Handelskrieg mit den USA

Trump verlängert Schonfrist im Zollkrieg – SPD mahnt Merz zur Vorsicht

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Die EU steht im Zollstreit mit den USA unter Zugzwang. Jetzt ändert Trump plötzlich die Schonfrist – Die SPD warnt Merz aber vor einem Schnellschuss.

Washington, DC – Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seine ursprünglich für Mittwoch (9. Juli) geplante Entscheidung über neue Handelszölle vorgezogen. Bereits am Sonntag verkündete er, schon am Montag „12, vielleicht 15“ Briefe an diverse Nationen zu versenden, berichtete der Guardian. Diese Schreiben werden neue Zollmaßnahmen ankündigen – jedoch mit einem späteren Inkrafttreten ab dem 1. August, wie US-Handelsminister Howard Lutnick präzisierte.

„Zölle treten am 1. August in Kraft, aber der Präsident legt die Sätze und Abkommen bereits jetzt fest.“ Noch ist unklar, welche Staaten von diesen Maßnahmen erfasst werden. Die geplanten Zollsätze sollen sich zwischen zehn und 70 Prozent bewegen.

Die Trump-Dynastie: Alle Mitglieder und ihre Rollen in der „First Family“

Drei Ehefrauen, vier Geschwister, fünf Kinder, zehn Enkelkinder: Donald Trumps Familie wächst und wächst. Wir stellen Donalds Lieblingskinder, die Ex-Frauen und den Rest des Trump-Clans vor.
Drei Ehefrauen, vier Geschwister, fünf Kinder, elf Enkelkinder … © Imago
Von links: Donald Trump Jr., Tiffany Trump, Donald Trump, Melania Trump und Barron Trump im Weißen Haus im August 2020
… Donald Trumps Familie wächst und wächst. Wir stellen Donalds Lieblingskinder, die Ex-Frauen und den Rest des Trump-Clans vor. © Imago
Donald Trump, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten.
Er ist wohl der kontroverseste Amtsinhaber der Vereinigten Staaten: Donald Trump. Von 2017 bis 2021 residierte der Multimilliardär aus New York das erste Mal im Weißen Haus in Washington, DC. Bei der US-Wahl 2024 wurde er dann erneut zum US-Präsidenten gewählt. © Angela Piazza/Imago
Ivana Trump, ehemalige Ehefrau von Donald Trump und Mutter von Ivanka, Eric und Don, starb in diesem Jahr.
Von 1977 bis 1990 war Donald Trump mit seiner ersten Ehefrau Ivana Trump verheiratet. Die Scheidung von Ivana und Donald Trump zählt bis heute zu den berühmtesten Trennungen der USA. © Kristin Callahan/Imago
Ivana Trump auf dem roten Teppich zu einer Feier der Grammy-Gala im Januar 2018 in New York
Ivana behauptete, Donald Trump habe sie während ihrer Ehe 1989 vergewaltigt. Später gab sie zu, diese Anschuldigungen auf Anraten ihrer Anwälte erfunden zu haben. © John Angelillo/Imago
Ivana Trump bei der Vorstellung ihres Buches „Raising Trump“ in einem Hotel in Zagreb in Kroatien im April 2018.
Ivana Trump starb am 14. Juli 2022 im Alter von 73 Jahren in ihrer Wohnung in New York an den Folgen eines Treppensturzes. © Marko Lukunic/Imago
Donald Trump Jr. bei einer Pressekonferenz zum Gerichtsverfahren gegen seinen Vater im Mai 2024 in New York
Donald Trump Jr. ist das älteste der drei Kinder von Donald Trump und dessen erster Ehefrau Ivana. Er ist als lautstarker Unterstützer der Politik seines Vaters bekannt und nimmt teilweise noch extremere Positionen als dieser ein. © Carlos Chiossone/Imago
Donald Trump Jr. und seine Ex-Ehefrau Vanessa Trump.
Im Jahr 2003 lernte Trump Jr. Vanessa Haydon kennen. Sie heirateten 2005. Zusammen haben sie fünf Kinder, die zwischen 2007 und 2014 geboren wurden.  © John Angelillo/dpa
Parteitag der Republikaner in Milwaukee: Donald Trump Jr. und seine Tochter Kai Madison Trump
Das älteste Kind von Vanessa Haydon und Donald Trump Jr. ist Kai Madison Trump (im Bild), die im Mai 2007 geboren wurde. Haydon und Trump ließen sich Ende 2018 scheiden. © Jasper Colt/Imago
Donald Trump Jr. und seine neue Freundin Kimberly Guilfoyle.
Von 2018 bis 2024 stand diese Frau an der Seite von Donald Trump Jr.: Kimberly Guilfoyle, Juristin und ehemalige Moderatorin des US-Nachrichtensender Fox News. Sie ist neun Jahre älter als er und war vor der Beziehung zu Trump Jr. bereits zweimal verheiratet.  © Peter Foley/Imago
Ivanka Trump und Jared Kushner mit ihren drei Kindern.
Auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump hat ihre eigene Familie gegründet: Verheiratet ist sie mit dem Unternehmer Jared Kushner.  © Imago
