Spaltung bei der Linken

Neue Umfrage enthüllt: So viele Wählerstimmen sind für die Wagenknecht-Partei möglich

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Mit der Gründung einer eigenen Partei könnte Wagenknecht das politische Gleichgewicht ins Wanken bringen. Eine neue Umfrage zeigt das Potenzial der neuen Gruppierung. 

Update vom 23. Oktober, 17.33 Uhr: Welches Potenzial eine Partei unter der Führung von Sahra Wagenknecht hätten, zeigt jetzt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag von Bild.de. In der Umfrage landete das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ nur knapp hinter den Grünen und wäre somit fünftstärkste Kraft. 12 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dem BSW ihre Stimme geben würde, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre und die geplante Partei zur Wahl stehen würde.

Damit würde die Partei um Wagenknecht deutlich den Sprung in den Deutschen Bundestag schaffen. Im Gegensatz zu Wagenknechts bisheriger politischer Heimat – der Linken. Mit vier Prozent müsste diese wieder einmal um den Einzug ins Parlament bangen. Umfragen sind jedoch immer mit Unsicherheiten behaftet.

Partei:SPDCDU/CSUGrüneFDPAfDLinkeBSWSonstige
Prozent:15,5 Prozent26,5 Prozent12,5 Prozent5,5 Prozent18 Prozent4 Prozent12 Prozent6 Prozent

Im Rahmen der Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut INSA 2004 Menschen im Zeitraum vom 20.-23.10.2023. Die Fragestellung lautete: „Wenn würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“ Die Fehlertoleranz wird mit +/- 2,5 Prozent angegeben.

Wagenknecht kündigt Parteigründung an: „So darf es nicht weitergehen“

Erstmeldung: Berlin – Sahra Wagenknecht hat nun offiziell bestätigt, was bereits seit geraumer Zeit vermutet wurde. Sie verlässt die Linke nach vielen Jahren und gründet ihre eigene politische Partei. Am Montag (23. Oktober) präsentierte sie in Berlin den Verein „Bündnis Sahra Wagenknecht – Für Vernunft und Gerechtigkeit“, der als Vorstufe zur Parteigründung dient. „Wir haben uns zur Gründung einer neuen Partei entschieden, weil wir überzeugt sind, so wie es derzeit läuft, darf es nicht weitergehen“, äußerte Wagenknecht. „Denn sonst werden wir unser Land in zehn Jahren wahrscheinlich nicht wiedererkennen.“ Eine Aussage, die darauf hindeutet, dass die 54-Jährige große Pläne hat. Die Parteigründung ist für Anfang 2024 geplant, mit dem Ziel, bei den Europawahlen im Juni 2024 anzutreten.

Jetzt ist es offiziell: Sahra Wagenknecht (r.) gründet eine eigene Partei.

„Für Vernunft und Gerechtigkeit“: Sarah Wagenknecht gründet eigene Partei – Linke könnte zerfallen

Demographen schreiben einer von Wagenknecht geführten Partei ein hohes Potenzial zu. Ende September gab in einer YouGov-Umfrage fast ein Drittel der Wahlberechtigten in Ostdeutschland an, grundsätzlich bereit zu sein, eine Partei unter Wagenknechts Führung zu wählen. Dies können sich auch 27 Prozent der Menschen in ganz Deutschland vorstellen, wie eine neue Insa-Umfrage für die Bild am Sonntag zeigt.

Doch wer würde für die Wagenknecht-Partei stimmen? Es ist offensichtlich, dass die 54-Jährige der Linken viele Wähler abnehmen wird. Bereits jetzt haben neben Wagenknecht acht Abgeordnete der Linken ihren Austritt aus der Bundestagsfraktion bis spätestens Januar 2024 angekündigt. Die Auswirkungen auf die Linke wären erheblich: Sie würde ihren Fraktionsstatus verlieren und hätte deutlich weniger Rechte, Geld und Personal für ihre parlamentarische Arbeit.

Wagenknecht kann auf viele Stimmen von AfD-Anhängern hoffen

Eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online zeigt, dass 44 Prozent der Linken-Anhänger sich vorstellen können, für Wagenknechts Partei zu stimmen. Das bedeutet nicht, dass sie es auch tun werden, aber es zeigt das Potenzial. Die Führung der Linken-Partei plant, gegen Mitglieder des Vereins Parteiausschlussverfahren einzuleiten. Aber auch die AfD befürchtet Stimmenverluste. Obwohl Wagenknecht noch kein Wahlprogramm vorgelegt hat, zeichnet sich eine ähnliche Politik in Bezug auf Migration und das Verhältnis zu Russland ab.

Im kommenden Jahr stehen in vier ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen an. Überall erleben die Rechtspopulisten in Umfragen einen Aufschwung. Durch die Wagenknecht-Partei könnte die AfD gebremst werden. Aktuell können sich 30 Prozent der AfD-Wähler vorstellen, die neue Partei zu wählen. Bemerkenswert ist, dass sogar 26 Prozent der FDP-Anhänger offen für die Wagenknecht-Partei sind. Von den SPD-Wählern sind es 13, von den Anhängern der Grünen hingegen nur 8 Prozent.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von Redakteur Bedrettin Bölükbasi sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa

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