Russische Söldner-Gruppe

Für 7000 Dollar Monatslohn: Auch Deutsche kämpfen für Putins Wagner-Truppe in der Ukraine

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Söldner der Wagner-Gruppe in den Straßen der ukrainischen Stadt Soledar.
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Im Krieg in der Ukraine setzt der Kreml vermehrt auf die Gruppe Wagner. Laut einem Bericht kämpfen für sie auch Deutsche – für bis zu 7000 Dollar Monatslohn.

Moskau/Kiew – Sie kämpft an der Front, gilt als besonders brutal und spielt eine immer wichtigere Rolle im Krieg in der Ukraine. Die Gruppe Wagner ist eine paramilitärische Organisation, ansässig in Russland. Von dort aus greift sie im Interesse des Kreml in zahlreiche Konflikte ein, kämpft unter anderem in Afrika für russische Interessen. Insgesamt waren Wagner-Söldner bereits in 30 Ländern aktiv. Auch im Ukraine-Krieg ist sie involviert. Die USA gehen von zehntausenden Söldnern in der Ukraine aus.

Die Gruppe setzte sich lange aus ehemaligen russischen Soldaten zusammen, viele waren in den Kriegen in Tschetschenien oder Georgien eingesetzt. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 rekrutiert die Wagner Gruppe aber zunehmend in russischen Gefängnissen. Darauf deuten auch Zahlen des Investigativportals Mediasona hin: Die Zahl der männlichen Häftlinge in russischen Gefängnissen sank zwischen August und November 2022 von 349.000 auf 325.000 – einen derartig schlagartigen Rückgang habe es noch nie zuvor gegeben, schreibt das Portal.

Für Wagner-Söldner kämpfen auch Deutsche: 10.000 Euro Kopfgeld und 7000 Euro Monatslohn

Der Tagesspiegel berichtet nun, dass die Wagner Gruppe auch auf Ausländer zurückgreift. Die Zeitung hat mit einem 21 Jahre alten Deutschen gesprochen, der für die internationale Legion zur Verteidigung der Ukraine kämpft. In einem Einsatz in der umkämpften Stadt Bachmut sollen mehrere Wagner-Söldner festgenommen worden sein. „Zwei Gefangene hatten deutsche Reisepässe. Der eine kam aus Leipzig und hatte russische Wurzeln. Der andere hieß Volker und war Berliner“, erzählt der Deutsche dem Tagesspiegel.

Und weiter: „Volker aus Berlin war zu Hause lange arbeitslos und reiste im September nach Russland, um sich der Wagner-Truppe anzuschließen.“ Er habe über keine militärische Vorerfahrung verfügt, er habe das lediglich wegen des Geldes gemacht. „Als Wagner-Söldner krieg er 5000 US-Dollar plus Zulagen, damit kommt er auf bis zu 7000 Dollar.“ Nach eigenen Aussagen hätte er sich einen Extralohn dazuverdienen können: „Wenn er einen von uns Ausländern tötet und den Pass der Leiche als Beweis vorlegt, kriegt er zusätzliche 10.000 Dollar.“

Ukraine-Krieg: Wagner-Gruppe soll 50.000 Söldner befehligen

Laut dem namentlich nicht genannten Deutschen befanden sich unter den Gefangenen in Bachmut auch Staatsangehörige weiterer Nationen: ein Amerikaner, ein Franzose, ein Brite und ein Syrer. Wie viele Nationalitäten in der Gruppe Wagner vertreten sind, ist derweil nicht klar. Lange gingen Experten davon aus, dass vor allem Russen in der Söldner-Truppe kämpfen. (fmü)

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