Neues Hauptquartier

Wagner-Kommandeur gibt neue Rolle der Söldnergruppe im Ukraine-Krieg bekannt

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Anton Yelizarov, neuer Anführer der Wagnersöldner, gibt in einer ersten Video-Botschaft neue Informationen über die Zukunft der Söldnergruppe bekannt.

Rostow am Don – Die Spekulationen haben ein Ende: Die berüchtigte Wagner-Gruppe hat sich mit der russischen Nationalgarde zusammengeschlossen. Das soll der neue Anführer der Söldner-Truppe, Anton Yelizarov, in einer ersten Video-Botschaft kundgetan haben, wie das britische Verteidigungsministerium auf der Plattform X berichtete.

Neuer Wagner-Chef bestätigt im Video: Söldner bilden Allianz mit Russlands Nationalgarde

Laut Yelizarov teilen sich die Söldner ein neues Hauptquartier zusammen mit einem Freiwilligenkorps der russischen Nationalgarde. Das britische Verteidigungsministerium vermutet, dass die Zentrale nicht mehr wie früher in St. Petersburg liegt, sondern sich jetzt in Rostow am Don befindet. Der Zusammenschluss der Wagner-Gruppe mit der russischen Nationalgarde gilt als geschickter Schachzug von Russlands Präsident Wladimir Putin, um die Söldner stärker kontrollieren zu können.

Das Logo der Söldner-Gruppe Wagner.

Über die Berufung von Anton Yelizarov zum neuen Wagner-Chef gab es schon länger Gerüchte. Die Veröffentlichung des Videos erscheint nun wie eine Bestätigung. Yelizarov folgt auf Jewgeni Prigoschin, der den russischen Präsidenten vergangenen Juni immer wieder scharf kritisiert hatte und später bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Seine Anschuldigungen hatten den Höhepunkt erreicht, als er dem russischen Militär vorwarf, seine Truppen im Ukraine-Krieg bombardiert zu haben. Daraufhin marschierte Prigoschin mit 50.000 Söldnern und einer gepanzerten Kolone gen Moskau, um der Militärführung vor Ort die Stirn zu bieten, wie der MDR berichtete. Bevor Prigoschin Moskau allerdings erreichte, legte der Aufständische Wagner-Anführer seine Waffen nieder. Eine Einigung schien gefunden zu sein und Prigoschin kam glimpflich davon. Nur zwei Monate später verunglückte sein Flugzeug.

Kriegseinsatz in der Ukraine soll durch neue Formatierung verstärkt werden

Das britische Verteidigungsministerium ist nun der Ansicht, dass die russische Nationalgarde „ein neues Freiwilligenkorps mit erfahrenem Wagner-Personal formiert, um Russlands Kriegseinsatz in der Ukraine zu verstärken“. Auch soll das Freiwilligenkorps in Afrika zum Einsatz kommen, um den „russischen Einfluss auszuweiten“. Die Wagner-Söldner wurden von Wladimir Putin immer wieder in Afrika eingesetzt, um russische Außenpolitik durchzusetzen. Seit 2017 sind die Söldner auf dem Kontinent, um als Sicherheitsdienst für schwache und verwundbare Regime zu agieren.

