Vertuschungsvorwurf gegen Trump – Ex-DOJ-Ermittler spricht über Epstein-Akten
VonInes Alberti
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Donald Trump steht weiter im Fokus der Epstein-Spekulationen. Neue brisante Informationen tauchen auf, die zurückhaltend interpretiert werden sollten.
Washington, D.C. – Ein ehemaliger Ermittler des US-Justizministeriums (DOJ) hat in heimlich aufgenommenen Gesprächen explosive Behauptungen über Donald Trump und die Jeffrey Epstein-Akten getätigt. Glenn Prager, der nach eigenen Angaben Opfer im Epstein-Fall befragt haben soll, wurde unwissentlich dabei gefilmt, wie er behauptet, Trump würde „viele Leute schützen“ und die Veröffentlichung belastender Dokumente verhindern.
Versteckte Kamera enthüllt brisante Aussagen zu Trump und Epstein
Die Aufnahmen wurden von dem rechten Aktivisten James O‘Keefe veröffentlicht, der die Rechtsaußen-Enthüllungsplattform Project Veritas gegründet hat. Das Kollektiv arbeitet jedoch nicht nach journalistischen Standards und hat sich in der Vergangenheit Vorwürfen ausgesehen gesetzt, Videos auf irreführende Art und Weise bearbeitet zu haben.
Die Aufnahmen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigen Prager während eines Fluges von Phoenix nach Washington D.C. im September. In dem Video, aufgenommen von einem für O‘Keefe arbeitenden Reporter, behauptet Prager: „Ich habe alle Opfer befragt. Es gab nie einen Fall, wo Trump in einem Flugzeug mit diesen Kindern war und die Vergewaltigungen stattfanden.“ Und weiter: „Die Leute wollen es mit [Trump, Anm. d. Red.] in Verbindung bringen und sagen, dass er es für sich selbst vertuschen will, aber das macht er nicht.“ Dennoch glaube er, dass der Präsident eindeutig „viele Leute schützt“ und deshalb zögerlich mit der Veröffentlichung der Aktein sei.
Aussagen zu Trump und Eptsein: DOJ dementiert Pragers Glaubwürdigkeit
Das Justizministerium reagierte umgehend auf die Vorwürfe. Ein DOJ-Sprecher erklärte auf X gegenüber O‘Keefe: „Diese Person arbeitete vor über 15 Jahren als Programmanalyst im Justizministerium. Er hat kein Verständnis für oder Zugang zu den zugrundeliegenden Fakten dieser Untersuchung. Seine Aussagen sollten nicht als zutreffend betrachtet werden“. Das Ministerium bezeichnete es als „widerlich“, dass jemand Opfer sexuellen Missbrauchs weiter ausbeuten würde, indem er „Geschichten zu seinem persönlichen Vorteil erfindet“.
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr
In Pragers LinkedIn-Profil ist zu lesen, dass er über mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen staatliche Aufsicht, Ermittlungen und Programmintegrität verfüge. Im öffentlichen Dienst war er demnach unter anderem für das US-Justizministerium (DOJ) und die Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) des US-Gesundheitsministeriums tätig.
Prager rudert zurück – Epstein-CIA-Verbindung im Fokus
„Während seiner Tätigkeit beim DOJ war Herr Prager als Inspektor für sensible Ermittlungen zuständig, an denen wichtige Komponenten des DOJ beteiligt waren, darunter das FBI, die DEA, das Bureau of Prisons, der U.S. Marshals Service, die ATF und die US-Staatsanwaltschaften“, heißt es in seinem Profil.
Nach der Veröffentlichung meldete sich Prager selbst zu Wort. Er erklärte: „Ich wurde in einem Kontext angesprochen, den ich für beiläufig und nicht-professionell hielt, und erfuhr später, dass die Person sich falsch dargestellt hatte. Da ich dachte, es sei nur persönliches Geplänkel, antwortete ich entsprechend“. Besonders brisant: Prager behauptete auch, Epstein sei ein CIA-Informant gewesen und das DOJ habe ihn deshalb geschützt.
Trump-Epstein-Verbindung weiter umstritten
Die Aufnahmen befeuern erneut die Debatte um Trumps Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter. Trump hatte während seines Wahlkampfs versprochen, die Epstein-Akten zu veröffentlichen, zögert aber bisher mit der Umsetzung. Das kommt auch im MAGA-Lager nicht gut an. Prager äußerte sich kritisch zu Trumps Charakterisierung des Skandals als „Scherz“: „Ich meine, komm schon. Du weißt, es ist kein Scherz“.
Das Video erreichte binnen weniger Stunden über vier Millionen Aufrufe auf X und sorgte für heftige Reaktionen. (The Daily Beast, X) (ial)