trumps im Plaza Hotel in Kontakt gekommen, infolge derer sich die Beziehung entwickelt habe.

Am späten Freitagnachmittag (18. Juli) reichte Generalstaatsanwältin Pam Bondi in New York einen Antrag auf Freigabe der mit dem Fall Epstein zusammenhängenden Protokolle der Grand Jury ein. Trump hatte sie „aufgrund des lächerlichen Ausmaßes an Aufmerksamkeit, die Jeffrey Epstein zuteil wird“ eigens hierzu aufgefordert, so der Präsident.

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein soll sich eine Art Prostitutions-Ring aufgebaut und prominenten Bekannten junge Mädchen zum Sex zur Verfügung gestellt haben. Seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell war seine „rechte Hand“. Epstein beging 2019 Selbstmord, bevor er verurteilt werden konnte. Die US-Bezirksrichterin Preska sah keine rechtliche Grundlage dafür, die insgesamt 175 Namen weiterhin zurückzuhalten. Die Liste ist nun öffentlich. Eine Nennung bedeutet nicht, dass die Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerks um Epstein war, sondern zunächst nur, dass der Name in dem Zivilprozess fiel.  © AFP (Foto undatiert)
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
2021 wurde Ghislaine Maxwell unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. © Rick Bajornas/Unted Nations via AP/dpa
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Die wohl bekannteste Aufnahme aus der Zeit. Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell. Giuffre behauptet, als Minderjährige vom Sohn der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. missbraucht worden zu sein. Er hat die Anschuldigungen aber stets bestritten.  © Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal. Auch Zeugin Johanna Sojberg warf ihm vor, als 21-Jährige von ihm sexuell belästigt worden zu sein. © Neil Hall/PA Wire/dpa
Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.
Er hingegen ist keine Überraschung auf der Liste: Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010.
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010. Auch der Nobelpreisträger steht offenbar auf der Liste des Gerichts im Missbrauchsprozess um Jeffrey Epstein und seine Frau Ghislaine Maxwell. © dpa
US-Schauspieler Kevin Spacey
US-Schauspieler Kevin Spacey ist wegen dreimaliger unsittlicher Körperverletzung, siebenmaliger sexueller Nötigung, einmaliger Veranlassung sexueller Handlungen ohne Zustimmung und einmaliger Veranlassung penetranter sexueller Handlungen ohne Zustimmung zwischen 2001 und 2005 angeklagt. Auch sein Name taucht in Zusammenhang mit Epstein auf. Details sind allerdings nicht bekannt. © Yui Mok/PA Wire/dpa
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder – allerdings im Kontext der Befragung einer Zeugin, die angab, zu Trump niemals sexuellen Kontakt gehabt zu haben. © Charlie Neibergall/AP
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste.
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste. Er sei bei einem Essen bei Epstein anwesend gewesen und auch über die skandalösen Handlungen Epsteins Bescheid gewusst haben. Das behauptete Zeugin Sjoberg. © Christina Horsten/dpa
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009.
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009. Er soll Gast im Anwesen von Epstein in Palm Beach, Florida, gewesen sein, ist sich Zeugin Johanna Sojberg sicher. © Aaron Lambert/The Santa Maria Times Pool via AP/dpa
Des britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Nicht minder überraschend taucht in den nun veröffentlichten Seiten auch der Name des britischen Astrophysikers Stephen Hawking auf. Auch er soll auf mindestens einer Feier Epsteins gewesen sein. Hawking starb 2018. © FACUNDO ARRIZABALAGA/dpa
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Liste, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz.
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Epstein-Liste des Gerichts, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz... © Andrew H. Walker/Getty Images/AFP
Schauspielerin Cate Blanchett
...Diaz‘ Schauspielkollegin Cate Blanchett... © Fabian Sommer/dpa
Supermodel Naomi Campbell.
...oder Supermodel Naomi Campbell. © Jennifer Graylock/PA Wire/dpa
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen.
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen. Allerdings wohl nur, weil Epstein mit ihm und Kollegin Cate Blanchett und ihrem Kollegen Leonardo DiCaprio angegeben habe, berichtete Zeugin Johanna Sojberg, die Epstein zum Sex gezwungen haben soll, vor Gericht. Er habe von Telefonaten berichtet. Getroffen habe sie die beiden aber nicht. © Andy Buchanan / AFP
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt.
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt. © Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Auch „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht.
Und „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht. © dpa
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen.
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen. © John Lamparski/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Getty Images via AFP

Trump unter Druck: Epstein-Affäre sorgt für Unruhe bei MAGA-Anhängern

Das Justizministerium und das FBI halten bisher laut Bericht des Independent noch immer den größten Teil dessen zurück, was die Öffentlichkeit zu sehen verlangt. Trump steht wegen der Affäre um Epstein auch im eigenen Lager zunehmend unter Druck. Viele seiner MAGA-Anhänger hatten sich empört geäußert, weil seine Regierung eines ihrer Wahl-Versprechen nicht eingehalten habe: dass sie Licht in den Skandal um den US-Milliardär Epstein bringen werde.

Dieser war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan aufgefunden worden. Dem Investmentbanker wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten zugeführt zu haben. (nana/afp)

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