Neue Umfragen: Verliert Donald Trump die Unterstützung republikanischer Wähler?
Umfragen zufolge schlägt sich Trumps öffentlicher Bruch mit der Abgeordneten Greene nicht auf die Unterstützung seiner Anhängerschaft nieder.
Washington D.C. – Präsident Donald Trump hat sich öffentlich von einer seiner treuesten Unterstützerinnen, der Kongressabgeordneten aus Georgia Marjorie Taylor Greene, wegen der Epstein-Akten distanziert. Doch laut aktuellen Umfragen genießen der Präsident und seine Politik weiterhin breite Unterstützung unter den Republikanern.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, sagte gegenüber Newsweek, dass Trump unter Republikanern eine „enorme Unterstützung und Loyalität“ aufgebaut habe, die auf seiner „Fähigkeit beruht, die America-First-Politik, die funktioniert, zu verteidigen.“
Zwischenwahlen 2026: Trumps Zustimmungswerte haben Einfluss auf Republikanische Partei
Trumps Zustimmungswerte haben große Auswirkungen auf die Republikanische Partei im Vorfeld der Midterms 2026 (Zwischenwahlen), wenn die GOP versuchen wird, eine „blaue Welle“ wie 2018 abzuwenden. Trumps Wahlsieg 2024 wurde dadurch ermöglicht, dass er in traditionell demokratischen Gruppen, wie jungen Leuten und Latino-Wählern, punkten konnte. Allerdings deuten aktuelle Umfragen darauf hin, dass seine Unterstützung in diesen Gruppen seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar abgenommen hat, unter anderem wegen Sorgen über die Wirtschaft und der Veröffentlichung der Epstein-Akten.
Dies führte zu einem öffentlichen Konflikt mit Greene, die angekündigt hat, im Januar 2026 aus dem Kongress auszuscheiden, statt in ihrem sehr konservativen Wahlkreis eine dritte Amtszeit anzustreben. Der Abgeordnete Don Bacon, ein Republikaner aus Nebraska, sagte gegenüber Axios, er erwäge aufgrund des vorgeschlagenen Friedensplans der Regierung für Russland und die Ukraine einen Rücktritt aus seinem Swing District rund um Omaha.
Trotz Epstein-Akten und Wirtschaft: Mehrheit der konservativen Republikaner steht hinter Trump
Obwohl einige Republikaner im Kongress zunehmend frustriert über den Präsidenten sind, deuten Umfragen nicht darauf hin, dass sich dies bei republikanischen Wählern niederschlägt. Die meisten aktuellen Umfragen zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit der Konservativen ihn weiterhin unterstützt.
88 Prozent der Republikaner bewerten Trump weiterhin positiv, so der Umfragedurchschnitt von YouGov. Das bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber Januar, als noch 94 Prozent ihn unterstützten, deutet aber weiterhin darauf hin, dass die Wähler der Partei klar hinter ihm stehen. Der Durchschnitt basiert auf wöchentlichen Umfragen unter jeweils 1329 bis 3000 registrierten Wählern. Andere Umfragen ergaben ähnliche Werte für den Präsidenten.
Mehrere Umfragen zeigen: Trump hat immer noch Rückhalt von Mehrheit der Republikaner
In der jüngsten Umfrage von Marist gaben 89 Prozent der Republikaner an, Trump zu unterstützen, verglichen mit 39 Prozent der Gesamtwählerschaft. Die Umfrage wurde zwischen dem 10. und 13. November unter 1443 Erwachsenen durchgeführt. Die Ergebnisse sind mit einer Fehlermarge von plus/minus drei Prozentpunkten statistisch signifikant.
Eine Umfrage von Quantus Insights ergab, dass 84 Prozent der Republikaner Trump befürworten, gegenüber 43 Prozent der Gesamtwählerschaft. Die Umfrage wurde am 11. und 12. November unter 1000 registrierten Wählern durchgeführt und wies eine Fehlermarge von plus/minus 3,3 Prozentpunkten auf.
Nach Wahlsieg 2024: 88 Prozent der Trump-Wählerschaft unterstützen US-Präsidenten weiter
Unterdessen zeigte eine Umfrage des Emerson College, dass Trump bei seinen Wählern von 2024 einen Zustimmungswert von 88 Prozent hat; in der Gesamtwählerschaft unterstützen nur 41 Prozent Trump. Emerson befragte vom 3. bis 4. November 1000 registrierte Wähler, mit einer Fehlermarge von plus/minus drei Prozentpunkten. Diese Ergebnisse seien nicht überraschend, sagte GOP-Stratege Matt Klink am Dienstag (25. November) gegenüber Newsweek.
„Republikaner wissen, dass ihr zukünftiger Erfolg vom Erfolg eines Donald Trump abhängt. Seine Erfolge—Kontrolle über die Grenze, Leistungen im Bereich Einwanderung, niedrigere Benzinpreise und die Verabschiedung des One Big Beautiful Bill—werden eine große Rolle für den Erfolg bei den Midterms und darüber hinaus spielen“, sagte er. Selbst wenn Trump unter republikanischen Wählern populär bleibt, steht die nationale Partei bei den Midterms dennoch vor einer „Herausforderung“ bei einem Teil dieser Wähler, so Klink.
Herausforderungen für Trump: US-Präsident muss bei MAGA und Basis um Unterstützung werben
„Die größte Herausforderung für Trump und die Republikaner ist, dass sie mit Trump auf dem Stimmzettel besser abschneiden, aber schlechter, wenn Trump nicht auf dem Stimmzettel steht“, sagte er. „Donald Trump muss nach Themen suchen und dafür werben, die die republikanische Basis ebenso wie MAGA begeistern. Noch wichtiger ist: Donald Trump muss sich offensiv in den Wahlkampf begeben und sich für republikanische Wahlbeteiligung und Begeisterung einsetzen.“
Brent Buchanan, Präsident und Gründer von Cygnal, sagte gegenüber Newsweek, dass seine monatlichen Umfragen „keinerlei Bewegung“ in der Einstellung der Republikaner zu Trump zeigen. Das größere Problem für Trump seien laut Buchanan unabhängige, jüngere Wähler, die ihn vergangenen November noch unterstützten, sich seither aber von ihm abgewendet hätten.
„Ich glaube nicht, dass irgendetwas zwischen das Gefühl des harten Kerns und Trump kommen kann. Es geht um diejenigen, die den neuen Teil der Koalition 2024 ausmachten, die Trump zum Sieg verholfen haben, bei denen nun diese Frustration herrscht über ein System, das sich nicht verändert“, sagte er. Diese Wähler seien besorgt, dass Trump nicht für die „radikalen Reformen sorgen wird, die sie für ihren Erfolg in diesem Land für notwendig halten“, meinte er. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)