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Vor der Brandenburg-Wahl: Es brodelt bei den Liberalen

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Die FDP kassiert in so gut wie allen Umfragen herbe Rückschläge. Auch in Brandenburg könnte das Ergebnis fatal ausfallen – muss die Partei raus aus der Ampel?

München – Auf den ersten Blick kommt einem die Situation sehr bekannt vor: Die FDP steuert – wie schon so oft – auch in Brandenburg auf ein verheerendes Wahlergebnis zu. Im Bund zeigen die Umfragen weiter nach unten. Und mit den Kollegen in der Koalition, allen voran den Grünen, hadert man sowieso. Und doch ist etwas anders: Es liegt etwas Revolutionäres in der Luft. Lassen die Liberalen die Koalition in der nächsten Woche platzen?

Seriös beantworten kann das, Stand heute, niemand. Aber inzwischen greift unter Liberalen die nackte Panik um sich. Man kann das am bayerischen Vorsitzenden Martin Hagen beobachten, der zwar nie ein Fan der Ampel war, aber stets zu ihr stand. Nun sagt er Sätze wie: „Wenn die Grünen zu notwendigen Maßnahmen nicht bereit sind, dann braucht Deutschland eben eine andere Regierung.“ Und Generalsekretär Bijan Djir-Sarai klingt gar nicht so anders, wenn er sagt: „Niemand darf in der jetzigen Situation eine Wende in der Migrationspolitik blockieren.“

Es sieht nicht gut aus bei den Liberalen. Die Umfragen für Brandenburg verheißen nichts Gutes.

FDP in der Ampel-Koalition – Die Liberalen müssen sich gegen die Grünen stellen

Schon länger hatte man bei den Liberalen überlegt, ob man das ungeliebte Bündnis an einem Streitthema zerbrechen lässt. Das Risiko ist hoch, der Wähler goutiert die Flucht aus der Regierung nicht, selbst wenn er die Regierung nicht mag. Der Streit um die Schuldenbremse schien da als Eskalationsgrund nicht wichtig genug. Ganz anders nun die Migration: Die Debatte ist aufgewühlt, drei Viertel der Bevölkerung wollen eine neue Politik. Diesmal könnten die Liberalen profitieren, wenn sie sich gegen die Grünen stellen.

Zumal: In fast allen Umfragen liegt die FDP inzwischen unter fünf Prozent. Das Risiko für einen radikalen Schritt sinkt täglich. Es wächst aber für den Vorsitzenden Christian Lindner, der aufpassen muss, bei allzu langem Festhalten an der Ampel nicht mit ihr in die Geschichtsbücher einzugehen.

Rubriklistenbild: © Philip Dulian/dpa (Montage)

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