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Russland greift mit Fake-Videos über Harris in US-Wahlkampf ein

Microsoft deckt auf, dass gefälschte Videos das Vertrauen in Kamala Harris untergraben sollen. Der Kreml streitet Vorwürfe der Wahlmanipulation ab.

San Francisco – Russische Propagandisten verschärfen ihre Angriffe auf die Präsidentschaftskampagne von Vizepräsidentin Kamala Harris für die US-Wahl mit falschen, aber weit verbreiteten Videos in den sozialen Medien. Darunter eines, in dem ein Schauspieler Harris einer nicht existierenden Fahrerflucht beschuldigt, bei der ein Mädchen gelähmt wurde, wie Microsoft-Forscher am Dienstag mitteilten.

Das Video wurde zum viralen Hit und von X-Konten mit bis zu einer halben Million Followern verbreitet, obwohl es zuerst in einem neu gegründeten Nachrichtensender aus San Francisco erschien, der bald darauf verschwand. Beiträge mit dem Video wurden allein auf X sieben Millionen Mal aufgerufen und waren auch auf Facebook, TikTok und YouTube zu sehen.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris (Symbolbild).

Ein weiteres Video, das einen Angriff auf einen Teilnehmer einer Kundgebung für den republikanischen Kandidaten Donald Trump zeigte, wurde laut Microsoft millionenfach angesehen. Eines davon zeigte eine gefälschte New Yorker Plakatwand mit vulgären Botschaften, die besagten, dass Harris das Geschlecht von Kindern ändern wolle. Es wurde auf X hunderttausendfach angesehen.

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Versuch der Wahlmanipulation: Russisches Anti-Harris-Video millionenfach geklickt

Insgesamt nannte Microsoft drei von der russischen Regierung unterstützte Gruppen, zusätzlich zu den in der vergangenen Woche gegen Mitarbeiter des Propagandanetzwerks RT erhobenen Anklagen.

Eine Gruppe sei „versiert darin, mit ihren ausgefallenen gefälschten Videos und skandalösen Behauptungen Schlagzeilen zu machen“, sagte Microsoft, während eine andere „ihre Angriffe auf die Harris-Walz-Kampagne im Vorfeld des Wahltages wahrscheinlich nur noch verstärken wird“.

Microsoft deckt russische Verleumdungskampagnen auf

Microsoft beschrieb diese und andere Verleumdungskampagnen in seinem regelmäßigen Bericht über Versuche, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen. Es hieß, dass es vor den Wahlen im November einen weiteren Bericht geben werde. Die neuesten Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die russische Regierung sich von früheren Enthüllungen und der Störung von Websites, die sich als Mainstream-Nachrichtenseiten tarnten, um Unwahrheiten zu verbreiten, nicht abschrecken ließ. Sie widerlegen auch die jüngste Behauptung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, er unterstütze Harris bei der Wahl.

Der Eigentümer von Facebook und Instagram, Meta, gab am Montag bekannt, dass er Seiten des staatlichen Fernsehsenders RT sperren werde. Die Ankündigung kam, nachdem die Vereinigten Staaten erklärt hatten, dass der Sender in Geheimdienstaktivitäten sowie in Propaganda verwickelt sei, und Sanktionen gegen verbundene Unternehmen angekündigt hatten.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt.  © Saul Loeb/afp
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war.  © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.  © Imago
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren.
Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp
In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ.  © Brendan Smialowski/afp
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.  © Pete Marovich/Imago
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen.
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind.
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“  © Drew Angerer/afp
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus.  © Henry Griffin/dpa
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.  © Win McNamee/AFP
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“  © Saul Loeb/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.  © Haiyun Jiang/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza.
So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie.  © Rob Schumacher/Imago
Cole und Ella Emhoff.
Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.  © Amid Farahi/AFP
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.  © Brendan Smialowski/AFP
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.  © Roberto Schmidt/AFP
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.  © Angela Weiss/AFP

Russische Regierungskanäle sind laut Blinken „ein Arm des russischen Geheimdienstapparats“

Vor zwei Wochen erhob das Justizministerium Anklage gegen zwei RT-Mitarbeiter und beschuldigte sie, fast zehn Millionen Dollar über Briefkastenfirmen gewaschen zu haben, um heimlich ein Medienunternehmen mit Sitz in Tennessee zu betreiben. Dieses veröffentlichte Videos von prominenten konservativen Influencern, die die Unterstützung für die Ukraine untergraben sollten. Letzte Woche erklärten Beamte des Außenministeriums, die Kampagne sei nur ein kleiner Teil der verdeckten Informationsoperationen von RT.

