„Unser Süden! Unsere Jungs!“

Etliche Panzer zerstört: Ukraine veröffentlicht Details zu russischen Verlusten in Staromaiorske

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Die ukrainische Armee nähert sich bei ihrer Offensive im Osten der Großstadt Donezk zumindest an. In Staromaiorske verlieren die Truppen Wladimir Putins erneut einige Panzer.

München/Staromaiorske – Es ist im Ukraine-Krieg ein etwas weniger beachteter Frontabschnitt rund 160 Kilometer südwestlich von Bachmut an der Grenze zwischen den Regionen Saporischschja und Donezk. Doch auch hier wird seit Wochen erbittert gekämpft. Und: Die ukrainischen Offensive kommt dort geduldig und schrittweise voran. Zuletzt wurde am 27. Juli aus Kiew die Rückeroberung der Siedlung Staromaiorske gemeldet.

Ukraine-Offensive: Russische Armee setzt im Osten auch auf gepanzerte Verbände

Wohl verbunden mit (einmal mehr) erheblichen Verlusten Russlands, zu denen sich jetzt auch der Oberbefehlshaber der russischen Luftlandetruppen in einem inzwischen gelöschten Video geäußert hat. Die angeblichen Verluste an Panzern und gepanzerten Fahrzeugen der Truppen von Moskau-Machthaber Wladimir Putin in Staromaiorske hat dagegen das ukrainische Portal Defense Express zusammengetragen.

Die Liste zeigt, dass die in die Defensive gedrängten Russen nicht nur auf Schützengräben, Minenfelder und sogenannte „Drachenzähne“ aus Beton setzen, sondern stellenweise auf gepanzerte Einheiten, die in diesem Fall offenbar vernichtend geschlagen wurden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj höchstpersönlich hatte der 35. Brigade bei Twitter zur Rückeroberung des Dorfes gratuliert. „Unser Süden! Unsere Jungs!“, schrieb der 45-Jährige in einem Tweet, in dem er das Video der mutmaßlich beteiligten Soldaten teilte, die eine Fahne ihrer Einheit und jene ihres Landes hochhielten.

Ukraine-Offensive: Russische Armee muss sich in der Region Donezk zurückziehen

Seit Wochen kommt die Brigade an diesem Abschnitt zwar vermeintlich langsam, aber umso zwingender voran. Denn: Die Soldaten und weitere beteiligte Truppenteile der ukrainischen Streitkräfte erobern in Richtung Süden von Welyka Nowosilka aus kommend Dorf um Dorf. Vremivka, Neskuchne, Storozheve, Blahodatne, Makarivka und nun Staromaiorske. Laut dem russischen Militärblogger Wladimir Romanow dürfte ein Rückzug der hier verbliebenen russischen Truppen aus dem benachbarten Urozhaine nur noch eine Frage sein.

Gelingt der Ukraine dieser Fortschritt, hätte sie auf einem Abschnitt von rund zehn Kilometern die Regionalstraße T0518 unter ihre Kontrolle gebracht und könnte weiter in südliche Richtung nach Staromlyniwka vorrücken. Während die Streitkräfte Putins auch im Schwarzen Meer durch Seedrohnen unter Druck geraten, sind sie etwa 100 Kilometer südwestlich der Großstadt Donezk (knapp 920.000 Einwohner) seit Wochen auf dem Rückzug.

Unlängst hatte das ZDF ein gepixeltes Video veröffentlicht, wie in Storozheve reihenweise tote (mutmaßlich) russische Soldaten am Straßenrand lagen. Aus Staromaiorske tauchten nun Bilder auf, die auf erhebliche Verluste an gepanzerten Fahrzeugen der russischen Besatzungstruppen schließen lassen. Defense Express beruft sich in seinem Bericht auf den Twitter-Account Naalsio, der eigenen Angaben zufolge russische Panzer- und Fahrzeugsverluste anhand von Fotos sowie Videos aus den sozialen Netzwerken festhält (siehe Twitter-Video oben zu Staromaiorske) und dabei unter anderem mit dem viel zitierten niederländischen Analyse-Portal „Oryx“ zusammenarbeitet.

Ukraine-Offensive: Wohl erhebliche russische Verluste bei Staromaiorske im Donbass

Demnach verloren die Russen bei Staromaiorske mindestens vier Kampfpanzer der Typen T-72 und T-80, drei BMP-1- und BMP-2-Schützenpanzer sowie mindestens zwei BMD-2- und BMD-4-Schützenpanzer. Auch je einen zerstörten amphibischen Truppentransporter MT-LB sowie MT-LBV dokumentierte der Militärblog demnach.

Wären mindestens elf weitere ausgeschaltete Panzerfahrzeuge, während Russland Ende Juli zum Beispiel bei einem verheerenden Storm-Shadow-Angriff im Norden der Krim auf eine Anlage mit Reparaturwerkstätten zudem etliche gepanzerte Fahrzeuge eingebüßt haben soll. Südöstlich von Robotyne rückten die Ukrainer bei ihrer Offensive zuletzt ferner in der Region Saporischschja mehrere Kilometer vor, während sie eigene Minenräumer gegen russische Sprengfallen entwickeln. Der Druck auf Moskaus Besatzungsarmee bleibt somit gewaltig. (pm)

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter@2uwmp

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