Ivanka Trump bei einem Spiel der New York Mets im August 2023 in New York
Ivanka gilt als heimliches Lieblingskind Trumps. Der nahm seine Tochter und ihren Ehemann mit nach Washington, DC. Im Weißen Haus waren beide in Trumps erster Amtszeit als Beraterin und Berater des US-Präsidenten tätig. Das Ehepaar nahm so Schlüsselrollen im Stab des US-Präsidenten ein.  © Imago
Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner bei einer Zeremomnie in Prag am 28. Oktober 2022
Ivanka Trump und Jared Kushner haben zusammen drei Kinder: Arabella Rose, Joseph Frederick und Theodore James. © Imago
Mittlerer Sohn von Donald Trump: Eric Trump mit seiner Frau Lara.
Und dann wäre da noch Eric Trump: Seit 2014 ist der zweite Sohn von Donald Trump mit seiner Frau Lara verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. © Mark Hertzberg/Imago
Eric Trump und Donald Trump beim Parteitag der Republikaner im Juli 2024 in Milwaukee, Wisconsin
Wie seine älteren Geschwister stieg auch Eric in die Familienfirma ein. Im Februar 2024 wurde er – ebenso wie sein Bruder Donald Jr. – in einem Betrugsprozess in New York dazu verurteilt, rund vier Millionen Dollar Strafe zu zahlen. Zudem darf er zwei Jahre lang kein Unternehmen im Bundesstaat New York leiten. © Imago
CPAC-Konferenz in Washington: Lara Trump
Eric Trumps Ehefrau Lara Trump wiederum soll Gerüchten zufolge den Fußstapfen ihres Schwiegervaters folgen wollen und eine politische Karriere anstreben. © Niyi Fote/dpa
Donald Trump und Marla Maples im Jahr 1991
Auf Ivana folgte an der Seite Donald Trumps Marla Maples. Die US-amerikanische Schauspielerin war von 1993 bis 1999 mit Trump verheiratet.  © Adam Scull/Imago
Marla Maples, Tiffany Trump und Donald Trump (v.l.) am 29. März 1994 in New York
1993 kam Tiffany, die Tochter von Marla Maples und Donald Trump, zur Welt.  © Imago
Ex-Frau von Donald Trump und Mutter von Tiffany Trump Marla Maples.
Berichten zufolge könnte die Trennung von Trump im Zusammenhang mit einer Affäre von Maples stehen. Ein Polizist griff Maples und einen Bodyguard Trumps im April 1996 auf. Nachdem Trump den Bodyguard gefeuert hatte, plauderte dieser von einer Liaison. © Vincenzo Landi/Imago
Tiffany Trump, Tochter von Donald Trump und Marla Maples.
Tiffany Trump wurde nach dem Unternehmen Tiffany & Co. benannt, dessen Hauptgeschäft neben dem Trump Tower in New York lag. Nach der Scheidung der Eltern 1999 wurde Tiffany von ihrer Mutter in Kalifornien großgezogen, wo sie bis zu ihrem Highschool-Abschluss lebte. Sie galt lange als schwarzes Schaf der Dynastie.  © Andrew Dolph/Imago
Tiffany Trump (l.) streichelt an Thanksgiving 2017 im Rosengarten des Weißen Hauses einen Truthahn, nehmen ihr Ivanka Trump mit ihrer Tochter Arabella
Anders als Ivanka, Eric und Don Jr. erhielt sie bisher keine wichtige Funktion im millionenschweren Familienunternehmen. Auch im Wahlkampf war sie selten zu sehen. Im November heiratete sie in Mar-a-Lago den libanesisch-amerikanischen Geschäftsmann Michael Boulos. © Imago
Tiffany Trump Boulos
Am 15. Mai 2025 gab Tiffany Trump (hier mit ihrem Ehemann bei der Amtseinführung ihres Vaters) auf Instagram die Geburt ihres ersten Kindes bekannt, eines Sohnes namens Alexander Trump Boulos. © Jack Gruber/Imago
Donald Trump mit seiner aktuellen Ehefrau Melania Trump.
Melania Trump ist die aktuelle Ehefrau Donald Trumps. Das Model ist seit 2005 mit dem ehemaligen Präsidenten verheiratet. Die beliebteste First Lady ist Melania Trump nicht.  © Imago
Melania Trump am Rednerpult einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner im Oktober 2024 in New York
Die First Lady wurde als Melanija Knavs in Slowenien geboren. Damiot ist sie nach Louisa Adams in den Jahren 1825 bis 1829 erst die zweite Präsidentengattin, die nicht in den USA zur Welt kam. © Imago
Trump and Vance Swearing-In at the US Capitol
2006 bekamen Melanie und Donald Trump einen Sohn. Barron Trumps öffentliche Auftritte sind allerdings rar. Hier ist er während der Amtseinführung seines Vaters am 20. Januar 2025 zu sehen. Zum Erstaunen der Öffentlichkeit: Der jüngste Sohn von Donald Trump ist mittlerweile über zwei Meter groß. © Kevin Lamarque/Imago