RT und andere russische Regierungskanäle, so Außenminister Antony Blinken, „sind nicht mehr nur die Feuerwehrschläuche der russischen Propaganda und Desinformation. Sie sind an verdeckten Einflussaktivitäten beteiligt, die darauf abzielen, amerikanische Wahlen und Demokratien zu untergraben, und funktionieren de facto wie ein Arm des russischen Geheimdienstapparats.“

Kreml weist Beschuldigungen der Wahlmanipulation ab

Am Dienstag beschrieb Microsoft die Aktivitäten von sechs russischen Hacktivistengruppen, die behaupten, unabhängig zu sein, aber offenbar mit dem FSB-Sicherheitsdienst, dem Militärgeheimdienst GRU oder anderen russischen Regierungsstellen zusammenarbeiten.

Der Kreml hat jegliche Beteiligung an Versuchen, die amerikanischen Wahlen zu beeinflussen, bestritten.

Medien und Beamte sollten laut Microsoft „wachsam bleiben“

Wie die privaten Unternehmen, deren sich Moskau angeblich bedient, um ohne Rechenschaftspflicht Desinformation zu verbreiten, bieten die Hackergruppen „eine Methode, um potenziell kompromittierende Informationen zu waschen, die bei einer Hack-and-Leak-Operation gesammelt wurden, und gleichzeitig den Schleier der plausiblen Abstreitbarkeit zu wahren“, schrieb das Threat Analysis Center von Microsoft. Es hieß, Beamte und Medien sollten „davor zurückschrecken, die Bedrohung durch diese Gruppen in der Öffentlichkeit überzubewerten, aber dennoch wachsam bleiben“.

In ähnlicher Weise erklärten die US-amerikanische Cybersecurity and Infrastructure Security Agency und das FBI letzte Woche, dass ausländische Akteure wahrscheinlich falsche oder übertriebene Hacks von Wählerverzeichnissen oder anderem Wahlmaterial behaupten würden, um Misstrauen gegenüber dem Prozess und den Ergebnissen zu säen.

Ein weiterer Player im Spiel: Chinesische Einflussgruppe gibt sich als Trump-Anhänger aus

Microsoft gab außerdem an, dass eine chinesische Einflussgruppe, die mehr daran interessiert sei, die Amerikaner zu spalten und zu verwirren, als auf einen Kandidaten zu drängen, aktuelle Ereignisse in den sozialen Medien viel schneller nutze und mit anderen Nutzern interagiere. Hauptsächlich so, als wären die Kontoinhaber Trump-Anhänger aus den USA.

„Unmittelbar nach dem versuchten Attentat auf den ehemaligen Präsidenten Trump [in Butler, Pennsylvania] begannen die Konten damit, Inhalte von Influencern und Kommentatoren, die eine Beteiligung der Demokraten behaupteten, live erneut zu posten, und veröffentlichten vier bis fünf Stunden später Originalvideos in Kurzform, die aus Nachrichtenmaterial zusammengeschnitten waren“, so Microsoft.

Zum Autor

Joseph Menn kam 2022 zur Post, nachdem er zwei Jahrzehnte lang für Reuters, die Financial Times und die Los Angeles Times über Technologie berichtet hatte. Zu seinen Büchern gehören „Cult of the Dead Cow: How the Original Hacking Supergroup Might Just Save the World“ (2019) und „Fatal System Error: The Hunt for the New Crime Lords who are Bringing Down the Internet“ (2010).

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 17. September 2024 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Ron Adar/Imago

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