Nach Angaben eines Vorstandsmitglieds wusste der Landesverband der Grünen in Rheinland-Pfalz über den Sommerurlaub der damaligen Umweltministerin Anne Spiegel Bescheid.
Mainz - «Der war natürlich allen bekannt», sagte am Montag der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Bernhard Braun, der dem erweiterten Landesvorstand der Partei angehört. Es gebe «keine Geheimurlaube» von Ministerinnen oder Ministern.
Das Verhalten der damals für den Hochwasserschutz zuständigen Ministerin bei der Flutkatastrophe am 14. Juli 2021 im Ahrtal wird von einem Untersuchungsausschuss des Landtags untersucht. Erst am Wochenende wurde bekannt, dass Spiegel am 25. Juli in einen vierwöchigen Sommerurlaub gefahren ist. Sie bezeichnete dies am Sonntag als Fehler und entschuldigt sich dafür. Unter anderem aus der Union kamen weiterhin Forderungen nach einem Rücktritt der heutigen Bundesfamilienministerin. Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal in Rheinland-Pfalz waren 134 Menschen ums Leben gekommen.
Familienministerin Spiegel stellt Amt zur Verfügung
Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) stellt ihr Amt nach Kritik an ihrem Umgang mit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz im Sommer 2021 zur Verfügung. Das teilte sie am Montag in Berlin mit. «Ich tue dies, um Schaden vom Amt abzuwenden, das vor großen politischen Herausforderungen steht», sagte Spiegel. (dpa)