Prigoschin stirbt bei Flugzeug-Katastrophe – Bilder vom Unglücksort

Söldnerführer Prigoschin offenbar bei Flugzeugabsturz getötet
Flüge unternahm Jewgeni Prigoschin mit seinem Privatjet. Jetzt ist er bei einem Absturz seiner Embraer Legacy 600 getötet worden. Der russische Präsident Wladimir Putin bestätigte dessen Tod. © picture alliance/dpa/Luba Ostrovskaya/AP
Das Bild stammt vom Telegram-Kanal Grey Zone, der Prigoschin nahe steht, und soll Prigoschins Privatjet zeigen, der vom Himmel fällt.
Am Mittwochabend (23. August) fiel die Maschine auf dem Weg von Moskau nach Sankt Petersburg vom Himmel. Das Bild stammt vom Telegram-Kanal Grey Zone, der Prigoschin nahesteht. © IMAGO/Gray_Zone
„Ostoroschno Nowosti“ veröffentlichte ein Bild aus einem Video, das die Absturzstelle in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer zeigt.
„Ostoroschno Nowosti“ veröffentlichte ein Bild aus einem Video, das die Absturzstelle in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer zeigt. © picture alliance/dpa/Ostorozhno Novosti/AP
Offenbar ist der Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Es wird über einen Doppelgänger spekuliert.
Noch am Abend meldete die russische Luftfahrtbehörde, dass Prigoschin im Unglücksflieger saß. Sein Tod wurde einen Tag später bestätigt.  © Lev Borodin/IMAGO
Das Wrack, in dem zehn Menschen starben, brannte völlig aus. Die Identifizierung der Leichen ist schwierig.
Das Wrack, in dem zehn Menschen starben, brannte völlig aus. © picture alliance/dpa/Investigative Committee of Russia/XinHua | Uncredited
Die Absturzstelle gut 200 Kilometer nordwestlich von Moskau gleicht einem Trümmerfeld.
Die Absturzstelle gut 200 Kilometer nordwestlich von Moskau gleicht einem Trümmerfeld. © picture alliance/dpa/AP | Uncredited
Teile liegen verstreut nahe einem Waldgebiet.
Teile liegen verstreut nahe einem Waldgebiet. © IMAGO/SNA
Ein Trümmerteil liegt auf dem Boden.
Dass es sich einmal um ein Flugzeug handelte, ist kaum zu erkennen. © IMAGO/Vitaliy Shustrov
Russische Ermittler beginnen vor Ort mit der Untersuchung des Unglücks.
Russische Ermittler beginnen vor Ort mit der Untersuchung des Unglücks.  © picture alliance/dpa/AP | Alexander Zemlianichenko
Die Toten werden zur Untersuchung in eine Halle nach Twer gebracht.
Die Toten werden abtransportiert. © picture alliance/dpa/AP | Uncredited
In dieses Gebäude der Gerichtsmedizin wurden die Körper offenbar zur Untersuchung gebracht.
In dieses Gebäude der Gerichtsmedizin der Region Twer wurden die Körper offenbar zur Untersuchung gebracht.  © IMAGO/Petrov Sergey
Ein Mann legt Blumen in Prigoschins Geburtsstadt Sankt Petersburg nieder.
Noch am Abend des Absturzes werden in einigen Städten Russlands Gedenkstätten eingerichtet. Hier legt ein Mann Blumen in Prigoschins Geburtsstadt Sankt Petersburg nieder. © IMAGO/Alexander Galperin
Prigoschin und Kreml-Chef Putin
Prigoschin galt lange als Vertrauter Putins (r.). Bevor er den Kremlchef kennenlernte, war er ein Krimineller und verbüßte eine langjährige Haftstrafe. © Alexei Druzhinin/dpa
Prigoschin und Putin
Nach seiner Entlassung eröffnete er Restaurants in Sankt Petersburg und lernte Putin kennen, der ebenfalls aus der Stadt kommt. © Alexey Druzhinin/AFP
In der Folge erhielt Prigoschins Cateringfirma „Konkord“ viele öffentliche Aufträge, was ihm letztlich zu Reichtum verhalf.
In der Folge erhielt Prigoschins Cateringfirma „Konkord“ viele öffentliche Aufträge, was ihm letztlich zu Reichtum verhalf. © IMAGO / ITAR-TASS
Die berüchtigten Wagner-Söldnertruppen haben, im Kommando von Jewgeni Prigoschin und im Namen Russlands, sich am Ukraine-Krieg beteiligt. Den sehr wahrscheinlichen Tod von Putins Wagner-Chef nehmen in der Ukraine viele Menschen mit Freude wahr.
Ab 2013 begann Prigoschin, das private Sicherheits- und Militärunternehmen Gruppe Wagner zu formen. Die Söldnertruppe war im Auftrag der Regierung weltweit tätig und setzte russische Interessen durch. © Uncredited/Prigozhin Press Service/AP/dpa/Archiv
Kämpfer der Wagner-Gruppe, die berüchtigt für ihre brutalen Methoden sind, unterstützen russische Truppen auch im Ukraine-Krieg.
Kämpfer der Wagner-Gruppe, die berüchtigt für ihre brutalen Methoden sind, unterstützten russische Truppen auch im Ukraine-Krieg. Doch spätestens am 23. Juni 2023 war das Tischtuch zwischen Putin und Prigoschin zerschnitten.  © IMAGO/RIA Novosti
Wagner-Söldner in Rostow am Don.
Nachdem er zuvor im Ukraine-Krieg die russische Militärführung bereits mehrfach scharf kritisiert hatte, befahl Prigoschin an jenem Tag einen Aufstand gegen die russische Regierung. Wagner-Söldner marschierten Richtung Moskau. © IMAGO/Vladimir Konstantinov
Kämpfer der Wagner-Gruppe verlassen Rostow am Don.
Nur einen Tag später brach Prigoschin nach Vermittlung des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko den Aufstand wenige Hundert Kilometer vor Moskau ab. © IMAGO/Sergey Pivovarov
Prigoschin
Der Wagner-Boss ging ins Exil nach Weißrussland. Jetzt starb er im Alter von 62 Jahren. Nicht wenige vermuten, dass sich Putin für Prigoschins Illoyalität rächte. © -/AP/dpa

Wie sich die Wagner-Söldner in Afrika bereichern

Aber auch eigene Interessen vertritt die Gruppe. Laut der Tagesschau betreibt Wagner Firmen, um sich an den dortigen Rohstoffen zu bereichern. Tropenholz, Diamanten und Gold werden von der Gruppierung exportiert. Seit Prigoschins Tod begann jedoch eine Umstrukturierung. Russlands neue Afrikakorps übernahm die Aufgaben der Wagner-Söldner in Afrika. Entscheidender Unterschied ist hier, dass die Soldaten nun in offizieller Funktion vom russischen Staat agieren, wie Foreign Policy schreibt. (Simon Schröder)

Rubriklistenbild: © Vladimir Nikolayev / AFP

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