Handelspolitik der USA: Washington räumt betroffenen Staaten längere Verhandlungsfrist ein

Mit dieser Verschiebung gewährt Trump den von amerikanischen Zollmaßnahmen bedrohten Staaten zusätzliche Zeit für diplomatische Gespräche. Die Position der amerikanischen Regierung ist jedoch unmissverständlich: Nationen, die bis Ende Juli keine Vereinbarung mit Washington erzielen, werden mit den bereits im April von Trump eingeführten Zöllen konfrontiert. Diese Klarstellung gab US-Finanzminister Scott Bessent laut Axios am Sonntag ab.

Europäische Firmen müssten dann mit einer Importgebühr von 20 Prozent rechnen, wenn sie ihre Produkte auf dem US-Markt absetzen wollen. Bereits im Mai hatte Trump mit deutlich höheren Zollsätzen von 50 Prozent gedroht.

Handelskonflikt mit den USA – SPD-Vertreter widerspricht Bundeskanzler Merz

Welche Strategie sollte die Europäische Union gegenüber den amerikanischen Zolldrohungen verfolgen? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) favorisiert ein beschleunigtes Vorgehen. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung äußerte der Regierungschef Ende Mai Kritik an der europäischen Herangehensweise im Handelsstreit mit Washington. Da auch deutsche Firmen aus wichtigen Wirtschaftszweigen bedroht seien, sollten die Gespräche „jetzt lieber schnell und einfach, als langsam und hoch kompliziert“ geführt werden, argumentierte Merz.

Wie umgehen mit dem Zollkrieg von Donald Trump? Die SPD mahnt Merz zur Vorsicht bei Verhandlungen.

Eine gegensätzliche Position vertritt der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD). Der Sozialdemokrat betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass Sorgfalt „klar vor Geschwindigkeit“ gehe. Man dürfe keinesfalls eine Vereinbarung abschließen, die „nicht klar sagt, worum es geht“, warnte Lange. Europa müsse erst die amerikanischen Gegenleistungen verstehen, ehe es selbst Zusagen an Washington mache.

Amerikanisch-europäischer Handelskonflikt verschärft sich – BRICS-Nähe soll sanktioniert werden

Parallel zu den laufenden Gesprächen über eine Lösung des transatlantischen Zollkonflikts formuliert Trump zusätzliche Forderungen. Über seine Online-Plattform Truth Social verkündete der republikanische Präsident, Nationen, die sich dem BRICS-Staatenbund nähern, „mit einem ZUSÄTZLICHEN Zoll von zehn Prozent“ zu belegen. Von dieser Regelung soll es keine Ausnahmen geben.

Das sind die BRICS-Staaten

BRICS ist ein Zusammenschluss der fünf Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Die ursprüngliche Abkürzung „BRIC“ wurde 2001 vom Goldman Sachs-Ökonomen Jim O‘Neill geprägt. Südafrika trat 2011 bei, wodurch aus BRIC das heutige BRICS wurde. Mit rund 3 Milliarden Einwohnern umfasst die BRICS-Gruppe rund 40 Prozent der Weltbevölkerung. Ihr Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt lag 2008 bei etwa 22 Prozent.

Das Hauptziel von BRICS besteht darin, die Position der Mitgliedsländer in der Weltwirtschaft und in internationalen Institutionen zu stärken. Darüber hinaus koordinieren sich die Staaten bei weltpolitischen Fragen und entwickeln gemeinsame Standpunkte.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Staaten, die sich der BRICS-Ausrichtung anschließen, betreiben laut dem US-Präsidenten eine „antiamerikanische Politik“. Die Mitgliedsländer dieser Staatengruppe hatten am Sonntag die amerikanische Handelspolitik kritisiert. Bei ihrem Gipfeltreffen in Brasilien formulierten sie „ernste Bedenken“ bezüglich der wachsenden einseitigen Zollmaßnahmen und weiterer Schritte, „die den Handel verzerren und unvereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation sind“. (nhi)

Rubriklistenbild: © LUDOVIC MARIN/AFP

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