Merkel im Interview: Hier können Sie das Gespräch mit der Altkanzlerin live im Stream verfolgen
VonNils Thomas Hinsberger
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Angela Merkel tritt vor der Bundestagswahl 2025 wieder in Erscheinung. Nach Kritik an Union-Kanzlerkandidat Friedrich Merz tritt sie live bei der Zeit auf.
Hamburg – Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel trat zuletzt als Kritikerin ihres Nachfolgers Friedrich Merz an der Spitze der CDU auf. In einer Pressemitteilung verurteilte sie die gemeinsame Abstimmung der Union mit der in Teilen rechtsextremen AfD über die Verschärfung der Migrationspolitik in Deutschland. Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl 2025, tritt sie erneut in die Öffentlichkeit. Im Live-Interview der Zeit spricht Merkel über ihre Zeit als Bundeskanzlerin und die aktuelle Lage in Deutschland und Europa.
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Merkel live im Zeit-Interview – Wo und wann sie das Gespräch verfolgen können
Geführt wird das Gespräch von den Zeit-Redakteuren Mariam Lau (Ressort Politik) und Roman Pletter (Leiter des Wirtschaftsressorts). Beginnen soll die etwa eineinhalbstündige Veranstaltung am Mittwoch (5. Februar) um 19.00 Uhr im SchauSpielHaus in Hamburg. Ein Livestream wird von der Zeit selbst auf der eigenen Webseite zur Verfügung gestellt.
Alle Informationen zum Merkel-Interview im Überblick:
Angela Merkel live im Interview bei Zeit
Wo findet das Merkel-Interview statt?
SchauSpielHaus in Hamburg
Wann beginnt das Merkel-Interview?
19.00 Uhr bis 20.30 Uhr
An welchem Tag findet das Merkel-Interview statt?
5. Februar
Wo kann man das Merkel-Interview verfolgen?
Im Livestream auf Zeit.de
Wer leitet das Merkel-Interview?
Zeit-Redakteure Mariam Lau und Roman Pletter
Merkel im Live-Interview bei Zeit – Ex-Kanzlerin kritisiert Merz scharf
Bei dem anstehenden Gespräch wird die Altkanzlerin wohl nicht umhinkommen, sich zum aktuellen Kurs der Union von CDU/CSU zu äußern. Vor allem in der Migrationspolitik zeigen sich doch deutliche Unterschiede zu ihrem Ansatz zum Zeitpunkt des erhöhten Flüchtlingsaufkommens seit 2015. Merkel war damals für ihre offene Migrationspolitik bekannt, legendär bleibt wohl ihr Spruch: „Wir schaffen das.“ Mit ihrer Entscheidung hat sie allerdings auch scharfe Kritik auf sich gezogen.
Vor allem die AfD kritisierte ihren Kurs und fordert bis heute eine radikale Abkehr von der deutschen Asylpolitik. Doch auch die Union selbst plant mit ihrem kürzlich auf dem Parteitag in Berlin beschlossenen Sofortprogramm eine 180-Grad-Wende zur Merkel-Ära. Denn in dem dazugehörigen Fünf-Punkte-Plan fordern CDU und CSU nun dauerhafte Grenzkontrollen, konsequente Abschiebungen, Einreiseverbote, Inhaftierungen Ausreisepflichtiger und die Verschärfung des Aufenthaltsrechts.
Seinen Migrations-Plan wollte Merz kurz vor der Bundestagswahl am 23. Februar durch den Bundestag bringen und nahm dafür die Stimmen der vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall geführten AfD in Kauf. Dies diente Merkel als Anlass, in einem Statement Kritik an Merz zu üben. Auf ihrer Webseite schrieb sie, dass sie es für falsch halte, „sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen“. Sie appellierte, dass alle Parteien „in der Sache redlich, im Ton maßvoll und auf der Grundlage geltenden europäischen Rechts, alles tun, um so schreckliche Attentate wie zuletzt kurz vor Weihnachten in Magdeburg und vor wenigen Tagen in Aschaffenburg in Zukunft verhindern zu können“.
Merkel im Live-Gespräch – Deutsche blicken unterschiedlich auf Amtszeit zurück
Angela Merkels Zeit als Bundeskanzlerin wird dabei in Deutschland höchst unterschiedlich wahrgenommen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild beurteilen 43 Prozent der Befragten die Amtszeit der 70-Jährigen als eher negativ oder negativ. Dagegen fanden 31 Prozent ihre Politik gut oder eher gut. 24 Prozent gaben an, sie „weder gut noch schlecht“ gefunden zu haben.
Angela Merkel
Alter
70 Jahre (17. Juli 1954)
Partei
CDU
Amtszeit
2005 bis 2021
Ehepartner
Ulrich Merkel (1977-1982), Joachim Sauer (seit 1998)
geschwister
Irene Kastner, Marcus Kastner
Die besten Werte hat Merkel dabei nicht wie eigentlich zu erwarten unter CDU/CSU-Wählern (42 Prozent Zustimmungsrate), sondern unter Linken und Grünen. Bei deren Anhängern kommt Merkel laut Insa auf Zustimmungswerte von 49 und 56 Prozent. Unter SPD-Wählern kommt Merkel wie bei Unions-Anhängern auf 42 Prozent. (nhi)