Kommentar

Vorsichtige Annäherung

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Mitsotakis empfängt Erdogan in Athen.
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Die Türkei und Griechenland konzentrieren sich auf die Gebiete, wo Zusammenarbeit möglich ist. Für die „Erbfeinde“ sind das bedeutende Schritte. Sie können Vertrauen bilden. Ein Kommentar.

Viel kann ein Blitzbesuch wie die sechsstündigen Visite des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan und seiner Minister in Athen nicht verändern. Aber dieses erste Treffen des Obersten Koordinationsrates beider Regierungen nach sieben Jahren war ein hoffnungsvoller Neubeginn.

Erdogan und sein griechischer Gesprächspartner Kyriakos Mitsotakis gehen aufeinander zu. Sie stellen die schwierigen Probleme wie den jahrzehntealten Streit um die Hoheitsrechte und Wirtschaftszonen im östlichen Mittelmeer einstweilen zurück und konzentrieren sich auf Themen, bei denen eine Annäherung möglich ist: Kulturaustausch, Zusammenarbeit in der Wissenschaft, Begegnungen von Studierenden beider Länder. Zwischen europäischen Staaten gibt es all das längst. Für die „Erbfeinde“ Griechenland und Türkei sind es aber bedeutende Schritte. Sie können Vertrauen bilden.

Keiner weiß, wie lange das Tauwetter anhält. Erdogan bleibt unberechenbar. In der Vergangenheit hat er immer wieder mit abrupten Kehrtwenden unangenehm überrascht.

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